https://www.faz.net/-gy9-1386m

Umweltinitiative : Mazda setzt auf Wasserstoff

  • -Aktualisiert am

Dieser Mazda fährt (auch) mit Wasserstoff Bild: Göres

Bis zum Jahr 2015 will Mazda den Flottenverbrauch seiner Modelle um 30 Prozent und den Kohlendioxidausstoß um 23 Prozent senken. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, werden in den kommenden Jahren nahezu alle Baureihen erneuert.

          2 Min.

          Keine Automobilmarke mehr, die sich nicht den Umweltgedanken auf die Fahne geschrieben hätte: Mazda will bis zum Jahr 2015 den Flottenverbrauch seiner Modelle um 30 Prozent und den Kohlendioxidausstoß um 23 Prozent senken. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, werden in den kommenden Jahren nahezu alle Baureihen erneuert, wurde vergangene Woche der Presse verkündet.

          Demnach soll die nächste Benzinmotoren-Generation von 2011 an konsequent auf Direkteinspritzung umgestellt werden. Dazu kommt die soeben im Mazda3 eingeführte Start-Stopp-Automatik. Mit den neuen Ottomotoren sollen Kraftstoffeinsparungen von 12 bis 15 Prozent möglich sein. Gearbeitet wird freilich nicht nur am Motor, sondern auch an seinen Nebenaggregaten.

          90 Prozent weniger Edelmetalle

          Ein neu eingesetzter Katalysator mit Single-Nanotechnologie benötigt bis zu 90 Prozent weniger Edelmetalle als herkömmliche Katalysatoren und schont wertvolle Ressourcen. Und die künftigen Dieseltriebwerke mit Aluminium-Zylinderblock und Piezoinjektoren erhalten einen neuen Partikelfilter, der die Rußpartikel besonders schnell abbrennt. Im Vergleich zu derzeit eingesetzten Motoren sollen die neuen Selbstzünder rund 20 Prozent sparsamer sein - bei gesteigerter Leistung und höherem Drehmoment. Auch an einem besonders effizienten Automatikgetriebe werde gearbeitet.

          Und je weniger Masse am Fahrzeug, desto günstiger die Verbrauchswerte: Mazda will als eine der weiteren Sparmaßnahmen das Gewicht seiner Autos durchschnittlich um 100 Kilogramm reduzieren und dadurch weitere drei bis fünf Prozent Sprit einsparen.

          Zwei wasserstoffbetriebene Versuchs-Fahrzeuge

          Der Anteil rein elektrisch betriebener Fahrzeuge oder Autos mit Hybridantrieb werde steigen, kündigt nicht nur Mazda an (siehe nebenstehenden Bericht). Einen Blick in die fernere Zukunft wirft Mazda zudem mit seinen beiden wasserstoffbetriebenen Versuchs-Fahrzeugen „RX-8 Hydrogen RE“ und „Premacy Hydrogen RE Hybrid“, die in Japan und seit kurzem auch in Norwegen in einen groß angelegten Praxistest gehen. Während die meisten Autohersteller an Systemen forschen, bei denen der Wasserstoff in einer Brennstoffzelle im Fahrzeug in Strom für einen Elektromotor umgewandelt wird, verbrennt Mazda (wie auch BMW) den Wasserstoff direkt. Zwar sei der Einsatz der Brennstoffzelle effizienter als die direkte Verbrennung des Edelgases, die Mazda-Lösung sei aber wesentlich kostengünstiger und biete darüber hinaus den Vorteil, neben Wasserstoff auch Benzin verbrennen zu können, was bei dem bisher äußerst dünnen Netz an Wasserstofftankstellen durchaus ein Argument ist.

          Die rund 20 RX-8 Hydrogen RE, die noch in diesem Jahr in Norwegen eingesetzt werden, wo auf einer 600 Kilometer langen Strecke zwischen Oslo und Stavanger fünf Wasserstoff-Tankstellen zur Verfügung stehen, haben umgerechnet 105 Liter Wasserstoff für eine Reichweite von etwa 100 Kilometern und einen Fünfliter-Benzintank für weitere 45 Kilometer an Bord. Der auf dem Mazda5 basierende Premacy Hydrogen RE Hybrid, der ausgewählten japanischen Behörden und Energieunternehmen zur Verfügung gestellt wurde, verfügt über ein serielles Hybridsystem. Die mit dem Verbrennungsmotor gewonnene Energie wird mittels Generator in elektrischen Strom umgewandelt, um anschließend den Elektromotor und damit die Großraumlimousine anzutreiben. Die Reichweite des Fahrzeugs mit einer Wasserstoffladung konnte auf 200 Kilometer verdoppelt werden, der 25-Liter-Benzintank ermöglicht weitere 400 Kilometer.

          Als Basis für die Wasserstoffverbrennung nutzt das Unternehmen den Kreiskolbenmotor mit getrennten Einlass-, Brenn- und Auslasskammern. Gegenüber herkömmlichen Hubkolbentriebwerken herrschten in der Einlasskammer des Kreiskolbenmotors vergleichsweise niedrigere Temperaturen, so dass der Wasserstoff mit der heißen Brennkammer erst im richtigen Moment in Kontakt komme und ungewollte Selbstzündungen vermieden würden, erläutert der Forschungschef. Ein weiterer Vorteil des Kreiskolbenmotors: Durch den zeitlich längeren Takt entstehe eine gleichmäßigere Vermischung, die eine bessere Verbrennung erwirke.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Donald Trump und Liu He, Vizepremier von China, gemeinsam in Washington. Infolge des Handelskriegs mit Amerika habe die Korruption in Chinas Privatwirtschaft wieder zugenommen, berichtet Philipp Senff von der Wirtschaftsanwaltskanzlei CMS in Schanghai.

          Vorfälle der Deutschen Bank : In China lauert die Korruption bis heute

          Mit teuren Geschenken an chinesische Politiker wollte sich die Deutsche Bank Vorteile verschaffen. Der Fall lenkt den Blick auf ein Land, das trotz Mühen immer noch unter Bestechung leidet – auch wegen des Handelskriegs mit Amerika.
          Andreas Scheuer am Mittwoch in Berlin

          Verkehrsminister Scheuer : Im Porsche durch die Politik

          Verkehrsminister Andreas Scheuer hat einen Vorteil, der ihm beim Streit über die Pkw-Maut zum Nachteil gereichen könnte: eine gewisse Lockerheit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.