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Seat Leon ST Kombi : Die Laderampe als Laufsteg

  • -Aktualisiert am

Ein schöner Rücken: der Seat Leon ST als Kombi Bild: Hersteller

Seat bietet ab Ende November den Leon ST erstmals als Kombi an. Auch als Raumkreuzer wird der Leon ST nicht zum Spießer - und ist trotzdem praktisch veranlagt.

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          „Keine Kompromisse“ - wenn der neue Seat-Chef Jürgen Stackmann über den Leon ST spricht, dann macht er klare Ansagen: „Wir wollten zeigen, dass man sich bei einem Kombi in der Kompaktklasse nicht mehr zwischen sportlich und praktisch entscheiden muss, sondern künftig beides haben kann.“

          Das ist auch das mindeste, was die spanische VW-Tochtergesellschaft bieten muss, wenn sie Ende November ihr Erfolgsmodell in der Kompaktklasse zu Preisen von 16.640 Euro an erstmals auch als Kombi anbietet. Denn Stackmann weiß, dass Seat sehr spät in diese Nische startet und die Kunden nicht gerade auf die stolzen Spanier gewartet haben. „Doch pro Jahr hat dieses Segment in Europa ein Volumen von 500.000 Fahrzeugen“, sagt der Chef trotzig, „von diesem Kuchen wollen und müssen wir uns jetzt ein Stückchen abschneiden.“

          Dafür gibt Seat seine Markenwerte aber nicht preis. Der im Vergleich zum viertürigen León rund 1200 Euro teurere Leon ST wird auch als Raumkreuzer nicht zum Spießer, sondern macht die Laderampe zum Laufsteg und gibt den Schönheitskönig unter den Kistenschleppern: Spannend gezeichnet, muskulös geschnitten und perfekt proportioniert, sitzen die 27 Zentimeter mehr Heck wie angegossen und wirken nicht wie angestückelt.

          Ein Spagat zwischen Vernunft und Vergnügen

          Allem Pep zum Trotz gibt der 4,45 Meter lange ST durchaus den Praktiker: Schon bei stehender Rückbank bietet er ein Ladevolumen von 587 Liter und damit mehr als die meisten anderen Kombis in dieser Klasse. Mit zwei Griffen zu den praktischen Schnapphaken in den Flanken fällt die geteilte Rückbank um, und das Ladevolumen wächst auf bis zu 1470 Liter. Und wem das noch nicht reicht, der kann auch die Lehne des Beifahrersitzes umlegen und dann lange Ladung bis 2,60 Meter verstauen. Außerdem gibt es einen variablen Kofferraumboden, mit dem man wahlweise den Stauraum vergrößern oder die Ladefläche einebnen und ein blickgeschütztes Fach im Souterrain schaffen kann, in dem dann bei Bedarf auch die Kassette mit dem Gepäckrollo verschwindet.

          Er bietet ein Ladevolumen von bis zu 1470 Liter

          Den Spagat zwischen Vernunft und Vergnügen erkennt man auch unter dem Blech: Für die Vernunft stehen die geringe Gewichtszunahme von 45 Kilo und die mit 1233 Kilo leichteste Kombi-Karosse in diesem Segment. Und für das Vergnügen ein paar sportliche Extras wie die Progressivlenkung und die adaptive Fahrwerksregelung DCC, die erst mit dem ST in der Leon-Familie Einzug halten und den Charakter des Kombis auf Knopfdruck verändern: Eben noch brave Familienkutsche, wird Seat damit im Nu zum knackigen Kurvenfeger, an dem vor allem Papi seinen Spaß hat. Vorausgesetzt, man bestellt den richtigen Motor. Denn auch da bietet Seat eine breite Auswahl und spannt den Bogen über insgesamt fünf Benziner und vier Diesel von 86 bis 184 PS. Damit reichen dem sparsamsten Kombi 3,8 Liter, und der schnellste kommt auf 228 km/h.

          Zwar will Seat-Chef Stackmann mit dem ST vor allem bei der Konkurrenz punkten. Doch wird der Familienfreund auch in den eigenen Reihen Überläufer locken. Das erste Opfer stammt sogar direkt aus der Familie: Denn das bisherige Flaggschiff Seat Exeo ST (Basis alter Audi A4) wird dank des guten Platzangebots im Leon eingestellt.


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