https://www.faz.net/-gy9-9sryr

Probefahrt Škoda Octavia : Der bessere Bruder?

  • -Aktualisiert am

Und so fuhr er als Erlkönig durchs Land: der neue Škoda Octavia Bild: Hersteller

Praktisch, pragmatisch und ohne Brimborium – so hat es der Škoda Octavia zum heimlichen Helden auf dem Golfplatz gebracht. Die nächste Generation kommt dem VW Golf noch näher. Wenn das mal nicht den Familienfrieden stört.

          4 Min.

          In Österreich ist er bereits das Auto Nummer Eins und bei uns führt er die Importwertung an – im Windschatten des VW Golf ist der Škoda Octavia zu einem Bestseller geworden, der zumindest als Kombi seinen Bruder aus Wolfsburg längst überflügelt hat. Und jetzt geht das Familienduell in die nächste Runde. Denn kaum hat die Muttergesellschaft die achte Generation ihres Dauerbrenners präsentiert, bereitet auch die Tochter die Premiere ihres wichtigsten Modells vor. Das wird spannend, glaubt Jan Burgard von der Strategieberatung Berylls in München: „Mit jeder Modellgeneration rückt der Octavia den Technikspendern von Volkswagen näher auf die Pelle.“ Das gilt allerdings nicht nur für Ausstattung und Qualität, sondern auch für eine andere Disziplin: „Eine Billigmarke ist Škoda längst nicht mehr, die Tschechen verlangen mittlerweile beinahe VW-Preise,“ sagt Burgard.

          Wie viel der neue Octavia kosten wird, will Firmenchef Bernhard Maier zwar noch nicht verraten. Doch was man für sein Geld bekommt, daraus macht er kaum mehr ein Geheimnis. Er ist so stolz auf die vierte Octavia-Generation der Neuzeit, dass er noch vor der offiziellen Weltpremiere am 11. November eine Handvoll Journalisten zu den sonst unter Ausschluss der Öffentlichkeit organisierten Abnahmefahrten bittet. 

          „Noch geräumiger, praktischer und sicherer als je zuvor. So macht Škoda mit der neuen Generation einen großen Schritt nach vorne“, gibt er den Takt vor und stempelt den Octavia zum Motor der Marke: In den vergangenen sechs Jahrzenten habe das Modell seinen Teil dazu beigetragen, dass sich Škoda so positiv entwickelt habe. Und so soll es weitergehen. Dabei baut Meier freilich vor allem auf die Möglichkeiten des Mutterkonzerns. Technik-Vorstand Christian Strube hat entsprechend tief in den Modularen Querbaukasten gegriffen, aus dem auch der Golf entstanden ist.

          Wie der Vetter aus Wolfsburg will der Octavia mit Motoren punkten, die bis zu 14 Prozent sparsamer und deutlich sauberer sind. So gibt es hier wie dort die ersten Benziner, die mit 48-Volt-Technik zu Mild-Hybriden werden, die Diesel stoßen mit doppelter AdBlue-Einspritzung bis zu 80 Prozent weniger Stickoxide aus, und, dem Golf sei Dank, bekommt der Octavia nun seinen ersten Plug-In-Hybrid, der bei Škoda genau wie bei VW in zwei Leistungsstufen angeboten wird. In der CNG-Technik ziehen beide ebenfalls am gleichen Strang und bieten den identischen Erdgas-Motor an.

          Wie der Vetter aus Wolfsburg will der Octavia mit Motoren punkten. Bilderstrecke

          Einen hohen Anteil an gemeinsamen Systemen gibt es zudem bei den elektronischen Errungenschaften vom digitalen Cockpit mit zwei Zehn-Zoll-Bildschirmen und einem Head-Up-Display über die LED-Matrix-Scheinwerfer und das Online-Infortainment mit eigenem Appstore bis hin zu den Assistenten, die nun auch beim Ausweichen helfen oder beim Öffnen der Tür nach Radfahrern und anderen Verkehrsteilnehmenr schauen.

          Obgleich Škoda im allgemeinen und der Octavia im besonderen dem VW-Konzern also zu verdanken hat, ist es weniger die Nähe zum Golf, die den Octavia ausmacht. Besonders gut ist der Škoda dort, wo er sich seinen eigenen Weg erlaubt. Die Form ist natürlich eine Frage des Geschmacks, zumal sie bei den Prototypen noch mit Folie kaschiert ist und man innen außer dem neuen Lenkrad mit nur noch zwei Speichen und eigenwilligen Bedienwalzen noch nicht viel erkennen kann. Doch mit seinem Format ist der Škoda der klare Sieger: In jeder Richtung nochmal ein paar Millimeter gewachsen, bietet er deutlich mehr Platz als die meisten Konkurrenten und alle Mitglieder der Wolfsburger Großfamilie. So kann man nicht nur unerreichte 630 Liter hinter der Heckklappe des nun 4,69 Meter langen Kombis verstauen, sondern auf der Rückbank auch als Erwachsener bequem sitzen.

          Weitere Themen

          Blitzer erkennt Handys am Steuer Video-Seite öffnen

          Sydney : Blitzer erkennt Handys am Steuer

          Wer in Australien am Steuer telefoniert, wird seit Sonntag geblitzt, denn Kameras erkennen Handys beim Fahrer. Damit soll die Zahl der Verkehrstoten über zwei Jahre um ein Drittel gesenkt werden.

          Topmeldungen

          Parteitag stimmt zu : Die SPD sagt vorerst Ja zur Groko

          Der Leitantrag zum Fortbestand der Großen Koalition findet auf dem Parteitag in Berlin eine breite Unterstützung: Die Genossen wollen ihre neuen Vorsitzenden stärken. Die sollen nun Gespräche mit der Union suchen.

          Merkel in Auschwitz : Die Bausätze des Hasses

          Die Lehre von Auschwitz lautet: Wehret den Anfängen! Schon die Vorgeschichte des Holocausts muss den Anhängern der freiheitlichen Demokratie daher eine Warnung sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.