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Superliga der Segelyachten : Mast have!

Der Dreimastschoner „Sea Eagle II“ ist mit 81 Meter Länge die größte Aluminium-Segelyacht der Welt. 282 Tonnen des Leichtmetalls verarbeitete die Royal Huisman Shipyard. Aluminium ist teurer als Stahl, ermöglicht aber eine erhebliche Gewichtseinsparung. Bild: Tom van Oossanen

In der Superliga der Segelyachten ragen die Masten bis in den Himmel. Es gibt einen spektakulären Neuzugang. Aber welche der Großen ist tatsächlich die Größte der Welt?

          4 Min.

          Yacht – welch verheißungsvolles Wort. Es klingt nach blauem Meer und Überfluss, nach Großzügigkeit und sorglosem Leben. Erst recht gilt das für den Begriff Superyacht, der gebräuchlich ist für alles, was mehr als 30 Meter misst. Noch besser als der Besitz einer Superyacht ist der einer Megayacht. Oder mehrerer, was vorkommt. Wo genau die Grenze liegt, ist nicht ganz eindeutig. Immer öfter ist auch von der Gigayacht die Rede. Ob die Gigayacht eine große Megayacht ist oder ob die Bezeichnungen synonym verwendet werden können, das hat anscheinend noch niemand exakt definiert.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Ist auch unwichtig. Das eine wie das andere ist ein must have unter wahren Multimilliardären, Nachweis von ansehnlichem Reichtum und Ausdruck eines Lebens auf allergrößtem Fuß. Aber es stellt auch das tägliche Brot für hochspezialisierte Werften und Zulieferbetriebe dar, schafft Arbeit in Design-, Konstruktions-, Projektmanagement- und sonstigen Büros, gibt Künstlern und Handwerkern zu tun, über Jahre hinweg. Auf die Spitze getriebene Technik, Vorstöße in unbekanntes Territorium sind das Übliche in dieser Industrie, in der deutsche, niederländische und italienische Unternehmen eine starke Rolle spielen.

          Bei Super-, Mega- und Gigayachten handelt es sich in aller Regel um Motoryachten. Privatschiffe, die als Hauptantriebsquelle den Wind nutzen, stellen eine Minderheit dar, derzeit etwa 16 Prozent. Trotzdem herrscht auch hier keineswegs Stillstand. Der jüngste Neuzugang heißt „Sea Eagle II“. Die ist zwar nicht die größte Segelyacht dieses Planeten, aber unter den großen eine der schönsten. Superlative hat „Sea Eagle II“ zudem zu bieten. Mit 81 Meter vom kerzengeraden Vorsteven bis zum Heck ist die nach Plänen des Konstruktionsbüros Dykstra Naval Architects – den Namen bitte merken! – und des Designstudios von Mark Whiteley entstandene Grazie die längste Aluminium-Segelyacht der Welt, wie die niederländische Werft Royal Huisman hervorhebt. Die ist für ihre Edelbauten mit Rümpfen aus Leichtmetall anstelle von Stahl bekannt.

          Möwenperspektive: Gut zu erkennen die Flybridge auf dem Dach des Aufbaus, ebenso die Mastbiegung. Die drei Masten des Schoners wurden jeweils in einem Stück laminiert. Bis zu 3552 Quadratmeter Segel können gesetzt werden. Bilderstrecke

          Ein offensichtlich zufriedener Huisman-Kunde, ein segelerfahrener Asiate, dem die Niederländer 2015 eine 43-Meter-Slup namens „Sea Eagle“ aushändigten, welche zuletzt für 18 Millionen Euro auf dem Gebrauchtmarkt auftauchte, hat sich längenmäßig nun verdoppelt. Die Konfiguration der drei Panamax-Masten eröffnet ihm die Möglichkeit, mit seinem modern gestylten Giganten, für dessen Betrieb 14 bezahlte Crewmitglieder eingeplant sind, den Panamakanal zu passieren, um vom Atlantik in den Pazifik hinüberzuwechseln.

          Panamax steht für das Maximum an Masthöhe für die Fahrt unter der Puente de las Américas hindurch. Die Durchfahrthöhe für diese Brücke an der Pazifik-Seite des Kanals beträgt bei mittlerem Niedrigwasser etwa 62 Meter. Die drei Karbonmasten der Yacht wurden vom Huisman-Schwesterunternehmen Rondal gefertigt. Mehr als 3500 Quadratmeter Segel kann der Kapitän per Knopfdruck und Joystick setzen lassen. Das ausgeklügelte, elektronisch gesteuerte System zur Bändigung der gewaltigen, von Doyle gelieferten Segel umfasst Rollanlagen für sämtliche Segel, 34 Winden sowie eine Karbon-Verstagung – alles mit Hilfe von in die Bauteile integrierten Lastsensoren überwacht, ebenso wie das elektrohydraulisch betätigte 1,25-Tonnen-Karbon-Ruderblatt, angeblich das größte der Yachtwelt. Die Winden für die Schoten der drei größten Segel sind für eine Zugkraft von 18 Tonnen ausgelegt. Fernbedient fährt ein Krähennest den mittleren Mast hoch. Dort lässt sich in arktischen Gewässern nach Treibeis Ausschau halten oder generell die Aussicht genießen.

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