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Stress mit dem Brose-Motor : Specialized kann nicht liefern

Mountainbike Levo von Specialized Bild: Appel

Immer wieder tauchen Berichte aus dem Fahrradhandel auf, bestimmte Elektro-Modelle seien nicht lieferbar. Nun trifft es aus technischen Gründen ein besonders exponiertes Exemplar.

          Die Elektromobilität kommt jedenfalls am Fahrrad offenbar schneller voran, als die Hersteller gedacht haben. Immer wieder tauchen Berichte aus dem Handel auf, bestimmte Modelle seien nicht lieferbar. Nun trifft es aus technischen Gründen ein besonders exponiertes Exemplar, das neue elektrische Mountainbike Levo von Specialized. Das Modell ist ein Aushängeschild der Amerikaner und auch von der Redaktion Technik und Motor sehr gelobt worden.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Aber es bringt die Händler zur Verzweiflung. Die nämlich haben Kunden, die seit Ende vergangenen Jahres auf ihr Rad warten, zum Teil Anzahlungen geleistet haben und keines bekommen. Specialized annulliere sogar Vorbestellungen, heißt es. Dem Vernehmen nach sind deutschlandweit 800 Aufträge offen, 300 davon habe der Hersteller für diese Saison schon unwiderruflich gestrichen. Nahezu unmöglich zu bekommen ist die gefragte Rahmengröße XL.

          „Ja, wir haben Lieferschwierigkeiten“, gesteht eine Sprecherin von Specialized auf Anfrage zu. Zum einen sei der Hersteller von der hohen Nachfrage nach dem zwischen 4600 und 11.300 Euro teuren Levo überrascht, zum anderen habe es Verzögerungen wegen eines Zulieferers gegeben. Welcher das ist, wolle sie nicht sagen, ebensowenig etwas zur Zahl offener Aufträge. Die Anlaufschwierigkeiten seien aber weitgehend überwunden, es kämen nun wieder Räder in den Handel.

          Wie von Verkäufern verlautet, ist das problematische Zulieferteil der in Berlin gebaute Antrieb des deutschen Herstellers Brose. Der an sich erstklassige und nahezu lautlose Motor habe in der frühen Serie wegen eines fehlerhaften Lagerversatzes zu heulen begonnen. Brose bestätigt auf Nachfrage, dass „einige wenige Exemplare des Hochleistungsantriebs Drive S Mag unseren Ansprüchen an die Akustik zunächst nicht gerecht wurden. Unsere Entwickler haben die Ursache analysiert und behoben. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, alle Antriebe auszuliefern und die erfreulich hohe Nachfrage zu bedienen.“ Brose beliefert mit diesem Motor neben Specialized auch die Marken BH, Bulls, Fantic und Hercules.

          Das vorliegende Beispiel ist, wenn auch ein besonders auffälliges, technisch womöglich ein Einzelfall. Gleichwohl kann sich die radfahrende Kundschaft offenbar nicht auf eine stabile Versorgung mit Elektromotoren verlassen. Die oftmals aus China stammenden Anbieter zeichneten sich bisweilen durch geringe Termintreue, schlechte Erreichbarkeit und sperriges Reklamationsmanagement aus, heißt es aus der Branche. Kommt dann noch hohe Nachfrage hinzu, geht auch der zahlungskräftigste Interessent leer aus. Das Segment der anspruchsvolleren Mountainbikes vollzieht gerade einen auffällig raschen Wandel. Noch vor zwei, drei Jahren galt ein Elektromotor daran als widersinnig, heute werden nach Angaben von Händlern rund 90 Prozent der Mountainbikes in der Preisklasse jenseits von 3000 Euro mit Elektromotor verkauft.

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