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Sommer im Boot : Wasserspaß ohne Führerschein

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Die Remus 450, 4,40 Meter lang, für 3990 Euro. Bild: Dieter Wanke

Vom Spaß auf dem Wasser träumen viele. Wer den haben will, muss weder Millionär sein noch einen Bootsführerschein besitzen. Kleine, günstige Boote kann jeder ohne Lizenz steuern.

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          Seit 2012 gibt es eine Sonderregelung für deutsche Binnen- und Küstengewässer, der zufolge Boote mit Motorisierungen bis 11 kW (15 PS) auch ohne Lizenz gefahren werden dürfen. Mit wenigen Ausnahmen jedenfalls. Ansonsten gilt: freie Fahrt, sofern Verbrennungsmotoren auf dem Gewässer erlaubt sind (siehe Kasten).

          In der führerscheinfreien Welt muss man sich längst nicht mit einem kleinen Schlauchboot begnügen. Auch größere Boote sind drin. Zwar werden dafür in der Regel stärkere Motoren empfohlen - doch man kann es ja auch langsamer angehen lassen. Wir haben es probiert und sechs erschwinglichen Modellen einen führerscheinfreien Außenborder angehängt. Bei der Auswahl, die aus einem Schlauchboot in Form des Mercury 320 Sport Enduro sowie fünf GFK-Booten - Remus 450 Open, Quicksilver Activ 455 Open, Bast Boat 480 Pilothaus Spectrum Cortina, Galia 485 Cruiser sowie als Flaggschiff die Galia 570 Open - bestand, können viele Geschmäcker und unterschiedlichste Budgets bedient werden. Viel Spaß auf dem Wasser ist gewährleistet.

          Das Schlauchboot: rasant, preiswert und irgendwann ungemütlich

          Mit dem Schlauch geht’s preiswert und rasant. Deshalb darf auch ein aufblasbares Boot wie das Mercury 320 Sport Enduro in der Palette nicht fehlen. Ein Schlauchboot hat viele Vorteile. In Kombination mit einem Außenborder wie dem Mercury F15 steht es ab 4443 Euro beim Händler und ist damit das erschwinglichste unserer Kandidaten. Motor und Boot bringen jeweils rund 60 Kilo auf die Waage, da müssen mindestens zwei Leute zupacken, um das gute Stück in den Kofferraum eines Kombis zu laden, denn da passt es auch rein. Verstauen lässt sich so ein schwimmender Untersatz in einer Garage oder im Keller. Nebenkosten für die Lagerung oder Gebühren für den Liegeplatz fallen also gar nicht an. Mit zwei Personen erreichen wir rasante 19,8 Knoten (36,7 km/h), was sich schon sehr schnell anfühlt.

          Allerdings bleibt auf der leichten Flunder der Komfort auf der Strecke. Auf längeren Touren wird es irgendwann ungemütlich. Wasserscheu sollte man auch nicht sein. Komfortabel werden Schlauchboote erst mit größeren Festrumpfversionen. Dann ist es aber auch vorbei mit dem einfachen Transport und der platzsparenden Lagerung.

          Auf dem Kunststoffboot ist Platz für die kleine Familie

          Deutlich komfortabler geht es auf Kunststoffbooten zu. Die können aber allesamt nur auf einem Anhänger transportiert werden, für den man je nach Boot zwischen 700 und 2000 Euro dazurechnen muss. Preisbrecher ist die Remus 450. Für den 4,40 Meter langen Flitzer verlangt der Händler 3990 Euro. Dazu kommt der mit Elektrostarter und Powertrimm etwas teurere Mercury F 15 ELPT für 3949 Euro. Samt Montage kann hier mit einem Gesamtpreis von weniger als 9000 Euro gerechnet werden.

          Dafür gibt’s dann aber Platz für die kleine Familie und etwas Fahrkomfort. Dank niedrigem Leergewicht von 300 Kilogramm ohne Motor kommt das Boot mit zwei Personen schon bei 11 Knoten (19,8 km/h) in die Gleitfahrt. Maximal erreichen wir 14,3 Knoten (26,5 km/h), was für die Motorisierung sehr ordentlich ist. Bis zu fünf Personen dürfen an Bord sein. Auf die Rückbank passen maximal drei Passagiere.

          Komfort kostet aber extra. Das gilt für die Reling ebenso wie für die Sitzpolster hinten oder die Bugpolster samt der Option, hier in eine Sonnenliege umwandeln zu können. Wer so viel Freude an der Sache hat, dass er einen Führerschein erwirbt, kann dann Motoren bis 37 kW (50 PS) an den Spiegel schrauben.

          Quicksilver Activ: schwerer, stabiler, langsamer

          Wer es etwas hochwertiger möchte, kann in diesem Segment zur Quicksilver Activ 455 Open greifen. Mit dem Mercury F15 sind dann aber schon 13 150 Euro fällig. Dafür gibt es ein solides Konsolenboot mit ähnlichem Layout, aber besserer Grundausstattung. Auch hier besteht die Option, im Bug eine gepolsterte Sonnenliege zu installieren. Mit zwei Personen schaffen wir aber nur Verdrängerfahrt bei 9,8 Knoten (18,1 km/h), denn das Boot ist mit 401 Kilogramm Leergewicht etwas schwerer und damit auch stabiler als die leichtere Remus. Deshalb sind hier auch Außenborder mit bis zu 44 kW (60 PS) zugelassen.

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