https://www.faz.net/-gy9-nln7

Premiere : Die bayerische Version der besten Limousine der Welt

  • -Aktualisiert am

Der 5er: Des Kaisers neue Kleider aus Bayern Bild: BMW

Mit der fünften Generation der 5er-Reihe trägt BMW den Anspruch auf eine führende Position in diesem Marktsegment überzeugend vor. Der neue 5er definiert den Stand der Technik, weist über ihn hinaus und bringt veritable Neuheiten.

          Die zwei besten Limousinen der Welt in der oberen Mittelklasse kommen jetzt aus Deutschland: Mit der fünften Generation der 5er-Reihe hat BMW den Anspruch auf eine führende Position in diesem Marktsegment überzeugend vorgetragen. Der neue 5er definiert den Stand der Technik, weist über ihn hinaus, bringt veritable Neuheiten in der Welt des Automobils, und er vermag sogar Menschen zu begeistern, die mit mildem Schütteln ihres Hauptes auf die jüngsten bayerischen Kleider ihres Klassikers reagieren: Wir haben uns über das Design in ausreichendem Maße ausgelassen, nun soll der Markt entscheiden. Vertriebsvorstand Michael Ganal bringt die neue 5er-Generation Anfang Juli auf den Markt und rechnet damit, daß davon über ihre Laufzeit hinweg etwa 1,5 Millionen Einheiten verkauft werden.

          Dem steht auch i-Drive nicht entgegen. Die mit der neuen 7er-Generation eingeführte und mit häufig ungerechtfertigter Kritik bedachte Menü-Bedienung hat man im 5er abgespeckt, sie wird selbst für Menschen aus dem prä-elektronischen Zeitalter kein Kaufhindernis sein müssen. So hat BMW zum Beispiel die Bedienung der Klimaanlage mit konventioneller Regelung wieder möglich gemacht. Wegen des Informations- und Unterhaltungsbildschirms hat BMW die für die Marke typische Gestaltung des Armaturenträgers aufgegeben. So neigt sich dessen mittlere Partie nicht mehr zum Fahrer hin, sondern folgt der horizontalen, schwungvollen Linie. Der Beifahrer, heißt es, sollte bessere Einblicke haben.

          Zunächst wartet der bullige und in manchen Details schrullige BMW mit drei Motorversionen auf: Den Einstieg markieren die Reihensechszylinder; der 520i für 35100 Euro, der 530i und der 530d (Common-Rail-Einspritzung) für jeweils 40600 Euro führen dann schon die höheren Weihen des weißblauen Lebens heran. Natürlich bleibt es bei Hinterradantrieb, Basisausstattung ist das manuelle Sechsganggetriebe, die mit gleicher Menge an Vorwärts-Schaltstufen arbeitende Automatik ist aufpreispflichtig (siehe Kasten). Der 520i ist zunächst nur mit Schaltgetriebe zu haben, die Automatik folgt im Herbst, dann gibt es auch den 525i (141 kW/192 PS) und den 545i mit 4,4-Liter-V8 (245 kW/333 PS). Der Touring (Kombi) folgt Mitte 2004, auch ein neuer M5 und ein noch stärkerer Diesel sind zu erwarten.

          Im Vergleich zum Vorgänger ist die Karosserie milde gewachsen. Es gibt mehr Platz für Knie, Köpfe und Koffer: Der Radstand wurde um 62 Millimeter vergrößert, die Beinfreiheit hinten ist spürbar luftiger, die Sitztiefe angenehmer, auch die Höhe der Bank trägt zum Wohlbefinden bei. Die Außenlänge wird jetzt mit 4841 Millimeter angegeben, lediglich 66 Millimeter mehr. Die Höhe hat relativ am stärksten zugenommen, mit 1468 sind es 40 Millimeter, das wirkt sich positiv auf die Kopffreiheit aus, die auch auf den Rücksitzen trotz des früh abfallenden Daches ausreichend ist. Der Kofferraum ist jetzt von jener Üppigkeit, die bei BMW gern mit Golfsäcken bemessen wird, vier 46-Zoll-Golfbags passen hinein, das Nutzvolumen beträgt 520 Liter, 60 mehr als beim Vorgänger. Entscheidet man sich für sogenannte Runflat-Tires - Reifen mit Notlaufeigenschaften -, kann man noch die 55-Liter-Mulde des Reserverads zum Ladevolumen zählen. Im Karosserierohbau setzt BMW auf eine Mischbauweise: Erstmals werden Stahl und Aluminium in dieser Art miteinander verbunden. Der gesamte Vorderbau wird aus dem Leichtmetall gefertigt, das fördert die Flinkheit des Fahrwerks (können wir nach erster Probefahrt bestätigen), sagt BMW, und der neue 5er wiegt je nach Modell bis zu 75 Kilogramm weniger.

          Ein technisches Schmankerl der unerwarteten Art taucht auf Wunsch des Fahrers in der Windschutzscheibe auf: ein Head-up-Display, eine Premiere in der Großserie. Wenn wir uns recht erinnern, hat das bisher nur General Motors in der Chevrolet Corvette offeriert. Bei BMW wird die von einer in die Instrumententafel integrierten Projektionseinheit übertragene Information von einer Spezialfrontscheibe aufgenommen. Im Blick des Fahrers wirkt es, als liege sie am Ende der Motorhaube. Dadurch sollen weder Ablenkung von der Straße noch Fokussierungsprobleme auftreten. Zum Informationsangebot gehören Navigationshinweise, Geschwindigkeit, Warnungen der Check-Control und Nachrichten aus dem Leben der "Aktiven Geschwindigkeitsregelung."

          Weitere Themen

          Ein Porsche ist kein Ponyhof Video-Seite öffnen

          Fahrbericht Porsche 911 Cabriolet : Ein Porsche ist kein Ponyhof

          Porsche ist mit dem 911 Cabriolet ein tolles Auto gelungen – wenngleich das Verdeck manche Schwächen aufweist. F.A.Z-Redakteur Holger Appel hat den Wagen getestet und erklärt, warum 180.000€ nicht zwingend in eine Eigentumswohnung investiert werden müssen.

          Topmeldungen

          Großbritannien und Iran : Zwei Tanker und eine Retourkutsche

          Kritiker werfen der Regierung in London vor, sie sei vom Machtkampf um die Nachfolge Mays abgelenkt. Tut sie zu wenig für die Sicherheit der britischen Schiffe im Persischen Golf?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.