https://www.faz.net/-gy9-8g9aa

Luftfahrtmesse Aero : Puristisch fliegen – oder elektrisch

  • -Aktualisiert am

Einen anderen Weg geht das Unternehmen Modern Wings, um das 120-Kilo-Limit nicht zu überschreiten. Ihre Neuentwicklung „Swan 120“ ist ein Hochdecker aus Karbonfasern mit geschlossenem Cockpit. Der Motor sitzt an einem Pylon oberhalb der Kabine. Die Swan soll etwa 110 Kilometer in der Stunde schnell fliegen. Sie kann mit zwei unterschiedlich starken Zweitaktmotoren ausgerüstet werden, die entweder 27 oder 36 PS leisten. Die Swan 120 kostet ab etwa 30.000 Euro.

Bemannter Volocopter

Auch die Einwicklung von Elektroflugzeugen kommt immer mehr auf Touren. Der Technikkonzern Siemens stellt am Bodensee in Zusammenarbeit mit dem slowenischen Flugzeugbauer Pipistrel ein Hypstair genanntes Hybrid-Triebwerk für kleinere Propellerflugzeuge vor. Herzstück ist ein neuartiger Siemens-Elektromotor, der 150 Kilowatt Dauerleistung hat, außergewöhnlich leicht und dazu leise ist. Er wird kombiniert mit einem herkömmlichen Vierzylindermotor, der als Generator dient. Im ausgestellten viersitzigen Flugzeug vom Typ Panthera treibt der Elektromotor einen Fünfblattpropeller an. Im Flug bezieht er seinen Strom entweder aus mitgeführten Akkus, oder der Generator läuft parallel und versorgt den Elektroantrieb mit Strom. Zudem ist eine Kombination aus beiden Energiegewinnungen möglich. Ziel ist es, so eine ähnliche Reichweite wie mit herkömmlichen Kolbenmotorflugzeugen zu erreichen.

Der Volocopter wird jetzt auch bemannt geflogen, nicht nur ferngesteuert.

Ein weiteres elektrisch angetriebenes Luftfahrzeug, das bereits auf der Messe vor zwei Jahren ein Blickfang war, ist dieses Jahr wieder in Friedrichshafen mit dabei. Wenige Tage vor der Messe hob ein Pilot mit dem futuristischen Volocopter zum bemannten Erstflug ab. Revolutionär ist nicht nur der elektrische Antrieb mit 18 Elektromotoren und Rotoren, auch das Steuern soll kinderleicht werden. Anders als im ebenso senkrechtstart- und landefähigen Helikopter, dessen Beherrschung ständiges Training und viel Fingerspitzengefühl erfordert, soll der per Joystick gesteuerte und von Computern überwachte Drehflügler einfach zu fliegen sein.

Oldi-Sound während des Clubman-Fliegens

Dass auch ein reinrassiges Kunstflugzeug mit einem neuen Elektromotor von Siemens ausgerüstet ist, der 230 Kilowatt Dauerleistung liefert, war eine der Überraschungen auf der Messe. Die Maschine basiert auf einem Trainingsflugzeug des Typs Extra 330 L. Der nordrhein-westfälische Flugzeugbauer „Extra Flugzeugproduktion“ produziert seit vielen Jahren hochwertige Wettbewerbskunstflugzeuge, bisher allerdings immer nur mit Benzinmotoren. Siemens hat deshalb einen leichten und dennoch leistungsfähigen Elektromotor entwickelt, der auch in anderen Flugzeugen zum Einsatz kommen soll. Der am Bodensee ausgestellte Prototyp geht nicht in Serie, sondern er soll als Erprobungsträger für die neuen Elektromotoren dienen.

Ohne Gesundheitsprüfung zu fliegen: Die Aerolite 120 ist ultraleicht.

Wer statt auf elektrisches eher auf nostalgisches Fliegen steht, wird bei Bücker+Funk aus Speyer fündig. Ihr neues Ultraleichtflugzeug Clubman ist ein Zweisitzer im Retro-Stil und soll ein Fluggefühl wie anno 1930 ermöglichen. Ein Siebenzylinder-Sternmotor sorgt für den passenden Oldi-Sound während des Clubman-Fliegens.

Weitere Themen

Flugtaxi dreht bemannte Testrunde Video-Seite öffnen

Singapur : Flugtaxi dreht bemannte Testrunde

Mit dem Flugtaxi dem Stau davonfliegen und die Aussicht genießen. Das deutsche Start-up Volocopter hat in Singapur einen Testflug vorgenommen. Flugtaxis sollen die Metropolen der Welt erobern und den Verkehr auf der Straße entlasten.

Flunder mit Nachtsicht

Fahrbericht Peugeot 508 SW : Flunder mit Nachtsicht

Mit dem 508 SW hat Peugeot einen betörend schönen Kombi auf die Räder gestellt. Er bietet trotz coupéhafter Linien einen hohen Nutzwert, leistet sich in der Bedienung aber einige Schrulligkeiten.

Topmeldungen

Auf Googles Quantenprozessor Sycamore sitzen 53 miteinander verdrahtete Quantenresonatoren. Jeder einzelne stellt ein Quantenbit dar, das zwei Zustände gleichzeitig annehmen kann.

Quantenrechner „Sycamore“ : 1:0 für Googles Quantencomputer

Der Internetriese Google hat einen Quantenprozessor präsentiert, der alle Rekorde bricht. Er löst innerhalb von Minuten ein komplexes Problem, das sogar den schnellsten Supercomputer überfordert.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.