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Toyota Aygo : Zum zweiten Mal Drillinge

Der japanischste aller Drillinge: Toyota Aygo, hält auch ohne Hosenträger. Bild: Boris Schmidt

Nach neun Jahren erneuern Toyota und PSA ihr Einsteigermodell. Dem Triebwerk fehlt Elan, Verbrauchswerte überzeugen.

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          Schon seit 2005 bauen Toyota und die französische PSA-Gruppe (Peugeot und Citroën) im tschechischen Kollin gemeinsam einen Kleinstwagen. Das Drillingsmodell, für das Toyota die Federführung in der Entwicklung hat, wird Mitte Juli neu aufgelegt, künftig unterscheiden sich die drei äußerlich wesentlich klarer voneinander, obwohl rund zwei Drittel der Teile gleich sind: Was die Karosserie betrifft, sind nur die vorderen Türen und die Windschutzscheibe identisch.

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Der Toyota Aygo kommt jetzt weit weniger verspielt daher, sein Design trägt sogar einen Schuss Aggressivität. Es sei inspiriert von der japanischen Jugendkultur, heißt es, und da werde Individualität ganz großgeschrieben. Nicht weniger als zehn Karosserieteile lassen sich nicht nur farbig andersartig gestalten, sie können auch relativ einfach ausgetauscht werden. Auch der Innenraum lässt sich individualisieren.

          Bescheidenes Kofferraumvolumen

          Hinsichtlich der Abmessungen hat sich beim japanisch-französischen Projekt nur wenig geändert. Es bleibt bei knappen 3,46 Meter Außenlänge (plus 2,5 Zentimeter), aber das Kofferraumvolumen wächst um immerhin 29 Liter auf (weiterhin bescheidene) 168 Liter. Im Aygo, der keinen einzigen Toyota-Schriftzug trägt, weil er eigenständiger auftreten soll, kommt ausschließlich ein 1,0-Liter-Dreizylinder-Motor zum Einsatz, der überarbeitet wurde. 69 PS (51 kW) müssen genügen, das Drehmoment beträgt 85 Newtonmeter bei 2000 Umdrehungen in der Minute. Das reicht für eine Spitzengeschwindigkeit von 160 km/h. Der Spurt von 0 auf 100 km/h kann in länglichen 14,2 Sekunden absolviert werden.

          Auf ersten Probefahrten ließ das Triebwerk jeglichen Elan vermissen. Überzeugend sind hingegen die Verbrauchswerte: 4,1 Liter Super oder gar 3,8 Liter mit dem „Eco Paket“. Für 950 Euro gibt es dann ein Start-Stopp-System in Zwangskombination mit einer Multimedia-Audio-Anlage samt Rückfahrkamera, die sonst 600 Euro Aufpreis kostet (7-Zoll-Farbmonitor mit Touchscreen). Die Anlage kann alles, was junge Leute heute brauchen, es lässt sich zum Beispiel mit dem Smartphone des Fahrers verbinden. So gelangt man ins Internet und kann sich navigieren lassen.

          Günstiger Basispreis

          Wie bisher gibt es den Aygo (und die beiden anderen) als Zwei- und als Viertürer, nach wie vor haben die hinteren Türen nur Ausstellfenster, die „Heckklappe“ ist aus Glas. Der Basispreis für den relativ nackten Aygo x beträgt 9950 Euro als Zweitürer, vier Türen kosten 350 Euro Aufpreis.

          Eine Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber und eine Klimaanlage kosten im Paket 1000 Euro, ein Audiosystem weitere 300. Im Aygo x-play für 11.525 Euro ist das alles schon dabei plus einiges andere wie eine geteilte umlegbare Rückbank, größere (Stahl-)Felgen sowie ein Lederlenkrad. Grundausstattung sind eine Servolenkung und ein höhenverstellbares Lenkrad, wobei der große, runde Tacho sich mit der Lenksäule bewegt. Zu x-play gehört auch ein Drehzahlmesser als Balkendiagramm, links am Tacho.

          Design des C1 folgt dem Massengeschmack

          Für 12.000 Euro gibt es das Multimedia-System als x-play touch. Zusätzlich aufgerüstet werden die Modelle x-cite und x-clusiv, für die gegen Aufpreis sogar Ledersitze bestellt werden können. Und als x-wave (13.900 Euro) hat der Aygo zudem noch ein Stoffschiebedach.

          Das gibt es auch für den Citroën C1, der schon bei 8890 Euro startet, allerdings ohne Servolenkung und generell mit zwei statt drei Jahren Garantie. Auch der C1 lässt sich ähnlich individualisieren, erlaubt aber nicht den Austausch von Karosserieteilen. Sein Design folgt mehr dem Massengeschmack. Für ihn steht ein zweiter Motor zur Wahl: 82 PS (60 kW) und 118 Nm bei 2750 /min verheißen etwas mehr Fahrspaß, der Normverbrauch liegt bei 4,3 Liter Super. Über den Peugeot 108 (bisher 107) berichten wir nächsten Dienstag in „Technik und Motor“.

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