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Ferrari SF90 Stradale Hybrid : 1000 PS aus einem V8 und drei E-Werken

  • -Aktualisiert am

Der neue Ferrari SF90 Stradale Bild: Hersteller

Ferrari bringt wieder einen Sportwagen der Superlative. Der SF90 Stradale ist der erste Hybrid der Marke. Auch wenn der Preis ab 418.000 Euro beginnt, ist das Auto für mehr als zwei Jahre ausverkauft.

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          Der erste Ferrari mit Frontantrieb? Dem schon nach 25 Kilometern die Puste ausgeht? Fans der Marke kann das nicht schockieren. Im Gegenteil. Sie wissen, dass erst nach der lautlosen, von einer elektrisch betriebenen Vorderachse initiierten kurzen Schleichfahrt im neuen Ferrari SF90 Stradale das würdige Unterhaltungsprogramm beginnt. Und was für eins. Ferrari bringt nach dem Enzo im Jahr 2002 und dem La Ferrari von 2013 mit dem SF90 Stradale wieder einen Sportwagen der Superlative. Und den ersten Plug-in-Hybriden der Marke. Erstmals singt im Topmodell kein Zwölfzylindermotor, sondern das aus California T, 488 GTB und F8 Tributo bekannte, optimierte V8-Biturbo-Aggregat. Zusammen mit drei Elektromotoren, von denen zwei die Vorderachse antreiben, können bis zu 1000 PS bereitgestellt werden. Sie treiben den 1570 kg leichten Renner zu atemraubenden Fahrleistungen.

          Das Herzklopfen beginnt mit Griff zum Multifunktionslenkrad. Es ist gespickt mit Dreh-, Wipp-, berührungsempfindlichen und rollbaren Schaltern, einem Touchpad zur Steuerung von Menü-Funktionen. Dahinter ein Panorama-Cockpit mit gewölbtem 16-Zoll Bildschirm, der erst über die Berührung des Start/Stopp-Feldes im unteren Bereich des Lenkrades zum Leben erwacht. Im Zentrum der riesige Drehzahlmesser, dessen Grafik wir aus der analogen Ferrari-Welt kennen.

          Fuß aufs Bremspedal und das Start-Pad ein zweites Mal berühren: Elektrische Ströme fließen, im Display steht READY, zu hören ist nichts. Mit leichtem Gasfuß zockelt der SF90 elektrisch los, tritt man beherzt zu, springt den beiden E-Motoren an der Vorderachse das im Nacken sitzende 4,0-l-V8-Aggregat samt integrierter E-Maschine zur Seite. Jetzt treibt Ferrari-Fahrdynamik, Ferrari-Sound, Ferrari-Lebensgefühl den Blutdruck. Harmonisch und unterhaltsam arbeiten die Systeme zusammen. Portioniert wird die Kraft des Verbrenners durch ein neues Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe von Getrag.

          Den erste Plug-in-Hybride der Marke Bilderstrecke

          Den Wagen in 2,5 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und in 6,7 Sekunden auf 200 km/h zu katapultieren, erspart den Besuch beim Gesichtschirurgen. Für Sekunden bügelt die Wucht des Antritts Falten glatt. Während der Elektromotor zwischen Verbrenner und Getriebe bis zur Höchstgeschwindigkeit von 340 km/h boostet, schalten die beiden E-Motoren vorn bei 210 km/h ab. Denn darüber werden keine engen Kurven genommen, die des Torque-Vectorings bedürften.

          Doch es ist nicht allein die kumulierte Maximalleistung von 1000 PS, die begeistert. Vielmehr beeindruckt das blitzartige Ansprechen des Antriebsstrangs, bereits während die Turbolader noch mit Druckaufbau beschäftig sind. Da zwei E-Motoren beide Vorderräder unabhängig voneinander beaufschlagen, profitiert der SF90 von herausragender Spurstabilität bis in extreme Fahrzustände durch echtes Torque-Vectoring. Das präzise Herausbeschleunigen aus Kurven zu bewerten, fehlen die Worte. Nur ein inhaltsschweres „Wow“ rutscht über die Lippen.

          Der Preis erschreckt nur Fans nicht, wie die Liste der Vorbestellungen lehrt. Der zum 90. Jahrestag der Scuderia Ferrari aufgelegte und in wenigen Monaten zu erwartete SF 90 ist erstmals nicht auf eine Kleinserie beschränkt. Er sei für mehr als zwei Jahre ausverkauft, heißt es. Mindestens 417.890 Euro müssen Kunden in Deutschland anlegen. 48.790 Euro zusätzlich sind für die leichtere Variante Assetto Fiorano mit feststehendem Kohlefaser-Heckspoiler fällig. Für dieses Modell haben sich bisher 50 Prozent der Kunden entschieden. Vielleicht auch, weil es nicht so brav daherkommt.

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