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Supersportwagen für Superreiche : Autos wie aus Tausendundeiner Nacht

  • -Aktualisiert am

Neupreis 380 000 Euro: Mercedes-Benz SLR mir Flügeltüren Bild:

Die Eskalation von Leistung, Luxus und Preis in der Autogesellschaft erreicht einen Höhepunkt. Noch nie zuvor hat sich eine ähnliche Menge von Hyper-Sportwagen auf dem globalen Automarkt angekündigt: Innerhalb eines Jahres tritt etwa ein halbes Dutzend spektakulärer Leistungswagen an.

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          Die Eskalation von Leistung, Luxus und Preis in der Autogesellschaft erreicht einen Höhepunkt. Noch nie zuvor hat sich eine ähnliche Menge von Hyper-Sportwagen auf dem globalen Automarkt angekündigt: Innerhalb eines Jahres tritt etwa ein halbes Dutzend spektakulärer Leistungswagen an.

          Alles Zweisitzer mit Motoren, deren Fähigkeiten zu Höchstgeschwindigkeiten führen, mit denen der Fahrer in den allermeisten Ländern direkt ins Gefängnis durchstarten könnte. Doch der Reiz liegt weder im Geizen noch im Heizen: Es ist das Gefühl der Exklusivität und der Ruhe, ein Auto zu bewegen, das in ganz geringer Stückzahl mit dem Know-how eines Großkonzerns oder eines soliden Spezialisten gefertigt wird. Denn im Gegensatz zu anderen, exotischen Fahrzeugen steht hinter jeder Premiere in diesem Marktsegment nicht eine kleine Garage, sondern eine große Gruppe oder zumindest ein auf Sportwagen spezialisierter Hersteller: VW hält seine finanzierende Hand über Bugatti, Mercedes-Benz kooperiert für den SLR mit McLaren, Audi transferiert Goodwill und Geld zu Lamborghini, Ford erinnert sich mit dem GT40 der Werte seiner Vergangenheit, und Porsche baut auf die Erfahrungen zurückliegender Jahre.

          Daß die neue Riege der Renner signifikanten Einfluß auf Unfall- oder Emissionsstatistiken hat, ist nicht zu befürchten. Ihre Herstellungsziffern liegen auf einem Niveau, das in Bruchteilen von Promille der automobilen Weltproduktion zum Ausdruck kommt. Ganz anders sieht es bei den Preisen aus. Da gibt es offensichtlich auf dem Automarkt der Welt eine genügend große und ausreichend betuchte Klientel, die sich diese Autos ganz bewußt auch unter dem Aspekt kauft, sich damit jenseits der Masse zu bewegen, die beispielsweise mit einem Porsche 911 oder mit einem Mercedes-Benz SL unterwegs ist.

          Rund 400 000 Euro: Porsche GT
          Rund 400 000 Euro: Porsche GT : Bild:

          Das derzeit teuerste Serienauto (dieser Begriff ist hier allerdings als sehr relativ anzusetzen) der Welt wird der an historischer Stätte im elsässischen Molsheim gefertigte Bugatti 16.4 Veyron sein. Er wird vom Frühjahr 2004 an ausgeliefert, zum Tarif von etwa 1,2 Millionen Euro, maximal hundert Exemplare sollen davon im Jahr entstehen. Vergleichsweise günstig erscheinen dagegen die anderen Raritäten: Der Porsche Carrera GT, dessen Auslieferung bereits in diesem Sommer beginnt, kostet ungefähr 400000 Euro, er wird im Porsche-Werk Leipzig in Handarbeit gefügt, drei Exemplare davon entstehen arbeitstäglich, tausend Stück will das Stuttgarter Haus davon auflegen. Zur IAA in Frankfurt feiert der Mercedes-Benz SLR seine Serienpremiere, rund 380000 Euro wird er kosten, gebaut wird der mit den legendären Flügeltüren (allerdings nicht am Dach angeschlagen) aufwartende Über-Mercedes beim Formel-1-Partner McLaren, mehr als 500 Einheiten per anno sind nicht eingeplant.

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