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Pedelec mit Fuel Cell : Radeln mit Wasserstoff

In den kleinen Tank aus Aluminium und Carbon von der Größe einer Feldflasche passen unter einem Druck von 340 bar 34 Gramm Wasserstoff. Bild: Hersteller

Ohne Akku Pedelec fahren? Linde hat ein Fahrrad vorgestellt, das sich seinen Strom aus mitgeführtem Wasserstoff mittels einer winzigen Brennstoffzelle selbst herstellt.

          Wie man ohne Akku Pedelec fahren kann, zeigt der Gase-Spezialist Linde. Vor wenigen Tagen wurde dem Bundesverkehrsminister ein Fahrrad übergeben, das sich seinen Strom aus mitgeführtem Wasserstoff mittels einer winzigen Brennstoffzelle (Fuel Cell) selbst herstellt. Es ist das erste einer Pilotserie von 100 Stück, mit der Linde zeigen will, dass das Konzept nicht nur für Autos taugt.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          In den kleinen Tank aus Aluminium und Carbon von der Größe einer Feldflasche passen unter einem Druck von 340 bar 34 Gramm Wasserstoff. Das klingt nicht nach viel, die Menge (sie entspricht 1000 Wh) soll aber nach Aussage des Linde-Sprechers Stefan Metz für mehr als 100 Kilometer Fahrt mit Elektrounterstützung reichen. Damit die Polymer-Brennstoffzelle nicht ständig an- und abgeschaltet werden muss, ist eine kleine Pufferbatterie mit 60 Wh dazwischen geschaltet.

          Volltanken geht zu Hause

          Das ganze Antriebssystem wiege nur 3,7 Kilogramm, das gesamte Rad bringe 23,6 Kilo auf die Waage, sagt Metz. Befüllt wird der Tank mit einem neu entwickelten System, das unter anderem aus einer Flasche mit 20 Liter Inhalt, Druckentlastungsventil und Membranverdichter besteht. Das Ensemble wird zu Hause aufgestellt, das Betanken damit dauert höchstens sechs Minuten.

          Linde betreibt derzeit rund hundert Wasserstoff-Tankstellen in 15 Ländern. Der Treibstoff sei nachhaltig aus Windstrom oder Biogas erzeugt, die CO2 Bilanz des H2-Bikes wesentlich besser als der Energiemix des deutschen Netzstroms, teilt das Unternehmen mit. Was mit der Kleinserie geschieht, steht noch nicht endgültig fest. Auch über Preise mag niemand reden, die Kosten der Brennstoffzellentechnik sind noch jenseits von Gut und Böse. In einer Serienproduktion soll laut Metz aber ein Preis in vierstelliger Höhe möglich sein.

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