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Toyota Yaris Hybrid : Hightech für den Zeitgeist

  • -Aktualisiert am

Der Toyota Yaris Hybrid Bild: Hersteller

Jeder dritte Yaris wird in Westeuropa durch die Kraft der zwei Motoren bewegt. Der Toyota Yaris Hybrid fährt nett, aber nicht wirklich sparsam.

          2 Min.

          Der Hybrid-Antrieb für alle kommt nicht mehr, er ist schon da. Zumindest bei Toyota, jeder dritte Yaris wird in Westeuropa durch die Kraft der zwei Motoren bewegt. Den technischen Aufwand zur Verringerung der Verbrauchswerte und der Kohlendioxidemissionen leistet in der kleinen Klasse nur Toyota.

          Für den Yaris 1.5 Hybrid Comfort stehen etwas erschreckende 18.400 Euro in der Preisliste mit guter, aber nicht üppiger Ausstattung. Trotz der verbesserten Materialqualität und des besonders in der Frontpartie zum Design-Spektakel geratenen Facelifts hatten wir das Gefühl, Toyota habe sich im Yaris finanziell überwiegend auf die Hybridtechnik konzentriert. Denn es mangelt dem renovierten Japan-Mini an mancherlei Zutaten wie Sensoren für Scheinwerfer und Wischer, aber das Infotainment-System mit Sechs-Zoll-Touchscreen ist auf der Höhe der Zeit und der Fahrzeugklasse voraus.

          Ans mobile Werk geht das Motorensystem aus der zweiten Generation des Prius, dem erfolgreichen Pionier der aufwendigen Zwei-Motoren-Technik. Im 3,95 Meter langen und rund 1200 Kilo schweren Yaris sorgt sie laut Normmessung für einen Verbrauch von 3,3 Liter Sprit. Das lässt sich, wie gewohnt, im Alltag nicht nachvollziehen. Im Durchschnitt kamen wir auf 5,2 Liter auf 100 Kilometer. Das ist gut, aber nicht sensationell. Bei einer Sparfahrt ergaben sich schöne 4,6 Liter, das klingt schon besser, setzt jedoch die für den Hybrid-Genuss nötige, eher zurückhaltende Fahrweise voraus. Bei zügiger und gleichzeitig vorausschauender Fahrt wurden immer wieder Werte um 5,4 bis 6,8 Liter Super erzielt.

          Der Yaris ist 3,95 Meter lang Bilderstrecke
          Der Yaris ist 3,95 Meter lang :

          Nach wie vor benötigt die Hybridtechnik eine eher schonende Fahrweise und gerät dort an die Grenzen, wo ihre raffinierte Unterstützung des Verbrennungsmotors nicht mehr greift: auf der Autobahn beim Ausreizen der Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h. Im Gegensatz zum Plug-in-Hybrid, der für seine größere Batterie die Energie aus der Steckdose holt, ist der Hybrid ohne Plug-in nur auf den Benzinmotor angewiesen.

          Denn der Yaris Hybrid bekommt keinen Saft aus der Steckdose: Jegliche Energie für den Yaris-Vortrieb entsteht zum allergrößten Teil ausschließlich aus dem Verbrennen des Kraftstoffs. Die sogenannte Rekuperation, also die Gewinnung von speicherfähiger Energie beim Bremsen oder im Schiebebetrieb, trägt lediglich mit zwei bis drei Prozent zur Gewinnung von Reichweite bei. Zu wenig, um den Verbrauch entscheidend zu verringern. Richtigerweise hat Toyota das System nicht darauf ausgelegt, lange Strecken im reinen Elektro-Modus zu absolvieren.

          Fahrtbericht Toyota Yaris Hybrid : Stadt, Land, Schluss

          Dafür ist die Fahrbatterie zu klein und erlaubt nach unseren Erfahrungen lediglich zwischen 600 und 2000 Meter unter Strom. Der 1,5-Liter-Vierzylinder zeigt unter Teillast eine gute Laufkultur, gibt 74 PS (55 kW) ab und arbeitet mit eher ruhigen Geräuschen. Allerdings ist er mit einem stufenlosen Getriebe vereint, das ihn schon bei geringem Durchtreten des Gaspedals zu höheren und unlustig klingenden Drehzahlen anspornt. Die Systemleistung von 74 kW (100 PS) schlägt sich in den dynamischen Werten nur unzureichend nieder. Aus dem Stand die 100 km/h zu erreichen, erfordert etwa 12 Sekunden.

          Aber womöglich sind die Fahrleistungen für viele Käufer ohnehin nicht wirklich interessant im Hybrid-Yaris. Sie tun Gutes mit der geringen CO2-Emission ihres Hybriden, erfreuen sich an komfortablerer Federung und Dämpfung und gewöhnen sich an das weiche Lenkungs- und Bremsgefühl. Es gibt den Toyota Yaris ganz ohne Hybrid übrigens auch mit vier Türen und ausreichender Ein-Liter-Motorisierung zum Startpreis von 12690 Euro mit einem Normverbrauch von 4,7 Liter Benzin. Nicht die schlechteste Alternative zum teuren Hybrid, der sich bei Kunden ohne pekuniären Sparzwang dennoch steigender Beliebtheit erfreut. Denn Hybrid wirkt schick und trendy und ist bei der richtigen Klientel schon angekommen.

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