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Radschnellwege : Dem Fahrrad seine Trasse

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Kürzlich hat der Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main die Machbarkeitsstudie für einen Radschnellweg zwischen Frankfurt und Darmstadt vorgelegt. Durch geradezu ideales, weil praktisch völlig ebenes Gelände des jedoch stark für den Autoverkehr erschlossenen Ballungsraums soll die etwa rund 30 Kilometer lange Trasse aus dem Süden Frankfurts über Neu-Isenburg, Dreieich, Langen und Egelsbach und vorbei an Erzhausen nach Darmstadt-Wixhausen führen, um über Arheilgen Anschluss an die Innenstadt von Darmstadt zu finden. Die favorisierte Streckenführung ist die siedlungsnahe zweier untersuchter Varianten. Bei Vorstellung der Machbarkeitsstudie wurde geschätzt, unter Nutzung vorhandener Radverkehrsbauten könne der Schnellweg mit einem Aufwand von 8,5 Millionen Euro binnen zehn Jahren verwirklicht werden.

Das wohl ehrgeizigste Vorhaben ist der RS 1, der Radschnellweg Ruhr

Wenn man diese Verheißung mit Christine Fuchs, Vorstand der AGFS, der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen e.V., und mit Franz Linder vom Planerbüro Südstadt in Köln bespricht, ziehen die beiden zweifelnde Gesichter. Nicht etwa, dass ausgerechnet diese zwei etwas gegen Radschnellwege hätten. Aber Linder gibt zu bedenken, man müsse für einen einzigen Kilometer qualitativ hochwertigen Radschnellwegs Kosten zwischen 500 000 und zwei Millionen Euro veranschlagen - verglichen mit anderen Verkehrsbauten sei das wenig. Und Christine Fuchs schüttelt den Kopf: Zehn Jahre werden die fünf, vor knapp zwei Jahren in einem Wettbewerb ausgezeichneten Radschnellweg-Projekte in NRW nicht auf sich warten lassen. Im Einzelnen sind das in Ostwestfalen-Lippe die Verbindung zwischen Herford und Minden, der Schnellweg zwischen Köln und Frechen, die grenzüberschreitenden Schnellwege der Städteregion Aachen, die Verbindung von Neuss, Düsseldorf, Monheim und Langenfeld sowie der Radschnellweg Westliches Münsterland zwischen Isselburg und Coesfeld.

Diese fünf ausgezeichneten Projekte sind längst nicht alle Radschnellwege, die in Nordrhein-Westfalen auf den Weg gebracht sind. Das wohl ehrgeizigste Vorhaben ist der RS 1, der Radschnellweg Ruhr, der über eine Distanz von rund 100 Kilometern Duisburg - über Mülheim, Essen, Gelsenkirchen, Bochum und Dortmund - mit Hamm verbinden soll. Nordrhein-Westfalen ist auch nicht das einzige Bundesland, in dem an Radschnellwegen geplant und gebaut wird. Zwischen Kiel und Freiburg gibt es etliche Vorhaben, beispielsweise in Niedersachsen die Verbindungen Wolfenbüttel-Braunschweig, Garbsen-Hannover und Rosdorf-Göttingen. Die letzte wurde als ein Teilstück in Göttingen unter dem Namen „eRadschnellweg Göttingen“ realisiert. Die Nordrhein-Westfalen sind am weitesten, weil die fortgesetzte Lobby-Arbeit der AGFS schon länger zurückreicht. Und auf die kommt es entscheidend an, weil Politiker und Planer, von den Kommunen angefangen bis hinauf zur Landespolitik, zielführend miteinander vernetzt und motiviert werden müssen. Und weil es natürlich auch um Geld geht, hakt es schon hin und wieder. Wie sagte Franz Linder? „Es gibt keine Hurrastimmung, wenn die Kosten klar werden - umso wichtiger ist, die Vision und den Gewinn aufzuzeigen.“

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