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Elektrofahrzeug Ego Life : „Das Elektroauto ist ein Nischenfahrzeug“

  • -Aktualisiert am

Das ist er: Ego Life Kleinwagen Bild: F.A.S.

Der Elektroantrieb erlebt einen Aufschwung. Der Aachener Universitätsprofessor und Vorstandsvorsitzende der Ego Mobile AG, Günther Schuh, hat mit seinen Studenten das Elektrofahrzeug Ego Life zur Serienreife entwickelt.

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          Warum entwickeln Sie ein Kurzstreckenfahrzeug? In dieser Größenklasse gibt es Angebote, den Mitsubishi I-Miev zum Beispiel.

          Den Markt für Elektroautos gibt es. Die Autos sind nur zu teuer. Und es ist auf längere Sicht unmöglich, ein günstiges Elektroauto zu entwickeln, das die Reichweite eines Verbrenners hat.

          Der Ego wird also weder einen Wohnwagen ziehen noch ein Ferienfahrzeug für vier Personen werden?

          Den Elektromarkt wird es nur zusätzlich geben, wenn wir nämlich ein besonders günstiges Auto anbieten, von dem man von vornherein weiß, dass man es nur für Kurzstrecken nutzen kann. Ein echtes Stadtauto, das durch seine technischen Komponenten – allen voran die kleine Batterie – die Chance hat, einen vernünftigen Gegenwert zu bieten. Der ist bei einem Stadtauto, das man nur eingeschränkt nutzen kann, natürlich geringer. Allerdings kann unser Fahrzeug dafür so günstig sein, dass es für viele interessant wird, die überwiegend nur dieses Nutzungsprofil haben. Zum Beispiel als Familientaxi oder für Pflege- und Lieferdienste.

          Wie groß ist Ihr Markt?

          Nach unserer Rechnung gibt es in Deutschland einen jährlichen Markt von ungefähr 400.000 Neufahrzeugen dieser Art über die nächsten zehn Jahre. Die angesprochenen Nutzer würden mit der eingeschränkten Reichweite auskommen und werden durch den günstigen Preis angesprochen. Das ist der Unterschied zum Mitsubishi. Der hat auch keine große Reichweite, aber doch schon eine etwas größere als unser Fahrzeug. Aber er ist immer noch zu teuer.

          Wie viele Fahrzeuge würden Sie davon gern bauen?

          Wenn es sehr gut laufen würde, würden wir über die nächsten Jahre versuchen, unsere Kapazität bis auf 40.000 Fahrzeuge auszubauen.

          Aber Sie müssen den Antrieb noch einmal ändern, richtig?

          Bei Gesprächen mit unseren Kunden kam heraus, dass zwar viele den günstigen Preis von 15.900 Euro begrüßen, aber mehr Leistung und mehr Reichweite wünschen, um das Fahrzeug auch als Pendler nutzen zu können. Deshalb haben wir mit unserem Partner Bosch beschlossen, einen Life 20, einen Life 40 und einen Life 60 herauszubringen, und sind vom Niedrigvolt-Antrieb zu einer Hochvolt-Antriebseinheit mit 230, 280 und 380 Volt übergegangen. Mit dem Life 60, der über 60 kW verfügt, kann man für kurze Zeit 160 km/h fahren, wenn man auf der Autobahn überholen möchte. Zudem hat er eine Reichweite bis 150 Kilometer.

          Günther Schuh
          Günther Schuh : Bild: Edgar Schoepal

          Dann kommt man aber nicht mehr mit 16.000 Euro aus.

          Diese Version kostet 19.900 Euro und hat drei zusätzliche Batteriepakete mit insgesamt 23,9 kWh. Unsere Basisversion des Life 20 hat 14,9 kWh, und der Life 40 hat 17,9 kWh.

          Verwenden Sie eine Lithium-Ionen-Batterie, die aus Standardelementen zusammengesetzt wird?

          Ja, das ist eine übliche Batterie, mit Sony oder Panasonic-Batterierundzellen in einem gut erprobten Batterie-Paket von BMZ.

          Wie sieht es mit dem Lebenszyklus des Autos aus?

          Ein Elektroauto bietet besondere Chancen. Es fängt damit an, dass Bosch gar nicht in der Lage ist, einen Elektromotor zu bauen, der weniger als 100 Jahre hält. Das können wir nutzen und haben ein Chassis aus Aluminiumprofilen konstruiert, das auch 100 Jahre hält, der größte Teil der Verkabelung ebenfalls. Dieses Chassis wird weder weich, noch rostet es; das Aluminium bleibt, wie es ist. Um es nicht durch Leitfähigkeit empfindlich zu machen, wird es zum Schluss in einem Tauchbad nur passiviert und ist nicht lackiert. Es hat eigentlich fast direkt den Status eines Oldtimers, den man ewig pflegt. Prinzipiell kommt unser Auto irgendwann natürlich ins Recycling, wozu das reine Aluminium aber besonders gut geeignet ist.

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