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Trekking Bike : BMW steht drauf, wenig BMW ist drin

  • -Aktualisiert am

Ganz ohne Suchtgefahr: Das BMW Trekking Bike sieht gut aus, doch es ist nicht besonders agil. Bild: Pardey

Das BMW Trekking Bike hat zwar eine Design-Auszeichnung erhalten, doch es kann Fahrradfans mit seinem guten Aussehen nicht trösten. Markentypische Qualitätsmerkmale werden vermisst.

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          BMW kann Zweirad, und zwar exzellent. Daran dürfte wohl kaum ein Zweifel bestehen. Aber wird ein erstklassiger Motorrad- und Autobauer sozusagen mit Selbstverständlichkeit zum Premiumanbieter, wenn er sich mit Fahrrädern befasst? Diese Ansicht wird nicht zuletzt in der Fahrradbranche gelegentlich geäußert: „Ein Bike ist doch so viel weniger komplex als ein Auto: Wehe, wenn die mal ernsthaft bei Fahrrädern einsteigen.“ Offenbar tun sie das nicht. Diesen Verdacht lässt eine – allerdings nur flüchtige – Begegnung mit der gesamten Produktpalette der BMW-Fahrräder sowie eine mehrwöchige Erprobung des BMW Trekking Bike aufkommen. Es wirkt wie ein Omen, dass das Rad im BMW-Online-Shop für rund 1050 Euro von BMW Lifestyle wie andere Accessoires, aber nicht wie ein ernstzunehmendes Fahrzeug angeboten wird.

          Das StVZO-konform ausgestattete Trekking Bike hat einen Red Dot Design Award gewonnen. Mit solchen Design-Auszeichnungen ist es bei Fahrrädern eine ganz besondere Sache: Nicht selten erhalten Fahrräder eine Auszeichnung, weil sie ungewöhnlich, modern, eben nicht so altbacken wie viele andere Räder aussehen oder weil sie beispielsweise den Antrieb verschwinden lassen. In der Praxis stellt sich dann aber heraus, dass diese Schönheiten oder vermeintlichen Pfiffigkeiten grauenhaft untaugliche Fahrräder sind.

          Zu viel Gewicht für ein sportliches Rad

          Ganz so schlimm ist es beim BMW Trekking Bike nicht. Ob man sich nun tatsächlich von dem Buckel des Oberrohrs an den Tank eines Motorrads erinnert fühlt – diese Deutung des Rahmendesigns wurde bei der Präsentation des Jahrgangs 2014 vorgetragen – oder nicht: Man muss die Bemühung um eine besondere Optik anerkennen, auch wenn man die Art, wie sich das Unterrohr zum Tretlager schleicht und speziell die Schleifenform des Hinterbaus als eher plump empfindet. Siebzehn Kilogramm soll das auf 26-Zoll-Rädern (Reifen: Continental Cruise Contact, Felgen: Rodi, Airline Plus 4 mit Speichen in Vierergruppen) daherkommende Rad wiegen; unsere alte Kofferwaage behauptete etwas über ein Kilogramm mehr. Das ist für ein kleines Allroundrad nicht wenig und für ein sportliches Rad eher zu viel.

          Schwerfällig, so empfanden es unabhängig von einander der Verfasser wie auch Kollegen, die durchweg für die markentypische Verbindung von Sportlichkeit und Eleganz eines BMW mehr als nur ein wenig aufgeschlossen sind. Dieses Rad ist einfach kein Bruder Leichtfuß und nicht besonders agil. Es fährt sich gutmütig, völlig unaufregend und lässt kaum jemals den Wunsch nach einem überraschenden Sprint aufkommen. Die Ausstattung ist eher einfach, was besonders für die Federgabel (SR Suntour Nex Milo) gilt. Das Beste an den Komponenten sind die hydraulischen Scheibenbremsen (Shimano BR-M395 mit 180-mm-Scheiben); auch das Schalten der 30 Gänge wird von Shimano-Deore-Teilen erledigt – so gut und zuverlässig wie an unzählig vielen anderen Rädern auch.

          Genau mit dieser Binsenwahrheit ist der Punkt berührt, warum es tatsächlich so schwer ist, ein Fahrrad zu bauen, das wirklich ein BMW-Rad ist: Fahrräder bestehen aus vielen gleichen Komponenten. Einen Rahmen zeichnen zu lassen, der anders ist als andere, macht noch kein Fahrrad mit unverwechselbarer Markenidentität. Geschweige denn eins, das technisch überlegen ist. Und einen weiß-blauen Propeller draufzukleben reicht nicht.

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