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Stadtrad von Momentum : Elektrifizierte Urbanität aus Großbritannien

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Das Momentum Electric Upstart sieht aus wie ein Singlespeed Bild: Pardey

Momentum bietet zwei Elektroräder für jeweils 1395 Euro an. Wir haben uns das puristische Stadtrad Electric Upstart näher angeschaut. Mehr E-Bike muss es wirklich nicht sein.

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          „About ME“, „Find ME“, „Contact ME“ so spielt die Menüzeile auf der britischen Website mit Worten und mit den Erwartungen der Surfer. Es ist aber kein Ich, das da lockt, sondern das Unternehmen Momentum Electric, das sich auch „Moving Everybody“ ausbuchstabiert, womit das Geschäftsziel twittermäßig kurz umrissen wäre. Die Briten bieten zwei Elektroräder für jeweils 1095 Pfund Sterling oder 1395 Euro an. Einen braven Tiefeinsteiger mit Namen „Model T“ samt Schutzblechen, Licht und Gepäckträger und das noch puristischere Upstart, um das es hier gehen soll. Die Briten haben es auf der Ispo Bike 2013 mit diesen Rädern beim Brandnew Award ins Finale geschafft. Und auch auf der Eurobike stießen diese, pardon, ziemlich simplen E-Bikes auf wohlwollendes Interesse. Es lässt sich nur nicht so einfach sagen, wo man sie hierzulande bekommt, wenn denn nicht mit dem Buy-Button auf der nur englisch sprechenden Webseite. Deren Händler-Suchmaschine findet für einen Frankfurter zwei Läden, und zwar in Hürth und in Leipzig. Ein Münchner Interessent wird nach Prag gewiesen.

          Das Upstart sieht auf den ersten Blick wie ein Singlespeed aus, kann aber natürlich nicht seinen hinter dem Sitzrohr plazierten 324-Wattstunden-Akkupack (36 Volt, 9 Amperestunden) in Lithium-Ionen-Technik verbergen. Dieser kommt wie der Front-Nabenmotor, das Ladegerät und wohl das ganze Fahrrad aus China. Dem Design der Betriebsanleitung nach zu schließen, ist sie die britische Zutat von sinistrem Humor: Das Titelblatt zeigt lauter einzelne Fahrradteile. Tatsächlich erreicht das Upstart seinen Besteller etwas weiter vormontiert: Man muss - mit dem mitgelieferten Einfachstwerkzeug - lediglich Sattelstütze, Vorbau und Lenker in die richtige Position bringen, die Pedale einschrauben und den Akkupack laden.

          Am besten fängt man damit an, denn das dauert schon seine vier Stunden, in denen der „Intelligent Charger“ von Wuxi Sanshi Electronics ordentlich warm wird. Die Anleitung der Chinesen ignoriert man besser, denn sonst bekommt man einen Schreck, weil die rote LED ständig leuchtet. Das ist jedoch kein Zeichen dafür, dass die Batterie beschädigt ist. Im Manual der Briten steht hingegen, dass das beim Laden die normale Anzeige ist.

          Im Kapitel „Before first use“ sieht es bildlich so aus, als müsse man den Akku im Fahrrad laden. Erst auf der Rückseite wird die Entnahme des 2,4-Kilogramm-Klotzes erläutert - verbunden mit den eindringlichsten Warnungen davor, den Schlüssel stecken zu lassen. Das ganze Rad wiegt mit Stahlrahmen, Laufrädern mit Alufelgen und Reifendimension 28-622, Tektro Seitenzug-Felgenbremsen und einer tempoabhängig schaltenden Zweigang-Automatik von Sram, aber ohne Schutzbleche, Gepäckträger und Licht 19 Kilogramm. Das ist für ein Elektrorad von 28-Zoll-Wuchs nicht viel. Apropos, es gibt nur die eine Rahmenhöhe 55 Zentimeter, von der die Briten kühn behaupten: „One Size fits all“. Einfach und unmissverständlich ist das Bedienteil am Lenker: Tasten für drei Unterstützungsstufen und eine Batteriestandsanzeige. 55 Kilometer weit soll der Akku reichen.

          So puristisch wie es aussieht, so frisch, so ursprünglich fährt sich das Upstart. Der Torque-Sensor verleiht ihm flotten Antritt, die Automatik tut, was sie soll. Kein Elektrorad für die lange Fahrt zur Arbeit, aber für die Fahrt von der Stadtwohnung ins Büro und nach der Arbeit noch ins Grüne ein angenehm jugendliches Elektromobil.

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