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Probefahrt im Mercedes CLS : Auf Wunsch brachiale Schönheit

Der neue CLS konzentriert sich auf Kraft und Kultur der jüngsten Motorfamilie plus 48-Volt-Triebwerke mit EQ-Boost. Bild: Hersteller

Der neue Mercedes-Benz CLS kommt mit mehr Radstand und EQ-Boost. So mutiert der elegante CLS zum brachialen Sportwagen.

          Im März 2004 verblüffte der erste Mercedes-Benz CLS mit seiner verstörenden Eleganz die ältere Stern-Klientel und faszinierte junge Kunden, denen das viertürige Coupé in seiner zurückhaltenden Höflichkeit jedoch alsbald zu brav erschien. Die seit 2010 verkaufte zweite Generation wurde 2017 eingestellt, jetzt aber konzentriert sich der neue CLS auf Kraft und Kultur der jüngsten Motorfamilie plus 48-Volt-Triebwerke mit EQ-Boost, einer selbstbewusst bollernden AMG-Variante und einer Designsprache, die sich ohne Kanten, Brüche und harte Linien auf launige Proportionen und die Formen jener technischen Sinnlichkeit konzentriert, über die sich die Marke seit je definiert.

          Wolfgang Peters

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Vorerst starten drei Motorversionen von Mercedes-Benz und eine AMG-Variante. Allen gemeinsam sind die noch jungen Reihensechszylinder mit Vierventiltechnik, die Neungang-Automatik und der Allradantrieb 4Matic, womöglich werden Varianten mit reinem Hinterachsantrieb noch nachgereicht.

          Im Vergleich zur zweiten CLS-Generation sind die Außenabmessungen nahezu unverändert, beim Längenmaß werden nun 5001 Millimeter vermeldet, der Radstand streckt sich um weitere rund sieben Zentimeter auf das Komfortmaß von 2,94 Meter, und im Innenraum präsentiert sich die Rücksitzbank serienmäßig mit ausreichender Knie- und Kopffreiheit für bis zu drei Passagiere. Im flachen Kofferraum wartet ein Stauvolumen von rund 500 Liter.

          Im Vergleich zur zweiten CLS-Generation sind die Außenabmessungen nahezu unverändert. Bilderstrecke

          Einen Treibsatz mit V8-Kraft wie bisher wird es vorerst nicht geben, bei ersten Probefahrten haben wir angesichts überzeugender V6-Motoren nur die akustische Achtzylinder-Präsenz vermisst. Sportliche Leidenschaften signalisieren alle Motoren, die CLS kommen in knapp fünf bis sechs Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, der AMG schnellt sich in 4,8 Sekunden auf diese Geschwindigkeit, und 250 km/h sind möglich. Trotz oder gerade wegen der aktuellen Diesel-Diskussion werden zwei Selbstzünder-Versionen mit einem Hubraum von je 2,925 Liter angeboten: Der CLS 350 d 4Matic kostet ab 68 127 Euro, bietet 286 PS und ein maximales Drehmoment von 600 Nm bei 1200 bis 3200/min auf, sein Kraftstoffverbrauch kombiniert wird mit 5,6 Liter angegeben. Für 72 506 Euro kommt der CLS 400 d 4Matic mit 340 PS sowie dem Drehmoment von 700 Nm von 1200 bis 3200/min und einem Verbrauch von 5,6 Liter. 2,999 Liter Hubraum weisen die beiden Otto-Reihensechszylinder auf, und sie werden kurzzeitig beim Beschleunigen durch den sogenannten EQ-Boost mit 22 PS aus einem Elektromotor unterstützt.

          So mutiert der elegante CLS zum brachialen Sportwagen. Im 450er für 70 906 Euro gehen ohne Boost 367 PS ans Werk. 500 Nm werden schon bei 1600 bis 5500/min geliefert, 7,8 Liter sind der kombinierte Verbrauch. Der liegt dann beim CLS AMG 53 4Matic mit 8,7 Liter deutlich höher, aber der Motor klingt auch so, nämlich deutlich fetter und dominierender, für die Benziner gibt es 66-Liter-Tanks (Diesel 50 Liter).

          Einen exakten Preis für den AMG-CLS gibt es noch nicht, aber wir kalkulieren mit 100.000 Euro, ein paar Extras sind da schon dabei. Natürlich auch etliche Assistenten mitsamt der Möglichkeit des teilweise automatischen Fahrens und der digitalisierten Darstellung der Instrumente, deren Fülle und Detailfreude man gar nicht genug Aufmerksamkeit schenken kann. Nur die Schönheit kostet nichts extra.

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