https://www.faz.net/-gy9-a6s16

Probefahrt Ford Mustang Mach E : Der elektrische Reiter

  • -Aktualisiert am

Anfang nächsten Jahres kommt der elektrisch angetriebenen Mustang Mach E. Bild: Ford

Ford hat mit dem Mustang Mach E vor allem den VW ID 4 und das Tesla Model Y im Blick. Das elektrische Wildpferd ist fahrdynamisch, ungeachtet seines Gewichts von mindestens zwei Tonnen.

          2 Min.

          Auch Ford setzt auf Strom und bringt Anfang nächsten Jahres den elektrisch angetriebenen Mustang Mach E. Mit langer Haube, Mustang-Logo am Grill und dreiteiligen Rückleuchten nimmt der bullige Wagen zwar Designanleihen an dem berühmten Pony-Car. Der 4,71 Meter lange und 1,62 Meter hohe Mach E ist aber kein Sportwagen, sondern ein stattliches Crossover-SUV mit sportlicher Ausprägung. Fünf Personen kommen gut unter, auch wenn wir angesichts des üppigen Radstands von 2,98 Meter mehr Platz erwartet hätten. Hinter die Heckklappe passen 402 bis 1420 Liter Gepäck. Praktisch und bereits aus dem Ford Puma bekannt ist das 81 Liter fassende Kunststoff-Staufach mit Wasserablauf unter der Fronthaube, das nasse Badesachen oder schmutzige Sportschuhe aufnimmt.

          Neben dem VW ID 4 nimmt der coupéhafte Viertürer vor allem Teslas Model Y ins Visier. Auch im Mustang dominiert ein riesiger, hochkant stehender Touchscreen, über den die meisten Funktionen gesteuert werden, den Innenraum. Ein Drehknopf im unteren Teil des 15,5 Zoll großen Bildschirms regelt die Lautstärke des Infotainmentsystems, während ein schmales Display vor dem Lenkrad die wichtigsten Informationen während der Fahrt anzeigt.

          Das reduzierte Ambiente wirkt modern, die Materialanmutung in dem umfangreich ausgestatteten Elektro-Mustang ist gut. LED-Licht, Zwei-Zonen-Klimaanlage, Navigation, Rückfahrkamera, adaptiver Tempomat mit Staufunktion und induktive Ladeschale für Smartphones sind immer an Bord, gegen Aufpreis sind Bang & Olufsen-Soundanlage oder Panoramaglasdach lieferbar.

          Der 4,71 Meter lange und 1,62 Meter hohe Mach E ist kein Sportwagen. Bilderstrecke
          Probefahrt : Ford Mustang Mach E

          Der Mustang Mach E kann mit Heck- oder Allradantrieb, mit flach zwischen den Achsen plaziertem 75- oder 99-kWh-Lithium-Ionen-Akku und, in Abhängigkeit von der Batteriekapazität, in je zwei Leistungsstufen geordert werden. Die 46 900 Euro teure Standardversion mit kleiner Batterie liefert schon 269 PS, in Kombination mit dem großen Akku leistet der Elektromotor 290 PS. Die beiden Allradvarianten mit einem zweiten Motor an der Vorderachse kommen auf 269 und 346 PS sowie 580 Nm Drehmoment. Die meisten Kunden werden sich wohl für das 54 000 Euro teure SUV mit Heckantrieb und großer Batterie entscheiden, das eine theoretische Reichweite von bis zu 610 Kilometern verspricht, schätzen die Ford-Strategen. 400 Kilometer sind es in Verbindung mit Allradantrieb und 75-kWh-Akku. Die 100-km/h-Marke wird nach 5,3 bis 7,0 Sekunden erreicht, das Tempo bei 180 km/h begrenzt. Der Stromverbrauch ist mit 17,2 bis 19,5 kWh je 100 Kilometer angegeben. Für Ende nächsten Jahres hat Ford den bis 200 km/h schnellen Mustang Mach E GT mit 465 PS und 830 Newtonmetern angekündigt.

          Die präzise Lenkung und das agile Fahrwerk haben die Ingenieure speziell für Europa abgestimmt, entsprechend fahrdynamisch ist das elektrische Wildpferd, ungeachtet seines Gewichts von mindestens zwei Tonnen. Sportlich ambitionierte Fahrer werden nicht enttäuscht. Dass auch der Komfort nicht zu kurz kommt, bewies das stärkste Allradmodell für 62 900 Euro auf einem ersten Ausritt auf der Ford-Teststrecke im belgischen Lommel, wo auch schlechte Wegstrecken und Kopfsteinpflaster souverän ausgebügelt wurden. Auf den abschaltbaren, künstlich erzeugten Motorsound könnten wir verzichten. Zwei Ladekabel gehören zum Serienumfang eines jeden elektrischen Mustangs. An einer Schnellladesäule mit 150 kW kann unter normalen Umständen innerhalb von zehn Minuten Strom für bis zu 120 Kilometer nachgeladen werden.

          Weitere Themen

          Der Polestar 2 Video-Seite öffnen

          F.A.Z.-Fahrbericht : Der Polestar 2

          Der Polestar 2 wird gern als Tesla- Jäger bezeichnet. Ob sich der Kauf aber wirklich lohnt erfahren Sie in unserem F.A.Z.-Fahrbericht.

          Camping Light

          Crosscamp von Hymer : Camping Light

          Nach jahrelanger Abstinenz vom Markt der Freizeitfahrzeuge kommt jetzt wieder ein Opel zum Einsatz. Das Camping-Mobil Crosscamp bleibt deutlich unter dem Preisniveau eines VW California.

          Topmeldungen

          F.A.S.-Umfrage : Geht auch der Staat ins Homeoffice?

          Die Unternehmen sollen ihre Mitarbeiter nach Hause schicken – und was macht die öffentliche Verwaltung? Wir haben nachgefragt.

          Abgang aus der Politik : Merkels Plan für Merkel

          Die Kanzlerin nennt es faszinierend, Politik nicht planen zu können und morgens nicht zu wissen, wie der Abend aussieht. Nur für ihren eigenen Weg hat das nie gegolten. Warum ihr geplanter Abgang funktionieren könnte.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.