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Renaults Kleinwagen : Anschubhilfe für den Clio

Renault hat den Clio technisch aufgeladen. Bild: Hersteller

Renaults Clio kommt als Modell E-Tech mit elektrischer Unterstützung. Auf einer ersten Probefahrt im Vorserienmodell zeigte sich ein sanftes Zusammenspiel der Maschinenräume.

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          Der gemeine Kleinwagen ist unter Druck, vor allem von SUV knapper Außenlänge. Seat, Ford oder VW haben so etwas, Renault nicht. Deshalb kann es kaum schaden, den knuffigen Clio technisch ein wenig aufzuladen. Mitte des Jahres spendieren ihm die Franzosen elektrische Unterstützung, was ihn zum Vollhybrid macht. Laden an der Steckdose und weite Strecken unter Strom sind damit nicht möglich, wohl aber zusätzliche Anschubkräfte und hoffentlich ein gezügelter Verbrauch.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Der mit Elektromaschine und Startergenerator bestückte Clio E-Tech fährt stets elektrisch los, mit steigender Anforderung übernimmt der 1,6-Liter-Vierzylinder-Saugbenziner. Die Batterie mit 1,2 kWh Kapazität erlaubt im besten Fall drei Kilometer elektrische Fahrt, sie soll gleichwohl genügen, um im Haupteinsatzgebiet signifikante Vorteile ausspielen zu können. Im Stadtverkehr könne der Clio zu 80 Prozent elektrisch unterwegs sein, dortselbst seien bis zu 40 Prozent weniger Verbrauch möglich, verspricht Renault. 140 PS entwickelt das Ensemble. Der noch nicht homologierte Verbrauch soll mit einem CO2 Ausstoß unter 90 Gramm gemäß NEFZ-Zyklus korrespondieren.

          Auf einer ersten Probefahrt im Vorserienmodell zeigte sich ein sanftes Zusammenspiel der Maschinenräume. Dem ohne Kupplung schaltenden Getriebeverbund gelang das nicht immer, zuweilen ruckelt es im Vorwärtsdrang. Obwohl elektrisch unterfüttert, mangelt es der Antriebseinheit insbesondere im unteren Drehzahlbereich an Elan, zum Überholen wünschten wir uns mehr Leistung und vielleicht doch einen Turbolader. Die Energierückgewinnung indes ist den Renault-Technikern fein gelungen, sie erfolgt geschmeidig. Auch sind die Vibrationen des Verbrennungsmotors gut gezähmt, der Clio fährt angenehm. Der Bordcomputer wies 5,3 Liter Durchschnitt aus, aber wie gesagt, das ist ein Näherungswert, der zur Verifizierung einer längeren Testfahrt bedarf.

          Der mit Elektromaschine und Startergenerator bestückte Clio E-Tech fährt stets elektrisch los. Bilderstrecke

          Uns gefallen das Interieur des Clio und sein zeitloses Kleid, uns stört seine hohe Ladekante am auf 300 Liter geschrumpften Kofferraum. Über den Preis des E-Tech denkt Renault noch nach. Um 23.000 Euro stehen im Raum, das ließe einige Luft zu vollelektrischer Konkurrenz wie Opel Corsa oder Peugeot 208, für die 30.000 Euro auszugeben wären – freilich vor Subvention.

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