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Tern Vektron : Motor macht Falt- zum Klapprad

Klapprad Vektron mit Elektroantrieb Bild: Pardey

Das Tern Vektron mit dem Bosch-Antrieb wiegt 22 Kilogramm. Ein Pendlerrad ist es also eher nicht. Das faltbare Elektrorad überzeugt aber mit Stabilität beim Fahren.

          Elektrifiziertes Faltrad? Da scheiden sich die Geister. Wer sein Brompton oder Birdy drei- bis viermal am Tag zusammenklappt und wieder entfaltet, fasst sich an den Kopf, wenn er hört, dass das Tern Vektron mit dem Bosch-Antrieb 22 Kilogramm wiegt. Zum Vergleich: ein Birdy Speed von Riese und Müller wiegt weniger als zehn, das Birdy World mit allem Komfort etwas mehr als 14 Kilogramm. So munter in Busse und Bahnen hinein tragbar, wie ein Faltrad ohne Motor sein kann, ist das Vektron zum Preis von rund 3000 Euro also nicht. Und im Gegensatz zur Werbung des Herstellers darf stark bezweifelt werden, dass es ein revolutionäres Pendlerrad ist. Wer mit dem Faltrad und dabei die Verkehrsmittel wechselnd pendelt, will ein leichtes und blitzschnell falt- und entfaltbares Rädchen.

          Hans-Heinrich Pardey

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Das Vektron ist viel eher als ein Faltrad klassischer Art ein Elektrorad, das man auf kompakte 86 × 45 × 68 Zentimeter (Herstellerangabe) zusammenklappen kann. Von Klappen und nicht von Falten ist hier mit Absicht die Rede. Terns sehr einfacher Z-förmiger Faltvorgang ist hier bis auf Kleinigkeiten identisch mit dem der motorlosen Modelle. Aber wegen des Gewichts von Motor und Akku lässt sich dieses Rad nicht wie ein Brompton sozusagen aus dem Handgelenk heraus in Betriebsbereitschaft schütteln.

          Nicht nur beim Tragen oder wenn man das Vektron in den Kofferraum des Autos heben will, spielt das Gewicht eine Rolle - auch beim Falten. Weil das doch eher ein Klappen unter Aufbietung nicht unerheblicher Haltekräfte ist, scheint das Vektron eigentlich nicht mit den motorlosen Falträdern zu konkurrieren, sondern eher mit Kompakt-Elektrorädern wie etwa dem 7Ben von der E-Bike Manufaktur. Diesem Bautyp gegenüber hat das Vektron, trotz des drehbaren Speedlifter-Vorbaus und der Klapppedale am 7Ben, den Vorteil, beim Verstauen wesentlich weniger Platz zu brauchen.

          Nachdem nun dem Vektron sein tatsächlicher Platz im riesigen Angebot der Elektroräder zugewiesen ist, wird es langsam Zeit, die weiteren Aktiva dieses auf 20-Zoll-Ballonreifen (Schwalbe Big Apple 55 Millimeter) rollenden Rades mit Aluminium-Rahmen zu loben. Zu allererst: Es fährt sich so, dass man nicht denkt, ein Faltrad zu benutzen. Um zu wiederholen, was an dieser Stelle im Frühjahr 2015 über das Tern e-Link stand: das steifste je gefahrene Faltrad. Das Vektron lässt sich mit seinen Verstellmöglichkeiten am Lenker und Sattelstütze an Menschen mit Körpergrößen zwischen 1,47 und 1,95 Meter anpassen; ein großer Fahrer darf allerdings nicht mehr als 105 Kilogramm wiegen. Als Antrieb ist die Bosch Active Line mit dem kleinen Purion-Display verbaut; der Akku hat eine Kapazität von 300 Wattstunden. Das sollte für um die 60 Kilometer reichen.

          Von Shimano stammen die hydraulischen Scheibenbremsen und die Deore-Schaltung mit zehn Gängen. Lichtanlage, Schutzbleche und Gepäckträger sind gut und machen wie das Rad einen stabilen und fein verarbeiteten Eindruck. Auf einer Seite hatte das gefahrene Vektron ein Steckpedal, das abziehbar im gefalteten Zustand unter dem Sattel verschwindet. Es gibt viel Zubehör, vor allem Taschen und Gepäck.

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