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BMW X5 Plug-in-Hybrid : Aus Frust am Laden

Bild: F.A.Z.

Der neue BMW X5 Plug-in-Hybrid soll eine dreimal größere elektrische Reichweite haben. Einen großen Nachteil gibt BMW dem X5 aber ohne Not mit.

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          Alles wird elektrisch, auch bei BMW. Die Münchner wollen aber beim Weg in die Zukunft den Verbrennungsmotor nicht vernachlässigen. Der werde noch lange eine wichtige Rolle spielen, hieß es bei der Präsentation des neuen X5 mit Plug-in-Hybrid-Technik. BMW setzt auf die Kraft der Wahl und gibt dem neuen X5 nun ein Motorensystem mit, das eine dreimal größere elektrische Reichweite bieten soll als bislang. Dank einer relativ großen Batterie mit einer Kapazität von 24 kWh kann der X5 xDrive45e nun 70 bis 90 Kilometer rein elektrisch fahren, was nach ersten Probefahrten bestätigt werden kann.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Einen großen Nachteil gibt BMW dem X5 aber ohne Not mit: Aufladen kann man die Lithium-Ionen-Akkus nur mit 3,7 kW, egal an welcher Stromquelle man hängt. Ergo lädt ein leerer X5 knapp acht Stunden, bis er wieder voll im Saft steht. Schnelles Laden ist unmöglich, was für ein Auto, das 77 600 Euro kostet, ein Armutszeugnis ist. Es wird eben nicht nur von Privatnutzern gefahren, die vielleicht mit Laden über Nacht oder von neun bis fünf im Büro zufrieden sind, sondern von Geschäftsleuten, die zwischen zwei Terminen gern ihren X5 in zweieinhalb Stunden wieder elektrisch flottmachen würden.

          BMW begründet das Vorgehen mit seiner Marktforschung und sagt, schnelles Laden sei nicht nötig. Dass dabei Geld gespart wird, vielleicht 1500 Euro je Auto für die nötige Regelungselektronik, wird verschwiegen. Weil die Konkurrenz den Strom flinker zuführen kann, würde es uns nicht wundern, wenn BMW bald nachbesserte. Der Benzintank fasst 69 Liter, Reichweitenprobleme gibt es also keine. Obligatorisch für den auch mit Strom angetriebenen X5 sind Allradantrieb, Luftfederung und eine Achtgang-Automatik.

          Partner des 83-kW-E-Motors (113 PS) ist ein Dreiliter-Reihensechszylinder mit 286 PS, was sich zu einer Systemleistung von 394 PS und einem maximalen Drehmoment von 600 Newtonmeter summiert. Der Verbrauch an Kraftstoff beläuft sich nach der neuen WLTP-Norm auf 1,7 bis 2,0 Liter auf 100 Kilometer, plus einem Stromverbrauch von 23,1 bis 28,3 kWh je 100 Kilometer.

          Die Akkus, die im Heck liegen und rund 150 Liter Ladevolumen kosten (500 bis 1720 Liter bleiben), können mit dem Verbrenner aufgeladen werden. Das ist zwar ineffektiv, soll aber die Möglichkeit schaffen, nach langer Fahrt noch mit vollen Akkus in die Stadt fahren zu können.

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