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Velotraum Elektrorad : 4000 Kilometer à la carte

  • -Aktualisiert am

Das personalisierte Elektrorad von Velotraum. Bild: Pardey

Langstreckenerprobung mit einem auf seinen Benutzer zugeschnittenen Elektrorad von Velotraum und dem E-Motor Neodrives Z 20 von Alber

          Es war ein Experiment: Ausprobiert werden sollten diesmal ein Fahrrad und dazu sein Fahrer. Bei dem Fahrrad ging es darum: Wie standfest wird sich der Neodrives-Antrieb Z20 von Alber über eine Distanz von 4000 Kilometer am Stück zeigen? Und im Falle des Fahrers hieß die Frage: Hast du noch das Zeug für eine richtige Fernfahrt? Nun, diesbezüglich lautet die Antwort schlicht: Ja, drei Wochen lang Tagesetappen von über den Daumen gepeilt 200 Kilometer sind noch drin, trotz Hitze und auch mal einem oder zwei Besichtigungstagen zwischendurch mit bloß 100 oder 150 Kilometer. Der Rückstand nach der Marschtabelle ließ sich dann an den folgenden Tagen wieder aufholen. Am Ende waren es 4255 Kilometer in 21 Tagen.

          Konzentrieren wir uns auf das Rad und seinen Elektroantrieb: Taugt ein Pedelec überhaupt für die Langstrecke? Klares Jein. Ohne Möglichkeiten zum Akkuwechsel und zum Nachladen klappen nicht einmal größere Runden durch die Steckdosen-Zivilisation. Denn je nach Fahrstil und Topographie ist auch mit einem taufrischen Akkupack der 600-Wattstunden-Klasse irgendwo zwischen 70 und 110 Kilometer der Energievorrat egal welchen Motors erschöpft. Dass die tatsächlich erzielbaren Reichweiten mit demselben Rad, Antrieb und Akku enorm unterschiedlich ausfallen können, hat mit mindestens einem halben Dutzend Gründen zu tun, von der Außentemperatur bis zur Anzahl der Ampelstopps auf der Strecke.

          Auf Gebirgsstraßen werden daraus echte hundert Kilometer

          Die Wahl von Strecken und Zielen erscheint also eingeschränkt, wenn man denn nicht eine mobile Ladeanlage mit Solarpanel auf dem Anhänger mitschleifen will, weil es durch die Wüste Gobi gehen soll. Ein zweiter Akku ist – wiederum bei egal welchem Motor – zwingend. Mit zusammen 1200 Wattstunden Kapazität sind 200 Kilometer am Tag aber keine Utopie. Auf Gebirgsstraßen werden daraus echte hundert Kilometer. Die gern herumposaunte Angabe der mit einer Akkuladung möglichen Höhenmeter differiert wiederum sehr stark – abhängig von der Fahrweise, sprich dem Menschen, und weniger von der Marke des Motors.

          Vernünftigerweise wurde ein besonders gutes Rad für das Experiment gewählt, und auch ein spezielles, ganz nach Kundenwunsch aufgebautes. So etwas kann man in Weil der Stadt bei Stuttgart in exemplarisch guter Qualität von der Manufaktur Velotraum bekommen (velotraum.de). Der Baukasten, den Stefan Stiener, bestehend aus verschiedenen Rahmen, einer Fülle von unterschiedlichen Komponenten und jeder Menge Spielraum für Sonderwünsche bis zur Wunschfarbe nach RAL-Nummer, bereithält, lässt in jeder Hinsicht auf eine Person angepasste Räder entstehen: keine Maßfertigung, aber Losgröße eins. So individuell wie die einzelnen Räder gestalten sich die Preise: In diesem Fall waren es knapp 5200 Euro.

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