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Probefahrt Porsche Cayenne GTS : Scharf gewürzt und lecker in die Kurve

  • -Aktualisiert am

Der Cayenne GTS, er liegt in der Nomenklatur der Zuffenhausener auf dem zweiten PS-Rang hinter dem Turbo. Bild: Hersteller

Der neue Porsche Cayenne GTS bekommt wieder acht Zylinder. Ganz ohne Turbolader kommt jedoch auch der V8 nicht aus.

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          Was erfreut den Autoliebhaber mehr als der satte Klang eines V8-Motors? Vielleicht die Rückkehr eines solchen in seinen Lieblingswagen. Bei Porsche wird er nun auch in der leistungsstärkeren Klasse der SUV fündig. Der Cayenne GTS, er liegt in der Nomenklatur der Zuffenhausener auf dem zweiten PS-Rang hinter dem Turbo, bekommt nun wieder zwei Zylinder mehr und schöpft aus vier Liter Hubraum 460 PS. Er beendet damit die Phase des Downsizing mit hoher Aufladung und 3,6 Liter Volumen. 114.087 Euro kostet das mit Hingabe ausgestattete Gefährt. Viele der sonst aufpreispflichtigen Extras bekommt dieser Cayenne für eine bessere Abgrenzung zu den zahmeren Brüdern ab Werk mit auf den Weg.

          Klar zu erkennen ist der GTS an den außen wie innen großzügig verteilten Plaketten mit der Modellbezeichnung. Vor allem die Auspuffanlage mit auf Wunsch mittig plazierten doppelten Endrohren, die Leichtmetallräder im 21-Zoll-Format und die rot lackierten Sättel der Grauguss-Bremsanlage grenzen ihn zu den S-Modellen der Baureihe ab.

          Ganz ohne Turbolader kommt jedoch auch der V8 nicht aus. Die maßvolle Aufladung ist in Zeiten strenger Abgasregeln kaum entbehrlich und wird zur Steigerung der Abgasqualität benötigt. Hinsichtlich Leistung und Drehmoment hat der neue GTS im Vergleich zum Vorgänger um jeweils 20 Punkte zugelegt. Seine Drehmomentspitze von 620 Newtonmeter liegt bereits bei 1800 Umdrehungen in der Minute an und bleibt bis 4500/min konstant. Das reicht für eine Beschleunigung in 4,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Wer das Sport-Chrono-Paket an Bord hat, erledigt diese Übung 0,3 Sekunden schneller. 270 km/h zeigt der Tacho bei Höchstgeschwindigkeit an, das sind acht Kilometer mehr, als der Vorgänger schaffte.

          Er bekommt nun wieder zwei Zylinder mehr und schöpft aus vier Liter Hubraum 460 PS. Bilderstrecke
          Probefahrt : Porsche Cayenne GTS

          Vor allem aber gewinnt die Agilität durch das um zwei Zentimeter tiefergelegte Fahrwerk und das Torque-Vectoring, die den GTS in Kurven unfassbar schnell machen. Hierfür wurde die Abstimmung ebenso wie die adaptive Dämpferregelung sportlicher ausgelegt. Die Längsbeschleunigung beeindruckt nachhaltig, und die einsetzenden Fliehkräfte in den Kurven noch mehr. Kleinste Lenkradkorrekturen, so sie denn überhaupt sein müssen, zirkeln den Zweitonner mit höchster Präzision um die Ecken. Der Auspuffklang stimmt derweil den Schmähgesang auf die Deutsche Umwelthilfe an. Die wird sich ob der Verbrauchswerte des schweren Wagens, den auch umfangreiche Leichtbaumaßnahmen nicht unter die Zweitonnen-Marke drücken können, ohnehin nicht für den GTS begeistern. 11,4 Liter braucht der allradgetriebene Porsche für 100 Kilometer Fahrstrecke, das sind 260 g/km CO2. Ein Automatikgetriebe mit acht Stufen ist grundsätzlich mit von der Partie.

          Wie viele andere Extras gehören die passgenauen und lederbezogenen Sportsitze zur Serienausstattung. Dennoch finden sich in der Preisliste eine ganze Reihe von Positionen, die Begehrlichkeiten wecken und den GTS noch individueller und agiler werden lassen. Die Luftfederung gehört dazu, ebenso die Hinterachslenkung, die nicht nur den Wendekreis beim Rangieren verringert, sondern auch den Spurwechsel bei höherer Geschwindigkeit sicherer macht. Die aktive Wankstabilisierung unterbindet einerseits Karosserieneigungen in Kurven nahezu vollständig und steigert bei Bedarf den Federungskomfort auf der Langstrecke.

          Geht es um die Bremsen, bietet Porsche gleich zwei Alternativen zur Serienausstattung an. Entweder steigert eine Wolframcarbid-Beschichtung der Bremsscheiben das Ansprechverhalten und die Reibwerte. Oder der besonders sportliche GTS-Fahrer entscheidet sich für die überaus temperaturbeständige Anlage mit Keramik-Bremsscheiben und Aluminium-Bremssätteln für stets konstante Verzögerungswerte. Zur Wahl steht der schnelle Cayenne außerdem im schlankeren Coupé-Kleid, wofür 4400 Euro Aufpreis fällig werden.

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