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Erste Probefahrt Corvette C 8 : Ins Zentrum der Acht

Mehr denn je Ferrari oder McLaren im Blick: Die neue Corvette mit Motor hinter dem Fahrer Bild: Chevrolet

Die Corvette verabschiedet sich von traditionellen Genen und sticht in neue Sphären vor. Mit Mittelmotor und Doppelkupplung sind jetzt Ferrari oder McLaren im Blick.

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          In Zeiten einiger Veränderung wäre es schön, es gäbe ein paar Konstanten. Eine Corvette mit bulligem Motor vorn, unerschütterlich blubbernder Geradeausfahrt von New York bis San Francisco und gewissen Herausforderungen in Kurven. 67 Jahre und sieben Generationen lang ging das gut, aber jetzt meint Chevrolet, es sei Zeit für einen Bruch mit der Tradition. Das ist fast so, als baue Ford seinen Dauerbestseller, den Pick-up F 150, als Elektroauto. Wobei, Ford tut genau das. Und Chevrolet tut es auch.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          In Nummer acht arbeitet das Triebwerk in der Mitte direkt hinter Fahrer und Beifahrer, was mehrere Effekte zur Folge hat. Hecklastige 60 zu 40 beträgt jetzt die Gewichtsverteilung. Die C 8, noch immer mit dem Zusatz Stingray, zeigt andere Proportionen, sie duckt sich über die leider kupierte Haube und zieht das Heck straff nach. Die Designer geben sich keine Blöße, der Sportwagen sieht rassig aus, aber eben nicht mehr unverwechselbar nach Corvette. Vielmehr kommen dem Beobachter jetzt mit Macht Ferrari, McLaren oder Lamborghini in den Sinn.

          Dies freilich auch während der Fahrt, die von neuer Präzision geprägt ist. Die Lenkung führt zielsicher an den anvisierten Punkt, Kurven werden Freunde, das Auto liegt enger am Körper als je zuvor. Das ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn der Innenraum ist derart eng geschnitten, dass die Frage bleibt, wo all das Volumen hinkonstruiert wurde. Fahrer und Beifahrer trennt eine wuchtige Mittelkonsole, auf der eine Batterie an Tasten auf zitterfreie Berührung wartet, was insbesondere während der Fahrt einem Glücksspiel gleicht. Und wir haben nicht mal in Las Vegas zwischengestoppt. Informationen sendet das an einen Jet erinnernde digitale Cockpit in Hülle und Fülle, das Ambiente wirkt solide und knackig.

          Bruch mit der Tradition: Nach 67 Jahren und sieben Generationen krempelt Chevrolet die Corvette gewaltig um. Bilderstrecke
          Erste Probefahrt Corvette C 8 : Ins Zentrum der Acht

          Zur frisch injizierten Vitalität trägt das erstmals eingesetzte Doppelkupplungsgetriebe mit acht Gängen bei, das nahtlos Stufe an Stufe knüpft. So entsteht ein völlig neues Gefühl, nach und nach werden Fahrzeug und Fahrer eins. Das liegt auch daran, dass nicht alles über Bord geworfen wurde, was den Fans lieb und geheuer ist. Der Motor, vielmehr die Maschine, ist wieder ein standesgemäßer V8-Sauger, mit vertrauenerweckenden 6,2 Litern Hubraum, 482 PS und soliden 613 Nm Drehmoment. Damit lassen sich 0 auf 100 km/h in 3,5 Sekunden in den Asphalt brennen, 296 km/h beträgt die Höchstgeschwindigkeit, flotter war noch kein Basismodell aus der Ahnengalerie.

          Wer nun Krawall ohne Ende befürchtet oder ersehnt, wird beruhigt oder enttäuscht. Sechs Modi gibt es, die Stellung Touring lädt mit geradezu säuselndem Auspuff und sanfter Abstimmung in der Tat auf die lange Fahrt ein, obgleich ein Reisekoffer leider nicht reinpasst. Selbst im Sportmodus wird die dann erquicklich zupackende Corvette nicht unanständig. Und wer über Schweller oder in die Garage schleichen muss, kann die Front gar um fünf Zentimeter anheben.

          Es gibt die C 8 als Coupé mit herausnehmbarem Targadach und Glasscheibe über dem Motor ab 87.000 Euro. Oder als aus einem versenkbaren Hardtop entstehendes Cabriolet von 94.000 Euro an. Dies schließlich hat Tradition: Für solche Tarife gibt es nirgendwo sonst ein vergleichbares Spektakel.

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