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Probefahrt Škoda Octavia : Der bessere Bruder?

  • -Aktualisiert am

Spätestens wenn der nächste Winter kommt

Und dann ist da noch die Rubrik Simply Clever, in der sich schon wieder ein paar pfiffige Petitessen mehr finden, die oft gerade wegen ihrer Einfachheit beeindrucken. So simpel eine zweite, kleinere Tasche an der Rücklehne des Vordersitzes sein mag, so praktisch ist sie, wenn die Hinterbänkler darin ihre Handys verstauen können. Wer mal eine Dashcam benutzt und sich am Kabelsalat hinter der Scheibe sattgesehen hat, der wird sich über die USB-Schnittstelle am Dachhimmel freuen. Und spätestens wenn der nächste Winter kommt, ist der Schneebesen sinnvoll, den die Tschechen als Alternative zum allfälligen Regenschirm in das Staufach der Tür schieben.

Da der Altmeister auf Abruf, der immer als ein bisschen langweilig gilt, als verstaubt und vor allem als überteuert, dort der Aufsteiger aus Tschechien, der mehr Technik und mehr Platz für weniger Geld bietet und sich geschickt ein smartes Image gegeben hat – dieses Duell, das durch den nahezu parallelen Generationswechsel hier wie dort noch an Dramatik gewinnt, lenkt einmal mehr den Blick auf die schwierigen Beziehungen innerhalb der Wolfsburger Mehrmarken-Welt. Der Erfolg Škodas geht durchaus zu Lasten von VW, und Beobachter schreiben immer wieder von der schwierigen Abstimmung im Konzern. Mal droht den Tschechen deshalb angeblich eine Neupositionierung als Billigmarke, mal wollten die Auguren Anzeichen erkennen, dass Škoda aus der Zentrale zum Schutz der Kernmarke eingebremst wird.

Natürlich wird es zwischen Mutter und Tochter wie in jeder guten Familie auch mal knirschen. Doch spricht man die Manager der Marken auf die vermeintlichen Spannungen an, herrscht eitel Sonnenschein. Škoda-Chef Meier jedenfalls will von einem Zwist mit der Zentrale nichts wissen und sieht die Marke  eher als Bollwerk gegen die Koreaner denn als VW-Konkurrenten. Entwicklungsvorstand Strube kann sich über mangelnde Unterstützung aus der Zentrale nicht beklagen, so tief wie er für den neuen Octavia in den MQB greifen durfte. Und VW-Chef Herbert Diess hat gerade in einem Gespräch mit der Agentur Reuters klargestellt, dass Škoda keine Beschneidungen fürchten müsse. Im Gegenteil traue er der Marke das größte Wachstumspotenzial zu und wolle deshalb für ausreichende Produktionskapazitäten sorgen. Schließlich habe sich die Marke in den vergangenen Jahren zu einer stabilen Stütze für Umsatz und Rendite entwickelt, an der man an in der teuren Phase der Transformation nicht wackeln werde.

Analyst Burgard sieht denn auch kein großes Problem in der vermeintlichen Rivalität der Marken: Die Kundenloyalität nehme immer stärker ab. So habe Škoda tatsächlich die Chance, immer häufiger auch VW-Kunden zu gewinnen, so wie es VW auch bei Audi mache, sagt der Fachmann. Allerdings sei das kein Drama. „Das ist durchaus im Sinne der Volkswagen-Gruppe. Schließlich gilt es, die Neuwagenkäufer im Konzern zu halten.“ Das scheine zu funktionieren, sagt Burgard. Schließlich entfielen im vergangenen Jahr 23,8 Prozent aller europäischen Neuzulassungen auf VW-Marken.

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