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Pedelec Silk Carbon Neodrives : Ganz Simplon

Schönes Stück: Simplon Silk Carbon Neodrives Bild: Pardey

Für elektrische Unterstützung am Fahrrad muss sich niemand mehr schämen. Jetzt geht es einfach darum, schöne Fahrräder zu bauen – versteckter Akku hin oder her. Das Pedelec Silk Carbon Neodrives ist dafür ein gutes Beispiel.

          Es ist viel Zeit vergangen, seit die ersten Fahrräder einfach einen Elektromotor und einen Akku angeschraubt bekamen. Auf breiter Front wird von den Herstellern nach formal überzeugenden Lösungen fürs Pedelec gesucht. Den „Akku verstecken“ oder den „Motor verschwinden lassen“ ist dabei längst nicht mehr das vorrangige Ziel, sondern vielfach eher eine gern in Kauf genommene Begleiterscheinung. Wer muss sich denn eigentlich noch genieren, mit elektrischer Unterstützung unterwegs zu sein? Es geht in vielen Fällen einfach darum, schöne Fahrräder auf die Straße zu bringen, Motor und Akkupack sollen sich in eine attraktive Gesamterscheinung harmonisch einfügen. Gutes Beispiel: das Silk Carbon Neodrives von Simplon zum stattlichen Preis von etwa 5700 Euro.

          Neodrives? So heißt doch der Fahrradantrieb von Alber, von dem man mehr Kritisches als Gutes zu hören bekommt: ein Heckmotor mit mehr Macken als den bauartbedingten thermischen Problemen am Berg, liest man. Jein, der Hinterradnabenmotor von Alber in dem Rad von Simplon ist der äußerlich gleich aussehende, vom inneren Aufbau bis zur Bedienungsoberfläche aber neu entwickelte Antrieb Z20. Dessen robustere Ausführung beginnt mit der nun maschinell gefertigten, wesentlich präziseren Wicklung der Spulen im Motor und dem Verzicht auf die anfällige Code-Scheibe zur Rotorlage-Bestimmung. Über eine mechanisch anders ausgeführte Zuführung des Verbindungskabels an der Nabe reichen die Neuerungen bis zur vereinfachten Bedienung der Unterstützungsmodi: Die Unterscheidung zwischen drei Charakteristiken und fünf Stufen des Motoreinsatzes beim Z15 wurde für den Z20 aufgegeben. Alber hat die gleiche Erfahrung wie Bosch gemacht: Der Komfort fein abstimmbarer Einstellmöglichkeiten verwirrt Elektroradler offenbar; die haben es mehrheitlich lieber schlichter.

          Gelegentlich liest man ja von interessierter Seite, mit einem Mittelmotor könne ein Elektrorad aufgeräumter sein. Wer das meint, soll sich mal dieses Rad angucken. Züge und Kabel verschwinden im schlanken Karbonrahmen, dessen Linienführung bis hin zum farblich abgesetzten Gepäckträger sehr flüssig wirkt. Die Erscheinung passt zum Fahreindruck: stramm sportlich dynamisch. Mit rund 22 Kilogramm ist das mit Shimano-Komponenten (10-fach XT-Schaltung, hydraulische Scheibenbremsen Deore) aufgebaute Silk Carbon unter seinesgleichen ein Leichtgewicht. Der besonders leise Motor hat nach wie vor seine 40 Newtonmeter, die ihn bloß auf dem Papier schwächer als die Konkurrenz erscheinen lassen. Beim Fahren geht er kraftvoll an die Arbeit – und rekuperiert nun bergab bis Tempo 45.

          Wie weit der in den Rahmen eingefügte 500-Wattstunden-Akku reicht, wurde noch nicht ermittelt. Beim Z15, dessen sämtliche Komponenten jedoch nicht mit der neuen Version kompatibel sind, waren es in hügeligem Terrain rund 70 Kilometer. Nachdem aus persönlicher Erfahrung und nach etlichen tausend Kilometern mit zwei Motoren sich über den Neodrives Z15 von Alber nichts Nachteiliges sagen lässt, wird noch genauer zu untersuchen sein, wie sich der Z20 im direkten Vergleich schlägt.

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