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Segelflug : Ein Himmel voller Dinos

  • -Aktualisiert am

Vor dem Start: Fluglehrer und Schüler Bild: Reinhold Wagner

Im Flugsport leben moderne Elektronik und Aerodynamik im Einklang mit uralter Technik. Das ist kein Zufall und sogar gut. Ein Tag auf dem Segelflugplatz, und du bist hin und weg.

          Segelflug wird gerne als lautlos gepriesen, und doch steht ein charakteristisches Geräusch am Anfang jeden Flugbetriebs. Und zwar das quietschende Rumpeln der Hallentore. Aus Metall oder Holz, ein paar Jährchen auf dem Buckel. Denn die knapp 400 Flugplätze und 270 Segelfluggelände in Deutschland eint, dass sie bis auf wenige Ausnahmen seit Jahrzehnten bestehen. Das mag man reiche Tradition nennen oder drückenden Stillstand, Tatsache bleibt die im weltweiten Vergleich enorme Flugplatzdichte besonders in Süddeutschland.

          Als Nächstes durchdringt ausgerechnet das Brummen eines Motors die Stille, als ein Auto ohne Nummernschild den Hangar verlässt. Es dient tagsüber als Zugmaschine fürs Bodenhandling motorlosen Fluggeräts. In der Halle haben die meist 15 bis 20 Meter Spannweite messenden Segler übernachtet und stehen ineinander verschachtelt in kunstvoller Ordnung. Dieses Flügelmikado bietet täglichen Diskussionsstoff beim Aus- wie Einräumen.

          Alternative zum Hangar wäre die Unterbringung in einem langen, weißen Anhänger. Alle Segler sind zerlegbar konstruiert, je nach Größe genügen dafür zwei bis vier Mann und rund 20 Minuten. Unsere gefiederten Freunde mit ihren natürlichen Klappflügeln genießen da eindeutig evolutionären Entwicklungsvorsprung.

          Mittlerweile herrscht an diesem sonnigen Spätsommertag eifrige Grüppchenbildung um jedes Flugzeug auf dem Vorfeld, es hat ein wenig was von Fahrerlager im Rennsport. Text und Bilder dieses Artikels behandeln einen Sonntag am Flugplatz Schwabach in Mittelfranken. Es könnte sich aber um jedes beliebige Flugfeld handeln - die Abläufe gleichen sich überall.

          Unterwegs im Aufwind: Hunderte Kilometer auf Strecke

          Fallschirme, frische Akkus fürs Bordnetz sowie ein Check aller Funktionen komplettieren die Vorbereitungen. Ambitionierte Piloten programmieren ihre Route in die Navigationscomputer und befüllen optimistisch die Flügel mit Wasser. Gut 100 Liter sollten es für einen Einsitzer schon sein. Das Mehrgewicht verschiebt den Geschwindigkeitsbereich des optimalen Gleitens nach oben und ermöglicht höheres Durchschnittstempo, wenn auch auf Kosten von Steigvermögen und Wendigkeit.

          Die Flugschüler wiederum scharen sich um eine ASK 21. Dieser Doppelsitzer gilt als Mädchen für alles, überzeugt mit gutmütigen Flugeigenschaften, erträgt Kunstflug von +6,5 g bis -4,0 g, und Könner fliegen damit 750 Kilometer lange Dreiecksstrecken in den Alpen. Gefertigt wird er wie jeder moderne Segler aus Faserverbundwerkstoffen, reflektierend weiß lackiert, um Festigkeitsverlust aufgrund heizender Sonnenstrahlen zu vermeiden. Beispielhaft für die langen Produktzyklen in der Luftfahrt baut Alexander Schleicher in Poppenhausen (Rhön) die ASK schon seit 1979. Einzige nennenswerte Modifikation war die Einführung einer eigenstartfähigen Version mit Klappmotor.

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