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Renault Clio : Jetzt darf man auch die Tür öffnen

Renault schickt seinen Bestseller Clio in fünfter Auflage ins Rennen. Bild: Hersteller

Renault erfrischt den Clio und streicht den Diesel. In den Handel gelangt der Clio im Herbst für 13.000 Euro.

          2 Min.

          In der Klasse der Kleinwagen ist einiges los in diesem Jahr. Peugeot führt den neuen 208 heran, bei der Schwestergesellschaft Opel reift der knackige Corsa. Und Renault schickt seinen Bestseller Clio in fünfter Auflage ins Rennen. Der trägt besondere Verantwortung für das Wohl und Wehe der Marke. Seit 1990 sind gut 15 Millionen Stück verkauft worden. Renault macht keinen Schnitt, die Designer entwickeln jedenfalls vom äußeren Erscheinungsbild her den noch als charmant erachteten Vorgänger nur behutsam weiter. Renault geht mithin einen anderen Weg als Peugeot, deren 208 fetziger auftritt.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Innen indes setzt der Clio zum Sprung an. Von Designvorstand Laurens van den Acker wird berichtet, er habe eines früheren Tages einen Schreck beim Öffnen der Türen einiger Modelle bekommen und daraufhin beschlossen, die Diskrepanz zwischen Außen und Innen zu eliminieren. Daran zeichnen und konstruieren sie nun, in Zoé und Clio und bald auch im Scénic ist das Ergebnis zu sehen.

          Die Anzeigen werden digital, der hochkant stehende und je nach Zuzahlungsbereitschaft 18 oder 23,6 diagonale Zentimeter messende Touch-Bildschirm führt in die heute üblichen Sphären des Infotainments. Die große Mittelkonsole engt an den Knien ein, hat aber praktische Talente und wirkt wie die eleganten Drehregler und Tasten aufstiegsorientiert. Dem Fahrer zur Seite stehen Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, adaptiver Tempomat, ein teilautonomer Helfer für staugeplagte Autobahnen, Totwinkelwarner und Verkehrszeichenerkennung sowieso.

          Mit 4,05 Meter ist der neue und stets als Viertürer angebotene Clio etwas kürzer als der bisherige. Bilderstrecke

          Mit 4,05 Meter ist der neue und stets als Viertürer angebotene Clio etwas kürzer als der bisherige. Lufthoheit vorn und Knieraum hinten legen gleichwohl zu, auch das Kofferraumvolumen steigt, auf 340 Liter nach VDA-Norm. Als Besonderheit offeriert Renault ein an persönlichen Vorlieben orientiertes System, das Multi Sense heißt und Auswirkungen auf das Ansprechverhalten von Lenkrad, Gaspedal und Gangwechsel hat. Letzteres nur, sofern das Doppelkupplungsgetriebe verbaut ist. Am Fahrwerk haben die Ingenieure auch ohne derartige Eingriffsmöglichkeiten mit Erfolg getüftelt, nach einem ersten Eindruck wirkt der Clio agil, aber frei von Nervosität. Erfreulich ist die stete Anwesenheit von LED-Scheinwerfern, die erhellende Momente versprechen und schlüssiger aussehen als die bisher etwas unbeholfen dreinblickenden.

          Einen Dieselmotor gibt es nur in Frankreich oder Italien, nicht in Deutschland. Hierzulande hat die öffentliche Debatte dem sparsamen Motor mit dem satten Drehmoment den Garaus gemacht. So startet der Clio an Rhein und Main mit vier Benzinern von 65 bis 130 PS, im Verlauf des nächsten Jahres soll ein E-Tech genannter Hybrid hinzukommen. Die Basis mit 65 PS aus einem Liter Hubraum und drei saugenden Zylindern mit fünf handsortierten Gängen erscheint vollumfänglich spaßbefreit. Die Version mit 73 PS wird unwesentlich fröhlicher sein, hier wie dort sind 95 Nm am Werk. Erst von 100 PS an darf ein Turbo beatmend beistehen, und die Maschine mit 130 PS ist die einzige mit vier Zylindern. Der E-Tech kombiniert einen 1,6-Liter-Benziner und zwei Elektromotoren, deren Akku 1,2 kWh Kapazität vorhält. Das genügt zum Unterstützen, mit Strom lassen sich allenfalls Kurzstrecken bewältigen. Renault teilt mit, der Teilzeitelektriker sei für die Stadt ideal, und verspricht eine Kraftstoffeinsparung von 40 Prozent gegenüber dem Benzinsolisten.

          In den Handel gelangt der Clio im Herbst um 13. 000 Euro. Den Kombi gibt es künftig nicht mehr.

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