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Renault Scénic : Einsicht mit Aussicht

  • -Aktualisiert am

Ende des Jahres kommt im neuen Scénic der erste Diesel-Hybrid von Renault. Bild: Martina Göres

Der neue Renault Scénic kommt sportlicher daher als sein Vorgänger. Er verfügt über viele Assistenzsysteme und hat den ersten Diesel-Hybrid von Renault.

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          Er hat vor 20 Jahren das Segment der Kompaktvans in Europa begründet - jetzt geht der Renault Scénic in vierter Auflage an den Start. Der 4,41 Meter lange Fünfsitzer ist vom 15. Oktober an zu Preisen von 19 990 bis 33 190 Euro im Handel, der im Vergleich zum Grundmodell 23 Zentimeter längere und 1300 Euro teurere Grand Scénic ist von Ende November an erhältlich. Die Langversion bietet knapp 200 Liter mehr Kofferraum und gegen 800 Euro Aufpreis eine dritte Reihe mit zwei zusätzlichen Einzelsitzen. Erstmals werden beide Varianten wahlweise auch von einem Diesel-Hybrid-System angetrieben.

          Der neue Scénic ist vier Zentimeter länger und drei Zentimeter niedriger als sein Vorgänger, er kommt nun sportlicher und, wie der größere Bruder Espace, ein wenig wie ein SUV daher. Besonders schick sieht er zweifarbig mit schwarz oder grau lackiertem Dach aus. Das ist eine Option für die zwei höchsten von vier Ausstattungen - Intens und Bose Edition. Das expressivere Styling und die in dieser Klasse ungewöhnlichen serienmäßigen 20-Zoll-Räder rücken den Scénic näher an die Cross­over-Modelle heran. Die klassischen Van-Qualitäten verleugnet der Scénic deshalb aber keineswegs. Die niedrigere Dachhöhe fordert allerdings ihren Tribut im Fond, hier stoßen Passagiere ab 1,75 Meter Größe oben an.

          Bicolor: Die Zwei-Farben-Lackierung wird zum Markenzeichen von Renault.
          Bicolor: Die Zwei-Farben-Lackierung wird zum Markenzeichen von Renault. : Bild: Renault

          Auf Variabilität im Innenraum wird wieder großen Wert gelegt. Das Gestühl im Fond - eine im Verhältnis 40 zu 60 geteilte Bank statt der bisherigen drei Einzelsitze - lässt sich um bis zu 16 Zentimeter längs verschieben. Der Beifahrersitz kann in den beiden höchsten Ausstattungen nach vorn umgelegt werden, dann finden Gegenstände bis 2,61 Meter Länge Platz (bis 2,85 Meter im Grand Scénic). Die Lehnen der zweiten und dritten Reihe lassen sich mit Knopfdruck aus dem Kofferraum oder über das Bordmenü flachlegen, der Boden wird topfeben. 506 bis maximal 1554 Liter Gepäck und damit 36 Liter mehr als bisher passen hinter die Heckklappe des Scénic, bis zu 1737 Liter sind es im Grand Scénic.

          Pfiffig sind die um 27 Zentimeter längs verschiebbare Mittelkonsole und die vier im Boden eingelassenen Staufächer. Alle Ablagen summieren sich auf 63 Liter, allein das gekühlte, ausziehbare Handschuhfach fasst gut elf Liter. Die in den beiden höchsten Ausstattungen serienmäßigen Klapptische im Fond mögen dem Nachwuchs gefallen, für größere Erwachsene entpuppt sich der mehrere Zentimeter dicke Kunststoff an den Rückseiten der Vordersitzlehnen aber als Kniegegner.

          Serienmäßiger Notbremsassistent mit Fußgängererkennung

          Im Gegensatz zum Vorgänger ist das Kombiinstrument wieder direkt vor dem Fahrer und nicht mehr mittig im Cockpit plaziert. Dort sitzt jetzt das Online-Multimediasystem. Alle Komfort-, Sicherheits- und Multimediafunktionen sowie die Fahrassistenten lassen sich über den 8,7 Zoll großen, im Hochformat eingebauten oder den querformatigen 7-Zoll-Touchscreen-Monitor steuern (Option). Der Scénic steht mit dem Espace und der Limousine Talisman auf der modularen CMF-Plattform (Common Module Family) und kann mit den Assistenzsystemen aus den größeren Modellen ausgestattet werden.

          Auf Variabilität im Innenraum wird beim neuen Scénic wieder großen Wert gelegt.
          Auf Variabilität im Innenraum wird beim neuen Scénic wieder großen Wert gelegt. : Bild: Renault

          Neu ist der serienmäßige Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, der zwischen 7 und 60 km/h aktiv ist und im Falle einer drohenden Kollision selbsttätig bis zum Stillstand abbremst, auch den Müdigkeitswarner gab es bisher nicht im Scénic. Multisense (beides Serie ab Intens) erlaubt die Wahl zwischen fünf Fahrmodi von Eco bis Sport, die zwar nicht das Fahrwerk, aber der Lenkwiderstand, das Ansprechen des Gaspedals, der Motorsound sowie die Farbe und Grafik der Instrumente ändert.

          Zwei Benzinmotoren mit 115 und 132 PS und drei Diesel mit einer Leistung von 110, 130 und 160 PS, allesamt Vierzylinder-Turbomotoren, sind zum Marktstart verfügbar (1,2 und 1,5 sowie 1,6 Liter Hubraum für die Diesel).

          Wir fuhren den jeweils stärksten Vertreter. Die ersten Probefahrten absolvierte der handgeschaltete Benziner mit 7,9 Liter auf 100 Kilometer. Der Diesel verlangte im Grand Scénic und mit Siebengang-DSG 6,1 Liter. Die Normwerte liegen bei 5,8 und 4,5 Liter. Der Scénic ist etwas agiler als der Grand, der sich dafür komfortbetonter zeigt. Kurvenräuber sind sie beide nicht. Ende des Jahres kommt im Scénic der erste Diesel-Hybrid von Renault. Er kombiniert den 110-PS-Diesel mit einem 10 kW starken Elektromotor, der nur unterstützt und den Verbrauch von 3,9 auf 3,5 Liter je 100 Kilometer reduzieren soll - rein elektrisch fahren kann man mit ihm nicht. Der Hybrid wird rund 1300 Euro teurer als der Diesel werden, von 2017 an soll er auch in den kompakten Mégane kommen.

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