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Erste Probefahrt Toyota C-HR : Auf den Spuren des Nissan Juke

Das kompakte, 4,36 Meter lange SUV soll durch sein außergewöhnliches Design überzeugen. Bild: Hersteller

Emotionen spielen bei Toyota weniger eine Rolle. Mit dem jetzt vorgestellten Crossover-Modell C-HR soll das anders werden. Das Design wird zum wichtigsten Kaufargument.

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          Toyotas werden bisher gekauft, weil sie als zuverlässig und langlebig gelten. Emotionen spielen weniger eine Rolle. Mit dem jetzt vorgestellten Crossover-Modell C-HR soll das anders werden. Das kompakte, 4,36 Meter lange SUV soll durch sein außergewöhnliches Design überzeugen, es orientiert sich stark an einer auf dem Pariser Autosalon 2014 gezeigten Studie, und, ja, es gefällt tatsächlich. Starke Schnitte und Kanten prägen das Karosseriekleid, die Griffe für die hinteren Türen sitzen am Dach, und auch der Innenraum weicht deutlich vom 08715-Design ab. Eine Lichtleiste verbindet die vorderen Türen und das Armaturenbrett mit seinen klassischen Instrumenten, es stehen drei verschiedene Farb-Schemata zu Auswahl. Der acht Zoll große Bildschirm ist dem Fahrer zugewandt, Navigation kostet 890 Euro Aufpreis.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Bislang sieht sich Toyota in seinem Tun bestätigt, die Nachfrage sei gut, es gebe allein in Deutschland mehr als 1000 Vorbestellungen, obwohl die offizielle Marktpremiere erst im Januar sei, heißt es. Vereinzelte Fahrzeuge haben schon den Weg zum deutschen Händler gefunden. Man habe polarisieren wollen und nehme in Kauf, dass der Wagen wahrscheinlich der Hälfte der Kunden nicht gefalle, die andere liebe ihn dagegen umso mehr, hofft Toyota. Ohne Zweifel wandelt der C-HR auf den Spuren des witzigen Nissan Juke, der trotz kruder Formen seine Fans gefunden hat - und der Toyota hat das ausgewogenere Design.

          Entwickelt wurde der C-HR in Europa für Europa, gebaut wird er in der Türkei. Bilderstrecke

          Entwickelt wurde der C-HR in Europa für Europa, gebaut wird er in der Türkei. Ob er in Japan verkauft wird, ist noch nicht entschieden. Von Anfang an habe man einen anderen Toyota machen wollen, der interne Projektname C-HR (für Coupé High Rider) schaffte es schließlich sogar bis in die Preislisten. Ein richtiger Name für das „andere“ SUV wäre vielleicht noch schöner gewesen.

          Unter dem wilden Blech ist der C-HR ziemlich konventionell. Was bei Toyota allerdings auch Hybrid-Antrieb bedeutet. Dieser aus dem Prius adaptierte 1,8-Liter-Vierzylinder mit Elektrounterstützung für kurze Wege und ein moderner 1,2-Liter-Turbobenziner sind die einzigen Motorisierungen im Angebot. Dieseltriebwerke gibt es nicht.

          Toyota erwartet, dass sich drei Viertel der Kunden für das Hybrid-Modell entscheiden, das eine Systemleistung von 122 PS und 142 Newtonmeter bietet und den C-HR bis zu 170 km/h schnell machen kann. Der genormte Kraftstoffverbrauch beträgt 3,8 oder 3,9 Liter, je nach Felgengröße. Der 1,2-Liter-Motor bietet 116 PS und das stärkere maximale Drehmoment von 185 Newtonmeter. Auf ersten Probefahrten erwies er sich handgeschaltet als das deutlich spritzigere Triebwerk, der Hybrid missfällt eher sportlich orientierten Fahrern naturgemäß mit seinem stufenlosen Automatikgetriebe und dem plärrenden Motor, wenn kräftig aufs Gas getreten wird.

          Der Benziner verbraucht dafür mehr: 5,9 Liter. Dieser Wert gilt auch für das 1300 Euro erfordernde Automatikgetriebe, nur für diese ebenfalls stufenlose Automatik gibt es einen Allradantrieb, der weitere 2000 Euro extra kostet. Und der Normverbrauch steigt auf 6,3 Liter.

          Das Allradmodell kostet so mindestens 27 690 Euro, das sind 300 Euro mehr als der Grundpreis des Hybridmodells in der Ausstattungslinie Flow. Schon in der Basisausstattung, die einen Lockvogelpreis von 21 990 Euro hat, sind Assistenzsysteme wie Frontkollisionswarner, Notbremsassistent, Spurhalteassistent und ein adaptiver Tempomat dabei, aber auch Handfestes wie eine manuelle Klimaanlage oder ein Audiosystem, im „Flow“ gibt es dann unter anderem Verkehrszeichenerkennung und Rückfahrkamera. Die Linien „Style“ und „Lounge“ bringen Dinge wie 18-Zoll-Felgen, Metallic-Lack, Sitzheizung oder Totwinkelwarner. Das Topmodell mit 1,2-Turbo und Allrad kostet 30 690 Euro, als Hybrid 300 Euro weniger. Toyota glaubt fest an den Erfolg und rechnet für 2017 mit 14 000 Verkäufen in Deutschland.

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