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Pedelec-OEM-Konzept : Radgeber Technik

  • -Aktualisiert am

Messingschlager-Pedelec mit Mittelmotor von Brose Bild: Pardey

Bei Fahrrädern ohne Motor ist das gängige Praxis: Größere Händler lassen kleine Serien von Rädern eigener Marke fertigen. Nun gibt es ein Pedelec-OEM-Konzept von Messingschlager.

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          Das Rad zum praktischen Ausprobieren war grau wie alle Theorie, und es stand groß drauf, was als Elektroantrieb drin war. Aber so dekoriert, wie dies und andere Muster gefahren wurden, werden die von Messingschlager als „Premium E-Bike Solutions“ offerierten Räder kaum bei ihren Benutzern ankommen. Stattdessen könnte zum Beispiel Poison auf dem Rahmen stehen.

          Poison? Messingschlager? Der erste Name ist die Marke eines kleineren Fahrradherstellers aus Nickenich in der Pellenz nahe dem Laacher See. Und Messingschlager ist ein bedeutender Importeur und Großhändler, der in der Fahrradbranche sehr wohl, aber beim Endkunden eher weniger bekannt ist. Das in der Nähe von Bamberg beheimatete Familienunternehmen hat auf der Eurobike im vergangenen Jahr ein Konzept vorgestellt, das dem Fahrradhandel und kleinen Herstellern ermöglicht, mit deutlich geringerem Aufwand an Zeit und Geld Elektroräder unter eigener Marke anzubieten.

          Bei Fahrrädern ohne Motor ist das gängige Praxis: Größere Händler lassen kleine Serien von Rädern eigener Marke komplett oder teilweise fertigen oder montieren sie selbst. Das gerät wegen der technischen, aber vor allem durch zulassungs- und haftungsrechtliche Hürden beim Elektrorad ausgesprochen zeitraubend und kostspielig.

          Das gilt auch für die Ausstattung der Räder

          Den Entwicklungsaufwand hat Messingschlager übernommen und offeriert zwei Rahmen-Linien mit aufgesetztem oder in den Rahmen integriertem Akku. Die Motoren kommen von Brose. Sämtliche Versionen des Mittelmotors vom eher braven C-Drive bis zur S-Klasse der schnellen Pedelecs sind möglich. Das gilt auch für die Ausstattung der Räder: Ob Federgabel oder Riemenantrieb, das Konzept erlaubt unter anderem mit teilbaren Rahmen, dass sich der weiterverkaufende Kunde ganz nach seinen Wünschen im breiten Komponentenangebot von Messingschlager bedient.

          Zunächst einmal ist nach den Worten von Messingschlager-Geschäftsführer Dennis Schömburg nur daran gedacht, kleinere Fahrradhersteller und größere Händler mit den Rädern zu beliefern. Auf längere Sicht lasse sich aber durchaus an Flottenbetreiber wie Großunternehmen oder Touristikverbände denken, die sich ein individuell für sie gestaltetes Elektrorad wünschen. Das Konzept lässt Räder mit einem Mindestendpreis von etwa 2300 Euro zu. Eine Serie kann nach Schömburgs Worten von etwa 300 Stück an aufgelegt werden. Für die Wartung der Räder kooperiert Messingschlager mit Livecycle, einem Serviceanbieter, der bereits in Großstädten wie München, Berlin, Hamburg, Essen, Frankfurt und Stuttgart sechs Tage in der Woche Hilfestellung mobil anbietet: Die Werkstatt kommt zum Elektrorad.

          Beim Ausprobieren zeigte sich das graue Trekkingrad mit integriertem Akku und unterschiedlicher Brose-Motorisierung als angenehm steifes und sehr flott zu bewegendes 28-Zoll-Pedelec. Der im Rahmen steckende Akku aus taiwanischer Fertigung wird „Linkage Pack“ genannt und besteht aus mehreren mit einander flexibel verbundenen Akkupaketen, wodurch er sich der Rahmenform anpassen kann. Die Qualitäten des Brose-Antriebs sind seine akustische Unaufdringlichkeit und der leichte Lauf, wenn auf die Motorunterstützung verzichtet wird. Das Messingschlager-Konzept sieht je nach Platzierung Akkupacks mit unterschiedlicher Kapazität vor. Ein Rad wie das abgebildete heißt bei Poison (siehe www.poison-bikes.de) beispielsweise Cadmium Pro Tourer, lässt sich in Farbe und Ausstattung individualisieren und kostet rund 3400 Euro.

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