https://www.faz.net/-gy9-qbwp

Reisemobile : Wenn zwei das gleiche tun, ist es nicht dasselbe

  • -Aktualisiert am

Wohlig warm mit der Diesel-Umluftheizung

Die Gasversorgung (2,8-Kilo-Flasche) erfolgt von einem Staufach im Heck aus. Das reicht zum Kochen, denn geheizt wird, wenn für 1265 Euro geordert, mit einer Diesel-Umluftheizung, die im Adria (von einem anderen Anbieter) 719 Euro kostet. Beide Fahrzeuge sind reichlich mit Lampen bestückt, es fehlt aber an Ablagen für die Hinterbänkler, und ein Plätzchen für einen Mülleimer wäre seitlich rechts am Küchenblock. Nachrüsten muß Weinsberg auch noch Feststeller für die Vorhänge. Der vor der Heckscheibe macht sich in Kurven gern selbständig und verdunkelt zur Unzeit. Zur Isolierung der Frontscheibe wird ein wattierter Stoff mittels Saugknöpfen am Glas befestigt. Beim Adria stört im Fahrerhaus, daß man nach dem Gurt immer im dort plazierten Vorhang tasten muß, der Stoff selbst ist zwar dünn, aber dicht und nach außen beschichtet.

Bett im Dachgeschoß

Um das Dach aufzustellen, löst man im 3Way links und rechts zwei Gurte und stemmt sich ordentlich gegen den Deckel, bis die Hebehilfe greift und das Obergeschoß entfaltet. Klettert man über die Fahrerhaussitze nach oben, kann man es sich auf einem Bett von immerhin 1,36 mal 1,90 Meter auf einer sehr dünnen, aber weichen Spezialschaummatratze gemütlich machen. Für Luft und Licht ist in Form von Fenstern im Dachstoff gesorgt, teils mit, teils ohne Mückenschutz. Durch die Zwangsbelüftung zieht es ordentlich herein, man stelle sich bei kühlem Wetter also besser nicht in den Wind. Beim Schließen des Dachs muß man darauf achten, daß der Stoff vorn nicht eingequetscht wird, dann fädelt man die beiden Gurte wieder ein und zurrt sie fest, fertig.

Die beiden seitlichen Schlösser am X-Cursion-Dach entriegelt man über einen zentralen Hebel und stemmt sich dagegen wie gehabt. Oben wartet eine dünne Matratze auf einem Lattenrost, zwei Fenster lassen Luft, eins nur Licht herein. Der Rost ist nach unten mit einer dünnen Plastikschale verkleidet, in der vorn eine Platte wie bei einem Schiebedach nach hinten geschoben wird, wenn man ins Dach klettern will. Das ist im Prinzip eine feine Idee, weil man nicht in das geraffte Stoffdach schaut. Aber diese beiden Plastikteile sind eine Quelle permanenter, katastrophaler Klapper- und Scheppergeräusche, so daß man potentiellen Kunden nur raten kann zu warten, bis Weinsberg eine bessere Lösung eingefallen ist. Uns hat es das Fahren im X-Cursion verleidet.

Zweites Minus für das Dach: Beim Herunterziehen faltet sich der Stoff mit Hilfe eingenähter Bügel zwar ordentlich nach innen zusammen (vorn muß man ihn händisch einziehen), aber dann schnappen die Schlösser nicht ein, selbst wenn man das Ganze ein wenig herunterfallen läßt. Wie bei einer Motorhaube faßte zwar der erste "Fanghaken", aber endgültig verriegeln konnten wir das Dach nur, indem wir mit voller Kraft von außen draufgedrückt haben, bis es hörbar einrastete.

Der Fahrkomfort im Trafic ist eher bescheiden, eben transportertypisch. Unbefriedigend ist das Lüftungsgebläse, das in der ersten Stufe fast wirkungslos und in der zweiten bereits zu laut ist. Der größere Diesel zieht ordentlich, mit dem 1.9 ist man ständig am Schalten im serienmäßigen Sechsganggetriebe, um ihn auf Drehzahl zu halten.

Wer fünf Plätze braucht, kommt am Adria 3Way Space mit seinem guten Preis-Leistungs-Verhältnis nicht vorbei, er bietet robuste Technik, aber wenig Staufächer. Für den Weinsberg sprechen der elegantere Möbelbau und der größere Schrankraum. Aber erst dann, wenn er ein klapperfreies, einwandfrei schließendes Dach hat.

Weitere Themen

Künstliche Geräusche für Elektroautos Video-Seite öffnen

Sounddesigner tüfteln : Künstliche Geräusche für Elektroautos

Elektroautos klingen nicht nach echtem Auto, erzeugen keine Emotionen, sagen Autonarren. Sie sind zu leise und deshalb gefährlich im Straßenverkehr, sagt die EU. Deshalb müssen neue Modelle nun bei geringem Tempo lauter werden. Mit künstlichem Sound!

Topmeldungen

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.