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Škoda Octavia : Das kann ins Auge gehen

Seit gut 20 Jahren ist der auf dem VW Golf basierende Octavia das Herzstück der tschechischen VW-Tochter. Bild: Hersteller

Er ist das Herzstück der tschechischen VW-Tochter. Nun frischt Škoda den Octavia auf. Der Basispreis liegt bei 17.450 Euro. In zwei Jahren soll ein Plug-In-Hybrid kommen.

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          Wo wäre Škoda ohne ihn? Seit gut 20 Jahren ist der auf dem VW Golf basierende Octavia das Herzstück der tschechischen VW-Tochter, seit 1996 sind mehr als fünf Millionen Einheiten der Kompakt-Limousine verkauft worden. Im vergangenen Jahren waren es rund 436 000 Exemplare, das sind gut 40 Prozent des Gesamtabsatzes von 1,127 Millionen Autos.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Škoda hat sich zum Ziel gesetzt, diese gute Million bis 2025 zu verdoppeln, bis dahin soll auch ein Viertel der verkauften Autos reine E-Fahrzeuge sein. Doch das ist noch ferne Zukunftsmusik. Helfen muss dabei auf jeden Fall der Octavia, der Anfang März in einer überarbeiteten Version auf den Markt kommt. „So viel Aufwand haben wir bei einem Facelift noch nie betrieben“, sagte Škoda-Chef Bernhard Maier bei der Premiere des Octavia vergangene Woche in Wien. Doch bei den Motoren tut sich fast gar nichts, der nächste große Schritt steht hier erst an, wenn die neue Generation des Octavia kommt. Das wird Ende 2019 sein, und dann bereichert auch ein Plug-in-Hybrid das Motoren-Portfolio. Spätesten für 2020 ist auch ein rein elektrischer Škoda versprochen. Im jetzigen Octavia gibt es wie bisher als einziges alternatives Triebwerk einen bivalenten Erdgas-Motor mit 110 PS, der auf dem Markt aber so gut wie keine Rolle spielt.

          Wirklich neu (und aufpreispflichtig) sind etliche Assistenzsysteme, und auch in Sachen Infotainment tut sich einiges. Bilderstrecke

          Was beim neuen Octavia auf Anhieb auffällt, ist sein neuer Blick. Vier Scheinwerfer schauen einen jetzt an, und im Netz und bei den Fans der Marke hat dies schon zu heftigen Diskussionen geführt. Nicht jeder mag das. Designchef Jozef Kaban sagte, man habe sich dazu entschlossen, um den Octavia unverwechselbarer zu machen und ihm eine deutlichere Position zwischen dem kleineren Rapid und dem größeren Superb zu verschaffen. Die Scheinwerfer vorn sind auf Wunsch auch in Voll-LED-Technik lieferbar, die LED-Rückleuchten wurden ebenfalls neu gestaltet. Das Interieur soll hochwertiger wirken und funktioneller sein, das Kombi-Instrument wurde leicht retuschiert. Es bleibt aber bei analogen Anzeigen, und die gute alte Handbremse ist auch noch an ihrem Platz. Als Option gibt es jetzt Lichtleiter in den Türen, deren Ambientelicht zehn Farbtöne beherrscht.

          Wirklich neu (und aufpreispflichtig) sind etliche Assistenzsysteme, und auch in Sachen Infotainment tut sich einiges. Premiere haben ein Anhänger-Rangier-Helfer, ein Notbremssystem auch für Fußgänger, ein Totwinkel-Warner und der „Rear Traffic Alert“ (Warnung beim Rückwärtsausparken vor Querverkehr). Beim Infotainment ist Škoda jetzt auf der Höhe der Zeit, das Top-Navigationssystem namens Columbus hat einen Monitor mit einer Diagonale von 9,2 Zoll; ein W-Lan-Hotspot und ein LTE-Modul sind möglich. Das neue Škoda Connect bietet unter anderem Apple Car Play, Android Auto und Mirrorlink.

          Gleichzeitig aufgefrischt werden die RS-Varianten und der Kombi - er war 2016 der meistverkaufte Kombi in Europa. An den Abmessungen ändert sich so gut wie nichts, es bleibt bei stattlichen 4,67 Meter Länge und dem Kofferraumvolumen von 590 (Schrägheck) oder 610 Liter. Der Kombi öffnet seine Klappe jetzt elektrisch, wenn der Kunde diese Option wählt. Das Motorenprogramm bleibt identisch, vier Benziner und vier Diesel (von 86 bis 184 PS) sorgen für den Antrieb der Vorderräder, hinzuzuzählen ist die Erdgasvariante mit ihren 110 PS. Alle Motoren erfüllen die Abgasnorm EU6.

          Der Einstiegspreis bleibt bei 17 450 Euro, der Kombi ist jeweils 870 Euro teurer. Bei den RS-Modellen (Diesel und Benziner, jeweils 2,0 Liter Hubraum) bekommt der Benziner 10 PS mehr Leistung auf jetzt 230 PS, der Diesel muss sich mit 184 PS bescheiden, hat aber mit 380 Newtonmeter ein um 30 Nm höheres maximales Drehmoment. Für den TDI und den 1.8 TSI ist Allradantrieb erhältlich. Neu ist die Antriebkombination mit dem 2.0 TDI (150 PS), Allrad und 7-Gang-DSG. Zu den weiteren Neuerungen zählt die optionale Dynamic Chassis Control. Die etwas höher gelegten 4×4-Scout-Modelle des Octavia kommen mit leichter Verzögerung auf den Markt. Allgemeine Premiere im Handel wird am Samstag, 4. März sein.

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