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Kunstpalast in Düsseldorf : Ist das Kunst oder heißt das Auto?

Star des Genfer Automobilsalons 1961, Symbol der Swinging Sixties: Jaguar E-Type Coupé, Produktionszeitraum 1961 bis 1974 Bild: Abbildungen aus dem Katalog zur Ausstellung

Eine Schönheitsgalerie der besonderen Art: Im Düsseldorfer Museum Kunstpalast stehen derzeit Sportwagen auf Sockeln, wie es sonst Skulpturen tun.

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          Der französische Künstler André Derain, ein früher Vertreter der Klassischen Moderne, sah das so: „Mein Bugatti ist schöner als alle Kunstwerke.“ Das zitiert Felix Krämer, der Direktor des Kunstpalasts in Düsseldorf, in seinem Vorwort zur Schau „PS: Ich liebe Dich“. Derain meinte euphorisch seinen Bugatti Type 43 aus den zwanziger Jahren. Das Museum aber hat sich für die Sportwagen der fünfziger bis siebziger Jahre geöffnet, um sie als Objekte des Designs zu würdigen - und damit in die Kunst- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts einzutragen.

          Rose-Maria Gropp

          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Es geht also um Ästhetik, jedenfalls um die Wahrnehmung von Schönheit. Während man sich über den satten Motorsound der Autos streiten mag, ist das Gespür ihrer Entwerfer für umwerfende Form gewordene Beschleunigung schwer zu leugnen. Dafür braucht man sich bloß den Lamborghini Miura P400 von 1966 anzuschauen, dessen flamboyante Gestalt gleich zwei der berühmtesten Designer für sich reklamieren, Marcello Gandini und Giorgetto Giugiaro (beide haben übrigens auch ganz harmlose, in der Alltagskultur verankerte Fahrzeuge entworfen, für Fiat, Alfa Romeo, Renault, Citroën oder den Golf I für VW).

          In unser aller Gedächtnis einer Bildgeschichte eingeprägt haben sich die wahren Sportwagen aber gleichsam Legenden, im Leben wie im Film. Darin liegt ihre andere, die tiefere psychologische Dimension, ihr unleugbarer Luxus: wie der Flügeltürer von Mercedes, den einst zum Beispiel Gunter Sachs fuhr; oder der Aston Martin DB5, der untrennbar zu James Bond gehört. Über die „Wahrheit des Sportwagens“ schreibt Niklas Maak hellsichtig im Katalogbuch zur Ausstellung: „Er ist kein Fortbewegungsmittel. Er ist eine romantische Maschine, die einen in ein anderes Leben katapultiert.“ Das lässt sich über die Kunst, die überdauert hat, genauso sagen - als Erfahrung, hier eben buchstäblich. Bequemlichkeit ist nicht die Devise, die Karosserie ist nur die halbe Erkenntnis.

          Design- und Handwerkskunst: Aston Martin DB4 GT Zagato, produziert von 1960 bis 1963 Bilderstrecke

          Mehr als zwei Dutzend Sportwagen, viele aus privatem Besitz, sind in Düsseldorf zu bestaunen. Wer die Preise kennt, die in Versteigerungen für sie bezahlt werden, ahnt die Passion, die sie in ihren Liebhabern wecken. Darin spielend vergleichbar mit Kunstwerken, sagen wir es so: herkömmlicher Bauart.

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