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Tokyo Motor Show : Toyotas Allergie gegen große Akkus

Bild: Appel

Der Gegenentwurf zur VW-Strategie und andere japanische Wege: Auf der Tokyo Motor Show gibt es kaum Elektroautos und ein Hersteller hält auch wenig davon.

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          Aus deutscher Sicht entsteht ja immer der Eindruck, ganz Asien fahre künftig mit dem Elektroauto. Doch das gilt nur für China. Japan denkt und handelt anders. Es gibt nicht nur kaum welche, der größte Hersteller Toyota hält auch wenig von ihnen. Dass nun auf der Tokyo Motor Show ein paar Elektroautos gezeigt werden, steht nicht im Widerspruch. China habe sich politisch für diesen Antrieb entschieden, obwohl der Strom aus Braunkohle gewonnen werde. Norwegen habe Wasser zur Stromerzeugung. Und Deutschland wolle offenbar auch ein paar. Also liefere man die passenden Autos in diese Länder.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Aber technisch und ökonomisch finden die Japaner das batterieelektrische Auto unsinnig. Einzige denkbare Anwendung sei der Stadtverkehr. Toyota bereitet denn auch einen spartanischen Zweisitzer vor, mit 60 km/h Höchstgeschwindigkeit und 100 Kilometern Reichweite. Mit 500 Kilogramm Akku umherfahren, der den Preis des Autos verdoppele, könne keine Lösung sein, hieß es in Tokio. Und dann lasse die Kapazität auch noch nach. Eine Antwort könne die Feststoffbatterie werden. Toyota will einen Prototypen im Sommer 2020 präsentieren.

          Die Skepsis ist also allgegenwärtig und steht in bemerkenswertem Gegensatz zu der Euphorie, die Volkswagen verbreitet. Das gilt im Prinzip auch für Plug-in-Hybride. Zumal beileibe nicht jeder Kunde eine Steckdose außen an der Wohnung hat oder Lust, mit dem Ladekabel zu hantieren. Sinnvoller sei es, dem Benzinmotor mit einem Hilfs-Elektromotor samt kleiner Batterie auf sparsame Sprünge zu helfen, so wie das Toyota seit Jahren mit seinem Hybridantrieb macht. Dass dabei meist der Fahrspaß auf der Strecke bleibt, soll hier nicht unerwähnt bleiben. Ein großer CO2-Hebel erweist sich zudem bislang als hypothetisch: Nordamerikaner mit ihrer Vorliebe für Pick-ups zeigen die geringste Akzeptanz für Hybridantriebe, dem reinen Elektroauto geben die Japaner jenseits von Kalifornien deshalb dort bis auf weiteres erst recht keine Chance.

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          Mehr Zutrauen ist zu spüren, wenn die Ingenieure von der Brennstoffzelle berichten. Zunächst in Nutzfahrzeugen, irgendwann auch im Personenwagen. Toyota hat schon ein Wasserstoffauto, der krude und teure Mirai findet in Deutschland etwa 50 Abnehmer im Jahr. Der fast fünf Meter lange Nachfolger wird ein Fünfsitzer, er sieht konservativer aus, hat um 600 Kilometer Reichweite, Hinterradantrieb und soll knackiger fahren. Ende 2020 werden wir ihn in Deutschland erleben können. Preise um 80.000 Euro lassen freilich kaum Absatzsprünge erwarten.

          Auch Mazda will sich nicht nachsagen lassen, gar nicht mit dem Zeitgeist zu gehen. Der batterieelektrische MX 30 zielt auf Menschen, die ungewöhnliche Formen mögen. Die können vom Sommer 2020 an einen Crossover als Zweitwagen bewegen, 35,5 kWh Akkukapazität reichen nach WLTP nur für rund 200 Kilometer. 140 PS soll der Motor entwickeln, um 160 km/h wird abgeregelt. Die Portaltüren sehen spektakulär aus, der Spaß muss den Eignern 34.000 Euro wert sein. So konkret sind die Planungen von Nissan noch nicht, aber dass der wuchtige Ariya von 2021 an elektrisch durch Deutschland rollen soll, ist beschlossene Sache. 66 kWh mit 370 Kilometern Reichweite oder 91 kWh mit 500 stehen im Datenblatt, ebenso 215 bis 390 PS. Etwa 55.000 Euro dienen als mittlere Orientierungsgröße für das SUV. Wir ahnen, was die Kollegen von Toyota dazu sagen würden.

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