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Renault Laguna GT : Lenken mit allen vier Rädern

  • -Aktualisiert am

Lenkhilfe von der Hinterachse: Im Topmodell der Laguna-Baureihe... Bild: Hersteller

Für sportliche Genießer: Renault startet einen neuen Versuch, mit dem Lenken der Hinterräder die Agilität und Wendigkeit eines Autos zu verbessern. Der Renault Laguna GT ist komplett ausgestattet und üppig motorisiert.

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          Eine Allradlenkung ist eine seltene Spezialität im heutigen Automobilbau. Verschiedene Versuche bei Mercedes-Benz und bei Mitsubishi oder Honda waren nie von längerer Dauer. Renault startet nun einen neuen Versuch, mit dem Lenken der Hinterräder die Agilität und Wendigkeit eines Autos zu verbessern. Vorbehalten ist das System dem Spitzenmodell der Laguna-Baureihe. Die Version GT für 32 000 Euro ist komplett ausgestattet und üppig motorisiert, 131 kW (178 PS) leistet der aufgeladene und mit Common-Rail-Technik direkteinspritzende Diesel.

          Technisch ist die Lenkung der Hinterräder ganz einfach umgesetzt. Die Achsschenkel der Hinterachse sind beweglich gelagert, eine daran befestigte Spurstange sorgt über ein elektrisches Getriebe für die Auslenkung der Räder. Sie können bis zu 3,5 Grad in beide Richtungen aus der Spur gebracht werden. Bei weniger als 60 km/h geschieht dies im Gegensinn zu den Vorderrädern, bei höherem Tempo gleichsinnig. In der Stadt kommt das dem Wendekreis zugute. Er ist verglichen mit den Versionen ohne Allradlenkung um 75 Zentimeter kleiner, 10,3 Meter genügen dem Laguna GT zum Wenden.

          Der Diesel stellt seine Kraft höchst kultiviert bereit

          Einparken und Rangieren wird spürbar einfacher. Bei höherem Tempo wirkt der Laguna anfangs etwas nervös, stellt sich aber nach näherem Kennenlernen als äußerst handlich und beinahe kurvengierig heraus. Der frontgetriebene Viertürer bleibt dabei stets mühelos kontrollierbar, die Spurstabilität gewinnt erheblich. Dank der angenehm unterstützten Lenkung bleibt das Gefühl für Traktion und Fahrbahn erhalten, der GT fährt sich sportlich und keineswegs wie eine immerhin 1614 Kilogramm schwere Limousine.

          ...sorgt die Hinterachslenkung für mehr Agilität und einen kleinen Wendekreis

          Der Diesel stellt seine Kraft höchst kultiviert bereit. Sanft setzt das Drehmoment bei etwa 1800 Umdrehungen in der Minute ein, schwingt sich gleich darauf zu seinem Spitzenwert von 400 Newtonmeter bei 2000/min auf und lässt erst bei knapp 4000/min nach. In 8,5 Sekunden beschleunigt der Selbstzünder den Laguna GT von 0 auf 100 km/h, 218 km/h zeigt der gut ablesbare Tacho bei Höchstgeschwindigkeit an. Den Normverbrauch von 6,5 Liter Diesel für 100 Kilometer (172 g/km CO2) zu verifizieren bedarf allerdings erheblicher Selbstdisziplin. Frühes Hochschalten und der Schaltempfehlung im Display zwischen den Rundinstrumenten Folge zu leisten ist dazu dringend empfohlen. Bei uns genehmigte sich der starke Diesel gut einen Liter mehr auf 100 Kilometer. Die Reichweite ist dank des 66-Liter-Tanks ordentlich.

          Metalliclackierung gehört zur Serienausstattung

          Die Bedienung des Renault ist einfach, nur das Tastenfeld für die Steuerung des Navigationssystems und der Audioanlage auf der Mittelkonsole liegt weit außerhalb des Blickfelds. Vorzügliche Sitze, gutes Raumangebot und tadellos arbeitende Bremsen sowie die leichtgängige und dennoch exakte Schaltung bescheren Momente des Wohl- und eines gesteigerten Sicherheitsgefühls. Die Federung dagegen ist zu hart, besonders auf langen Strecken mindert sie den Komfort.

          Die nahezu komplette Ausstattung der GT-Version gestaltet den Kaufpreis freundlicher. Als Extras müssen nur das Navigationssystem mit 1100 Euro und ein Glasschiebedach mit 900 Euro bezahlt werden. Selbst die Metalliclackierung gehört zur Serienausstattung. Dennoch wird der Laguna GT nicht zum Volumenmodell der Baureihe avancieren, sondern eine Spezialität für sportliche Genießer bleiben.

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