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Probefahrt Seat Leon : Löwe auf dem Golfplatz

  • -Aktualisiert am

Seat könnte einmal mehr das Schaulaufen auf dem Golfplatz gewinnen. Bild: Hersteller

Seat bringt die vierte Generation des Leon und setzt auf den sportlichen Auftritt. Er ist nicht nur schöner geworden, schlauer, stärker und sparsamer.

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          Es ist nicht alles Golf, was glänzt: Wenn im Windschatten des neuen Massenmodells aus Wolfsburg nun auch die Konzerngeschwister ihre Kompakten lancieren, wird die Kaufentscheidung deshalb nicht eben leichter. Denn egal ob Golf, Audi A3, Škoda Octavia (siehe links) oder Seat Leon – sie alle nutzen als Basis den weiterentwickelten Teilesatz des MQB, sie alle bauen auf eine Palette modernisierter Antriebe, die vom Mild- zum Plug-in-Hybriden über CNG-Modelle bis zum neuen Twindosing-Katalysator für die derzeit saubersten Diesel reicht. Alle greifen in ein Regal für Assistenz und Infotainment, das voller ist als bei jedem anderen Volumenhersteller.

          Den Unterschied macht deshalb vor allem das Design. Und in Barcelona machen sie sich berechtigte Hoffnungen, dass Seat einmal mehr das Schaulaufen auf dem Golfplatz gewinnen könnte. Bislang war Ende April als Startpunkt für die vierte Leon-Generation geplant. Die Preise werden so um die 20 000 Euro beginnen. Der spanische Löwe tritt sportlich und selbstbewusst auf: Ein scharfer Blick, ein kesser Kühler, stramme Flanken und eine knackige Kehrseite – so sticht die Tochter ihre Mutter, sprich den Golf, bei einer Schönheitskonkurrenz aus.

          Wer sich hinters Steuer setzt, lernt schnell, dass das nicht nur reine Ansichtssache ist. Wie der Auftritt ist die Abstimmung lustvoller und leidenschaftlicher als bei den Niedersachsen, auf die Gefahr hin, damit ein paar konservative Gemüter zu verschrecken.

          Während die spanische Tochter nicht mit ihren feschen Reizen geizt, hält sie sich bei den inneren Werten bereitwillig an die Mutter. Genau wie der Golf ist der Leon deshalb immer online, navigiert mit permanent aktualisierten Karten, lässt sich mit dem Smartphone genauso vernetzen wie mit Alexa und tauscht sich mit den Fahrzeugen in der direkten Umgebung aus. Außerdem sagt Seat genau wie VW den Knöpfen im Cockpit den Kampf an und verbannt viele von ihnen.

          Die Preise werden so um die 20.000 Euro beginnen. Bilderstrecke

          Um die digitalen Instrumente und den großen Touchscreen gibt es kaum mehr Schalter und Taster, sondern berührungsempfindliche Bedienfelder. Das neue Bedienkonzept funktioniert beim Lichtschalter genauso gut wie beim Wählhebel des Getriebes, der ohne mechanische Verbindung mit den Ritzeln wie im Fall des Golf zu einem schmucken Stummel wird. Aber es hakt an der Klimaregelung, die jetzt auf Sensorflächen für die Fingerkuppen basiert und „Slider“ genannt wird. Denn was bei Tageslicht schon eine zugegeben sinnliche Fummelei ist, wird bei Dunkelheit zum Suchspiel, und es ist ausnahmsweise mal kein Lob, wenn einem dabei heiß und kalt wird. Da hilft auch die Ambientebeleuchtung nicht weiter.

          Angeboten wird der Leon vom Start weg mit einem breiten Motoren-Programm. Es gibt Benziner von 90 bis 190 PS, zwei davon mit 48-Volt-Technik und Startergenerator, es gibt einen neuen 2,0-Liter-Diesel mit 115 oder 150 PS, eine CNG-Version mit 130 PS und erstmals einen Plug-in-Hybrid mit einer Systemleistung von 204 PS und „bis zu“ 60 Kilometer rein elektrischer Reichweite. Und als wäre das noch nicht genug, scharrt schon die Sport-Tochter Cupra mit den Hufen. Sie hat einen Benziner mit 245 PS und einen weiteren Plug-in mit bis zu 310 PS in der Pipeline.

          Aber der Leon ist nicht nur schöner geworden, schlauer, stärker und sparsamer. Er wächst nach drei Generationen und mehr als zwei Millionen Einheiten auch im Format über sich hinaus, wenn auch nur moderat. Doch mit fünf Zentimeter mehr Radstand, neun Zentimeter mehr Länge und insgesamt nun 4,37 Meter kann man im Fond fortan deutlich besser sitzen. Bloß am Kofferraumvolumen von 380 Litern ändert sich nichts. Doch für rund 1000 Euro Aufpreis kann der Kombi namens ST bestellt werden. Der legt im Ladevolumen von 587 auf 617 Liter zu und sieht so gut aus, dass der Golf spätestens dann einpacken kann.

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