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Über Automessen : Ach, Anna

  • -Aktualisiert am

Einfach Schluss machen kann jeder: Holger Appel erinnert sich zurück und erklärt, warum Automessen nicht aussterben dürfen.

          1 Min.

          Die erste Begegnung war magisch. Ihr wohnte dieser Zauber inne, der nur erwacht, wenn sich eine besondere Beziehung entfaltet. Es war stickig und heiß und eng, aber wir merkten das nicht, weil die Neugier größer war als alles um uns herum. Mehr als ein Tag unvergesslicher Momente war nicht drin, aber wir trafen uns fortan regelmäßig, immer im September, alle zwei Jahre, und es fühlte sich vertraut an und doch neu und aufregend wie beim ersten Mal.

          Der Junge war ein Bub, es ist also ein wenig länger her, als er heute zugeben möchte, und er lief am Arm seines Vaters durch die Frankfurter Messehallen, die Augen aufgerissen. Sie drückten sich die Nasen platt am Ferrari, am Porsche, am Rolls-Royce, und weil der Vater ein pragmatisch orientierter Ingenieur war, nahmen sie Platz im Volkswagen und im Mercedes-Benz 220 Diesel (der mit der einen Minute Vorglühzeit), der das nächste Gefährt der Familie werden sollte.

          Liebe macht blind, weshalb dem Duo womöglich ein wenig entgangen ist, dass smartphonisierte Jungmanager andere Wege fahren. Bei den Herstellern sitzen heute Entscheider, die Messen blöde finden, mindestens entbehrlich. Sie handeln nach dem Anna-Prinzip, Alles-nur-nicht-Ausstellungen. Budget wird geleitet in Social Media, Blog, Youtube und wer weiß was für Kanäle. Nach Fiat, Peugeot, Volvo, DS, Infiniti, Jeep, Alfa Romeo, Nissan und Mitsubishi hat jetzt Rolls-Royce seine Teilnahme an der IAA abgesagt. Aber wie dann das Feuer entfachen? Mercedes bringt nach Frankfurt ein lässiges Event für die Kreativ-, Design-, und Technologieszene, die Me Convention. Solche Ideen sind gefragt, einfach Schluss machen kann jeder.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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