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Probefahrt Generation VIII : Golft nach neuen Regeln

  • -Aktualisiert am

Golf VIII: Dass es keine elektrische Version mehr geben wird, ist schade. Bild: Hersteller

Die achte Generation des Erfolgsmodells von Volkswagen wird digital und elektrifiziert, aber nicht vollkommen elektrisch. Erste Probefahrt im Golf.

          5 Min.

          Noch im Dezember geht der achte VW Golf an den Start. Wenn das Lieblingsauto der Deutschen einen Generationenwechsel hat, ist es immer ein Ereignis. Dieses Mal geht es jedoch um mehr. Der Evergreen muss nicht nur gefallen, um gekauft zu werden, er muss auch erheblich dazu beitragen, die CO2-Emissionen der VW-Flotte zu verringern, um Strafzahlungen zu vermeiden. Die Lösungen dafür überraschen nicht.

          Rund 35 Millionen Exemplare hat Volkswagen bislang von Golf I bis VII gebaut. Seit 1974 ist der Golf die wichtigste Baureihe der Marke, er dominiert den deutschen Markt bei weitem und verkauft sich auch im Rest der Welt nicht schlecht.

          Gelungen ist ihm das mit einem funktionalen Konzept und gefälligen Proportionen. Auch wenn die neue Generation fast einen halben Meter länger und beinahe 500 Kilogramm schwerer ist als ihr Urahn vor 45 Jahren, der Golf ist immer noch in der Kompaktklasse unterwegs, die auch gern Golf-Klasse genannt wird. Dabei ist er das wohl klassenloseste Auto des Marktes. Egal, wer, egal, wo, mit dem Wolfsburger Blechkleid ist jeder überall gut angezogen, Rückschlüsse auf Geschmack und Status sind selten möglich.

          Vor allem aber die schlichte und klare Linienführung des Designs hat die Golf-Gemeinde stetig wachsen lassen. Immer war das Design von zurückhaltender Sachlichkeit geprägt, das ist bei der achten Generation nicht anders. Manche sprechen von Sinnlichkeit, wenn sie die stärker geneigte C-Säule am Wagenheck und die weiter nach unten gezogene Motorhaube vorn beschreiben. Andere sagen, das sei nun wirklich keine Revolution, sondern klammere sich zu eng an die bewährten Gestaltungsmuster. Aber ein siegreiches Team sollte nicht ausgewechselt werden, und so fährt VW gewiss gut damit, den Charakter des Golf zu wahren. Die Maße der achten Generation entsprechen quasi denen des Vorgängers. 4,28 Meter lang, 1,80 Meter breit und 1,46 Meter hoch ist er, der Kofferraum schluckt weiterhin 380 bis 1237 Liter.

          Während der Golf außen auf bewährte Linienführungen setzt, überrascht der Innenraum mit einer neuen Konfiguration der Schalttafel. Bilderstrecke

          Die augenfälligste Erneuerung beim Betrachten der Modellpalette ist das Fehlen der zweitürigen Versionen. Künftig gibt es ausschließlich vier Türen, auch der GTI, der wie andere Golf-Derivate im Lauf des kommenden Jahres eingeführt werden wird, verabschiedet sich von Klappsitzen vorn, die in falsch verstandener Sportförderung die Fondpassagiere trotz diverser mechanischer Hilfestellungen zu teils akrobatischen Einsteigemanövern gezwungen haben. Der Verkaufs-Anteil der zweitürigen Golf-Exemplare lag ohnehin nur noch bei zehn Prozent.

          Einige Varianten wird es nicht mehr geben. So segnet der Golf Plus das Zeitliche, die Version mit dem hohen Dach und Minivan-Charakter produziert VW auf Basis der siebenten Generation noch eine Weile weiter, sie wird jedoch in absehbarer Zeit auslaufen und nicht ersetzt. Auf der Strecke bleibt außerdem der E-Golf mit rein elektrischem Antrieb. Seine Rolle übernehmen künftig die Elektriker der ID-Familie, bei denen allein eine Batterie für die Energieversorgung zuständig ist.

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