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TÜV-Report 2008 : Deutsche Autos schneiden am besten ab

  • Aktualisiert am

Jedes sechste Auto hat noch immer erhebliche Mängel Bild: ZB

Erst vor wenigen Tagen hatte der Prüfdienst Dekra die deutschen Autos als zuverlässig gelobt. Jetzt kommt auch der TÜV zu einem ähnlichen Urteil. Der Mängel-Report 2008 zeigt: Deutsche Autos schneiden am besten ab, dicht gefolgt von den Japanern.

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          Die Qualität der Autos auf Deutschlands Straßen hat sich deutlich verbessert. Dieses Fazit zog der Geschäftsführer der TÜV-Verbände, Klaus Brüggemann, am Donnerstag bei der Vorstellung des neuesten TÜV-Reports in Berlin.

          Die Untersuchung zeigt, dass die Quote erheblicher Mängel bei den Hauptuntersuchungen 2007 von 18,2 auf 15,7 Prozent deutlich gesunken ist. Auch wenn noch immer jedes sechste Auto wegen technischer Mängel die Plakette nicht bekomme, zeichne sich ein positiver Trend ab. „Hochgerechnet auf den Gesamtfahrzeugbestand ist die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln um eine Million auf 7,3 Millionen Fahrzeuge gesunken“, sagte Brüggemann.

          Deutsche und japanische Hersteller vorn

          „Fahrzeuge deutscher Hersteller sind in allen Jahrgängen auf den vorderen Plätzen am häufigsten vertreten, gefolgt von den Japanern“, heißt es in der Pressemeldung des TÜV. Unter den 25 Fahrzeugtypen der jeweils fünf Bestplatzierten in den einzelnen Altersgruppen liegen die deutschen Modelle mit 14 Fabrikaten vorn, gefolgt von den Japanern mit 12 Fabrikaten. Fahrzeuge aus den europäischen Nachbarländern schafften es in keiner Altersgruppe unter die ersten Fünf.

          In der Gruppe der zwei- und dreijährigen Fahrzeuge hat der Mazda 3 am besten abgeschnitten

          Zu diesem Erfolg deutscher Produkte kam der TÜV allerdings nur, weil besonders in der Langzeitstatistik die Zweisitzer von Porsche und Mercedes sehr hohe Werte in der Zuverlässigkeit erreichten. Der sprunghafte Rückgang in der Mängelquote bezieht sich dagegen auf alle geprüften Fahrzeuge.

          Mängelriesen PT Cruiser und Alfa Romeo 145/146

          Auch neue Modelle seien bei ihrer Markteinführung „qualitativ besser geworden“, sagte Brüggemann. Das lasse sich etwa am Golf ablesen, dessen neueste Version mit einer Mängelquote von 2,2 Prozent in der Statistik deutlich besser abschneide als seine Vorgänger. Die beiden Mazda-Fahrzeuge Mazda 3 und Mazda 2 erreichten mit einer Mängelquote von 1,2 und 1,4 Prozent in der Altersgruppe der Zwei- bis Dreijährigen die beiden vorderen Plätze.

          Bei den zehn bis elf Jahre alten Autos standen der 911er (5,0 Prozent) und der Mercedes SL (6,3 Prozent) ganz oben, gefolgt vom Toyota RAV4 (8,4 Prozent). Unter den Mängelriesen finden sich Modelle wie Chrysler PT Cruiser (13,5 Prozent) als Vorletzter bei den Dreijährigen und der Alfa Romeo 145/146 als Schlusslicht mit 32,9 Prozent bei den Zehn- bis Elfjährigen.

          Appell an die Hersteller

          Absolutes Schlusslicht ist der Van Kia Carnival aus Korea, der in drei von fünf Altersgruppen mit Mängelquoten zwischen 19,7 und 32,9 Prozent am schlechtesten abschnitt. Brüggemann forderte von den Herstellern, ihre Flotten „möglichst komplett“ mit dem Stabilitätsprogramm ESP auszurüsten.

          Noch immer seien 14 Prozent aller Neufahrzeuge nicht damit ausgestattet, obwohl es entscheidend zur Sicherheit im Straßenverkehr beitrage. Darüber hinaus appellierte er an Eltern, Fahrlehrer und die Polizei, Fahranfänger zu mehr Vorsicht im Straßenverkehr anzuhalten. Zwar seien die Autos langlebiger, aber gerade junge Fahrer als meistgefährdete Verkehrsteilnehmer seien zugleich mit den ältesten und am wenigsten mit Unfallschutz ausgerüsteten Fahrzeugen unterwegs.

          Insgesamt werteten die Autoren des TÜV-Reports sieben Millionen Hauptuntersuchungen von 194 Pkw-Modellen aus. In Deutschland sind rund 45 Millionen Autos zugelassen. Ihr Durchschnittsalter beträgt achteinhalb Jahre.

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