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GT Hybrid Car : Schon 1977 fuhr der erste Hybrid von Toyota

  • -Aktualisiert am

1965 kam der Toyota Sports 800 auf den Markt. Vereinzelt fanden sogar Exemplare den Weg nach Deutschland. Bild: Archiv Dieter Günther

20 Jahre bevor Toyota mit dem Prius die Vorreiter-Rolle in Sachen Hybrid übernahm, stellte der japanische Hersteller schon mal ein Hybrid-Auto auf eine Messe. Die Technik war ungewöhnlich und wurde schnell verworfen.

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          Die Olympischen Spiele im Sommer in Tokio wird Toyota als einer der Hauptsponsoren nutzen, sein technisches Können in den Vordergrund zu stellen. Eines der Themen wird die Brennstoffzelle sein. Toyota hat mit dem Prius schon die Hybridtechnik salonfähig gemacht, anfangs belächelt. Doch man ließ sich nicht beirren. Der Prius kam 1997, schon 20 Jahre zuvor ließ man mit einem kecken, kleinen Zweisitzer-Hybrid mit Gasturbine aufhorchen, dem Toyota Sports 800.

          Toyota war damals in Deutschland noch eine ganz kleine Nummer. Und 1962, als der Prototyp des Toyota Sports 800 debütierte, kannte in Deutschland kaum jemand den japanischen Hersteller: Erst im September 1970 etablierte sich die Deutsche Toyota Vertriebs GmbH in Köln, der erste in Deutschland offiziell verkaufte Toyota war wenig später ein Corolla.

          Dennoch gelangte ein solcher Sports 800, der technisch auf dem Toyota Publica basierte und 1965 in Serie gegangen war, dank eines Enthusiasten nach Deutschland. Dann wurde er um 1968 herum zugelassen. Erschien der Prototyp – ohne Türen, dafür mit einer verschiebbaren Dachkuppel – noch als eine für den tagtäglichen Einsatz kaum taugliche Stilstudie, so präsentierte sich das Serienmodell mit seiner selbsttragenden Ganzstahlkarosserie nun als adretter, 3,58 Meter kurzer und 580 Kilo leichter Zweisitzer im Bonsai-Format.

          1977 stand dann auf der Tokio Motor Show der Toyota GT Hybrid Car. Bilderstrecke

          Das Leichtgewicht verblüffte mit einem breiten Targa-Bügel im Stil der gleichzeitig eingeführten Porsche-911- und -912-Modelle. Dass sich das stets schwarz lackierte Dachteil aus Aluminium herausnehmen und in den damit mehr oder weniger vollen Kofferraum packen ließ, verstand sich von selbst. Auch das knapp geschneiderte Cockpit mit sportlichem Dreispeichen-Lenkrad und klar gegliedertem, üppig bestücktem Instrumententräger konnte sich sehen lassen.

          Befeuert wurde der kleine Toyota von einem luftgekühlten, kurzhubig ausgelegten Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor mit untenliegender Nockenwelle, der mit zwei Fallstromvergasern von Aisan operierte und aus 790 Kubikzentimeter Hubraum 45 PS mobilisierte. Das reichte für ein Spitzentempo von 155 km/h. Weitere technische Merkmale waren ein Vierganggetriebe mit Knüppelschaltung, Trommelbremsen rundum sowie ein Fahrwerk, das sich als bunte Mischung gab: Eine aufwendige Vorderradaufhängung an Dreiecksquerlenkern, Torsionsstabfedern und Kurvenstabilisator hatten die Toyota-Ingenieure mit einer angetriebenen Starrachse hinten samt halbelliptischen Blattfedern gemixt.

          Aber es half alles nichts. Obwohl der Sports 800 in seinem Heimatland sogar sportliche Meriten einfuhr, hatte er auf dem Markt gegen Mitbewerber wie den 1966 lancierten, mit 67 PS deutlich potenteren Honda S 800 – der in Deutschland als erstes japanisches Auto überhaupt schon ein Jahr später angeboten wurde – keine Chance: 1969 lief seine Fertigung aus, nach bescheidenen 3131 fast ausschließlich in Japan verkauften Exemplaren, davon waren 300 Linkslenker. Der Honda S 800 brachte es als Roadster und Coupé bis 1970 auf 11.523 Einheiten.

          Doch das war es nicht ganz. Acht Jahre später sollte der kleine Flitzer plötzlich wieder auftauchen. Anlässlich der Tokio Motorshow im Herbst 1977 dürften sich zahlreiche Besucher verblüfft die Augen gerieben haben: Bei Toyota glänzte wieder ein Sports 800, rot lackiert mit schwarzem Kühlergrill und breiter, prominenter Hutze auf der Motorhaube. Bei genauerem Hinsehen entpuppte sich das nun GT Hybrid Car genannte Ausstellungsstück als das, was für uns heute ein Concept-Car wäre. Wobei das GT in seiner Bezeichnung nicht für „Gran Turismo“, sondern für „Gas-Turbine“ stand: Unter seiner Motorhaube arbeitete nun eine Gasturbine, die über einen Generator den Strom für einen 30-PS-Elektromotor mit Zweiganggetriebe lieferte.

          Hybrid ist heute aktueller denn je, damals war diese Hybridtechnik aber der falsche Weg. Schon weil ein sehr hoher Stickoxid-Ausstoß (NOx) das Gesamtbild trübte. Beinahe folgerichtig wurde diese Entwicklungslinie von dem japanischen Hersteller deshalb nur bis 1983 verfolgt, der GT Hybrid Car blieb ein Einzelstück und landete später im Museum.

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