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Roadster : Ein Traum von Wiesmann

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Ob oben ohne oder mit: schöne Formen Bild: Hersteller

Die kleinen aber feinen Autohersteller in Deutschland haben es nicht einfach. Doch jetzt beeindrucken die Manufaktur von Wiesmann mit dem MF3-Roadster und einem Ideenreichtum an Design: Von Ecken und Kanten keine Spur.

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          So richtig begeistern konnten die vielen Sportwagen nicht, an denen Friedhelm und Martin Wiesmann auf der Motor Show in Essen vorbeischlenderten. Zu kantig, zu verspoilert, zu emotionslos. Allenfalls die alten Exemplare aus den 50er und 60er Jahren ließen ihr Herz höher schlagen. Irgendwann fragten sich die beiden: Warum bauen wir eigentlich nicht ein eigenes Auto? Und ziemlich schnell herrschte auch Einigkeit darüber, was für eines. Ein Roadster sollte es sein, ein Zweisitzer mit nostalgischer Form, aber zeitgemäßer Technik. Das war 1985.

          Acht Jahre nach der ersten Idee, 1993, war es dann so weit: Ein erster Wiesmann-Roadster verlässt die Manufaktur in Dülmen. Einige in der Automobilbranche haben anfangs nicht geglaubt, dass Wiesmann über das Stadium der Entwicklung hinauskommt. Denn: Wie viele sind mit ihren Träumen schon an TÜV-Hürden, an der Finanzierung oder am Veto der Großkonzerne gescheitert, die ihre Technik nur in Ausnahmefällen kleinen Autobauern überlassen?

          Individuelle Zusammenstellung

          Technisch basiert der nur 3,86 Meter kurze Roadster auf einem Stahl-Gitterrohr-Rahmen. Die Karosserie besteht aus glasfaserverstärktem Verbundwerkstoff. Unter der Haube arbeitet ein BWM-Dreiliter-Reihensechszylinder mit 3,2 Litern Hubraum und 343 PS. Theoretisch wären damit Höchstgeschwindigkeiten von 255 km/h drin, doch ein Wiesmann-Roadster ist kein Ballermann. Erst recht nicht bei zurückgeklapptem Verdeck. Für viel mehr Freude sorgt das knackige und sehr direkte Fahrverhalten des Zweisitzers. Puristen kommen hier voll auf ihre Kosten und genießen es, wenn ihnen der Fahrtwind die Haare zerzaust. Preislich startet der Roadster heute bei 99.900 Euro.

          Schau mir in die Augen, Kleines!
          Schau mir in die Augen, Kleines! : Bild: Hersteller

          Nach zehn Jahren der Modellpflege erfolgten 2003 einige optische Detailverbesserungen, der Innenraum wurde aufgewertet, das Grunddesign aber blieb erhalten. Zur Philosophie des Hauses gehört nach wie vor, dass der Kunde sich seinen einzelgefertigten Wagen sehr individuell zusammenstellen kann. Das reicht, von welcher Art das Leder (400 Varianten) der Sitze sein soll, bis hin zur Farbe des Garns. Die Wiesmann-Manufaktur garantiert dabei exzellente Verarbeitung und feinste Technik aller Komponenten.

          Ein Kraftpaket

          Qualität, die sich in der Szene herumgesprochen hat. Inzwischen gibt es in ganz Europa über 600 Kunden, die den klassischen Roadster fahren, und mehr als 80, die vom ähnlich aussehenden GT fasziniert sind. Der geschlossene Gran Tourismo ist die zweite Baureihe, die Wiesmann 2005 auflegte. Ein Kraftpaket, 4,22 Meter lang, ausgestattet mit einem 4,8-Liter-V8 von BMW, 367 PS stark und 290 km/h schnell. Preis: ab 116.900 Euro.

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