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Probefahrt Mercedes-Benz GLB : Wer A sagt, muss auch GLB sagen

  • -Aktualisiert am

Der GLB kommt als achtes Modell auf Basis der A-Klasse Mitte Dezember. Bild: Göres

Innerhalb der kompakten Mercedes-Baureihe übernimmt der Neuling die Rolle des funktionalen Vertreters. Der Einstieg gelingt mit einem kleinen 1,3-Liter-Motor.

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          Jeder dritte verkaufte Mercedes-Benz ist ein SUV, jeder vierte ein Kompaktmodell. Mit dem neuen GLB verknüpfen die Schwaben beide Erfolgsfaktoren und schließen gleichzeitig die Lücke zwischen GLA und GLC. Der GLB kommt als achtes Modell auf Basis der A-Klasse Mitte Dezember mit Front- und Allradantrieb zu Preisen von 37.747 Euro an auf den Markt. Das kantige Design des 4,63 Meter langen SUV erinnert an den größeren Bruder GLS. Innerhalb der kompakten Mercedes übernimmt der Neuling die Rolle des funktionalsten und dank des im Vergleich zur B-Klasse um zehn Zentimeter auf nun 2,83 Meter gestreckten Radstands auch des geräumigsten Vertreters. Die Frage, ob 4,63 Meter noch kompakt zu nennen sind, sollte aber gestellt werden.

          Luftig geht es im Innenraum zu, Kopf- und Kniefreiheit sind auch hinten gut. Gegen 428 Euro Aufpreis können die Rücksitze um 14 Zentimeter längs verschoben werden, die Neigung der Lehnen ist mehrstufig verstellbar. Hinter der auf Wunsch elektrisch aufschwingenden Heckklappe steht ein Gepäckvolumen von 570 bis 1805 Liter zur Verfügung. Wird der umlegbare Beifahrersitz geordert, können Gegenstände bis 2,66 Meter Länge transportiert werden. Als erstes kompakteres SUV von Mercedes lässt sich der GLB, der gegen VW Tiguan Allspace, Audi Q5 oder BMW X3 antritt, mit sieben Sitzen ausrüsten. Vor allem der chinesische Markt verlange danach, heißt es. Auf den zwei versenkbaren Einzelsitzen der dritten Reihe für 1320 Euro Aufpreis sind kleine Menschen recht gut untergebracht, Kurzstrecken halten auch mal größere Passagiere aus. Eine gewisse Gelenkigkeit muss für den Zustieg allerdings gegeben sein.

          Klare Linien dominieren den eigenständig gezeichneten Innenraum, Materialien und Verarbeitung sind auf hohem Niveau. Robust anmutende Rohrelemente in Aluminiumoptik unterhalb des Cockpits und in den Türen zitieren die rustikalen Haltegriffe der G-Klasse. Das mit der A-Klasse eingeführte digitalisierte Multimediasystem MBUX mit sieben Zoll großem Kombi-Instrument und berührungsempfindlichem Farbbildschirm ist serienmäßig, die digitalen Anzeigen im Cockpit mit zwei 10,25 Zoll großen Bildschirmen kosten 1535 Euro extra. Spurhalte- und Notbremsassistent sind immer an Bord.

          Das kantige Design des 4,63 Meter langen SUV erinnert an den größeren Bruder GLS. Bilderstrecke

          Dank verbesserter Kamera- und Radarsysteme kann der GLB bis zu 500 Meter weit vorausschauen und in bestimmten Situationen teilautomatisiert fahren. Serienmäßig wird der GLB aber nur mit Halogenschweinwerfern mit integriertem LED-Tagfahrlicht ausgeliefert. LED-Scheinwerfer gibt es für 988 Euro.

          Beim Fahrwerk setzt der GLB auf Stahlfedern und eine Mehrlenker-Hinterachse, auf Wunsch sind verstellbare Dämpfer lieferbar. Das mindestens 1,7 Tonnen schwere SUV liegt nach den ersten Eindrücken gut auf der Straße und fährt sich handlich, die Lenkung ist präzise. Die leistungsstarken Vier-Zylinder-Turbomotoren entsprechen weitgehend denen der A-Klasse, alle erfüllen die Abgasnorm Euro 6d. Den Einstieg markiert zunächst der GLB 200 mit 163 PS starkem 1,3-Liter-Benzinmotor. Er kommt grundsätzlich mit Frontantrieb und Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, alle anderen Triebwerke sind gleichfalls Vierzylinder und mit einem Acht-Gang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert, das uns auf den ersten Probefahrten besser gefallen hat.

          Der 2,0-Liter-Benziner mit 225 PS zu 44 857 Euro im 250 4Matic ist immer mit permanentem Allradantrieb kombiniert. Mitte nächsten Jahres wird die Antriebspalette mit einem 116-PS-Ottomotor nach unten hin abgerundet. Bei den Zwei-Liter-Dieseln stehen der 180d mit 116 PS für 37 771 Euro, der 150 PS starke 200 d für 39 258 – als 4Matic für 41 472 Euro – und der stets allradgetriebene Spitzendiesel 220d mit 190 PS für 44 601 Euro in der Preisliste. Im Mai folgt der AMG 35 4Matic mit 306 PS. Ein Hybridmodell wird es nicht geben, 2021 soll der batterieelektrische EQB kommen.

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