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A5 bei Darmstadt : Test mit Oberleitungs-Lastwagen stockt

Seit Mai 2019 ist diese Teststrecke für Oberleitungs-Lastwagen in Betrieb. Bild: dpa

Wer hat schon mal einen Lastwagen mit Stromabnehmer auf der A5 südlich von Frankfurt gesehen? Seit Mai vergangenen Jahres ist die Teststrecke fertig, nur tut sich fast nichts.

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          Jedem Autofahrer, der die A5 von Frankfurt nach Darmstadt fährt, fallen die Strommasten auf der jeweils rechten Spur zwischen Langen und Weiterstadt auf. Seit Mai 2019 ist diese Teststrecke für Oberleitungs-Lastwagen in Betrieb, zehn Kilometer ist sie lang, in beide Richtungen wurden 229 Masten aufgestellt. 14,6 Millionen Euro hat das Bundesumweltministerium investiert, weitere 15 Millionen Euro stehen für den Betrieb und die Auswertung des Versuchs zur Verfügung, der bis Ende 2022 dauern soll. Dass selbst Vielfahrer, die täglich diese Strecke benutzen aber eigentlich nie einen der Scania-Lastwagen  mit Pantograf (dem Stromabnehmer) sehen, muss nicht wundern.

          Boris Schmidt
          (fbs.), Technik & Motor, Wirtschaft

          Mehr als fünf Fahrzeuge waren für den Versuch nie vorgesehen, doch seit fast einem Jahr sammeln nur zwei Scania, die von Speditionen im regulären Betrieb gefahren werden, die zur Auswertung nötigen Daten.  Eigentlich sollten es inzwischen wenigstens vier sein, doch die Corona-Krise verhinderte bislang  die Auslieferung zweier weiterer Lastwagen. Außerdem ist seit Ende Januar nach einem Unfall, bei dem ein Mast beschädigt wurde,  nur eine Richtung unter Strom. Die Reparatur verzögere sich, weil die dafür nötigen Spezialteams aufgrund der Reisebeschränkungen nicht kommen könnten, sagt Frauke Werner von „Hessen Mobil“, die das Projekt als hessische Verkehrsbehörde betreuen. Auch durch den Ausfall der halben Strecke verzögerten sich erste Ergebnisse, die eigentlich schon vorliegen sollten.

          Die Scania-Fahrzeuge, die den E-Highway benutzen können, sind Hybride, sie fahren mit Diesel und/oder mit Strom. Während sie am Draht hängen, sind sie  zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie versorgt.  Ein Verlassen der Bahn um einen anderen, langsameren Lastwagen zu überholen, ist möglich. Es wird dann automatisch wieder auf Dieselbetrieb umgeschaltet.

          Das Autobahnstück in Südhessen gehört zum Förderprogramm „Erneuerbar Mobil“ des Bundesumweltministeriums, zu dem zwei weitere Strecken gehören. So ist auf der A1 bei Lübeck in Schleswig-Holstein im Februar ein ähnlicher Versuch gestartet worden, auf der B 462 bei Kuppenheim in Baden-Württemberg ist es noch nicht so weit.

          Die Versuche sind umstritten. Der Sinn wird angezweifelt, und oft heißt es:  „Nicht noch mehr Verkehr auf die Straße, der Schienenverkehr muss endlich Vorrang haben.“ Seitens der Politik heißt es dazu, dass selbst eine Steigerung der Transportleistung auf der Schiene um das Zweieinhalbfache bis ins Jahr 2050 immer noch bedeute, dass dann 60 Prozent der Güter auf der Straße unterwegs sein müssen. Eine flächendeckendes Verdrahten der deutschen Autobahnen sei ohnehin nicht vorgesehen. Konzentriere man sich auf die besonders frequentierten Strecken, müsste nur knapp ein Drittel aller Autobahnkilometer mit Oberleitungen versorgt werden, um 80 Prozent der Transportleistung abzudecken.

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