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Probefahrt in der E-Klasse : Für Mercedes reine Formsache

Jungbrunnen in der Mitte des Lebens: Mercedes E-Klasse ab September Bild: Hersteller

Die E-Klasse ist jetzt wieder in überzeugender Form. Für eine erste Probefahrt wählten wir den neuen Vierzylinder-Benziner. Um 48.000 Euro beginnt derzeit die Preisliste.

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          Mercedes wird inzwischen zwar als Team wahrgenommen, das in der Rennserie Formel 1 sogar mit platten Reifen gewinnt und sein Geld mit SUV verdient, aber wenn sich bei der E-Klasse etwas tut, horchen trotzdem alle auf. Limousine und Kombi fahren seit je her im Herzen der Marke, Coupé und Cabriolet sorgen für den Schuss Extravaganz, und zusammen kommen sie auf 14 Millionen verkaufte Einheiten seit 1946.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Die zehnte Generation ist nun in der Mitte ihres Daseins angekommen, es ist also Zeit für eine umfangreichere Modellpflege. Dazu gehört die Erkenntnis, dass der Stern auf der Haube nicht mehr von zentraler Bedeutung scheint, er verschwindet in fast allen Versionen. Dafür trägt der im Kühlergrill immer selbstbewusster auf. Die flacheren Scheinwerfer sind fortan stets Voll-LED, und am Heck machen sich horizontale Linien an den neu geformten, gleichfalls mit LED bestückten Leuchten breit.

          Innen fällt vor allem das neue Lenkrad mit seinen Doppelspeichen auf. Es behält die kritisch diskutierten Touchpads, kann nun aber den Fahrer erspüren, wenn teilautomatisch gefahren wird. Hand auflegen genügt, um dem Computer Wachsamkeit zu signalisieren. Serienmäßig besitzen die neuen Modelle zwei 26 Zentimeter große Bildschirme, die zwecks Breitenwirkung nebeneinander angeordnet sind. Auf Wunsch sind dieselben mit 31 Zentimeter erhältlich. Die Anzeigen wirken bisweilen arg bunt und überfrachtet. Auch im an sich brillanten Head-up-Display werden mittlerweile neun Informationen gleichzeitig angezeigt, da wäre Diät angesagt.

          Für eine erste Probefahrt wählten wir den neuen Vierzylinder-Benziner. Bilderstrecke
          Probefahrt : Mercedes E-Klasse

          Zu den technischen Neuerungen zählen elektrifizierte Motoren als Otto und Diesel mit integriertem Starter-Generator (ISG), die nächste Generation Fahrassistenzsysteme sowie das Infotainmentsystem MBUX, das den Fahrer nun ungefragt duzt. Plug-in-Hybride gibt es auch sowie die Kombination mit Allradantrieb, wobei die Stufe im Kofferraum des T-Modell genannten Kombis leider geblieben ist. Erstmals erhalten auch Vierzylindermotoren als Diesel und Otto den ISG der zweiten Generation mit bis zu 20 PS zusätzlicher Leistung und 200 Newtonmeter mehr Drehmoment. Durch Rekuperation und die Möglichkeit, im Leerlauf zu segeln, sollen die Motoren durch Effizienz überzeugen. Serienmäßig ist die Technik zudem in den neu verfügbaren Sechszylinder-Ottomotoren. Diesseits der AMG-Boliden reicht die Leistung der Benziner von 156 bis 367 PS, die der nochmals aufwendiger gereinigten Diesel von 160 bis 330 PS.

          Für eine erste Probefahrt wählten wir den neuen Vierzylinder-Benziner, der im Herbst zunächst nur in Europa und nur in der Limousine als E 350 hinzustoßen wird. An ihm zeigt Mercedes, was die Ingenieure können. 272 PS plus 41 im Overboost zuzüglich 20 elektrische aus dem ISG ergeben eine Systemleistung, die nicht angegeben wird, aber allemal für souveräne Fortbewegung sorgt. Die E-Klasse fährt mit dem Ensemble keinen Meter weit elektrisch, sie nutzt die Energieträger zum Sparen und Spurten. Das Triebwerk läuft druckvoll und sanft, der Fahr- und Abrollkomfort ist vorzüglich, das dürfte ein Bestseller werden, sofern nicht Plug-in-Hybride den steuerlich gesteuerten Markt übernehmen. Mit welchem Motor auch immer: Die E-Klasse ist jetzt wieder in überzeugender Form. Um 48.000 Euro beginnt derzeit die Preisliste.

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