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F.A.Z. exklusiv : Opel kann sein E-Auto Ampera nicht liefern

Konkurrenz zu Renault Zoé, BMW i3, VW Golf E oder Nissan Leaf: der Opel Ampera Bild: Hersteller

Bis zu 520 Kilometer Reichweite, 204 PS und 40.000 Euro teuer. Der neue Opel Ampera-e ist das Vorzeigemodell unter den Elektroautos. Doch in Deutschland wird ihn so schnell keiner kaufen können.

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          Schon mal versucht, den neuen elektrischen Opel Ampera zu bestellen? Das geht nämlich nicht. Weil Opel gar keine Autos hat oder bekommt oder an die Händler liefert. Jedenfalls in Deutschland. Nach Informationen von FAZ.NET werden Privatkunden bis weit hinein in das Jahr 2018 kein Fahrzeug erhalten. Das ist ein Treppenwitz von bemerkenswerter Güte, denn Opel wird nicht müde, sein Phantom in höchsten Tönen anzukündigen. Jüngste Pressemitteilung in dieser Woche: „Unsere Produkte stehen für Innovationskraft. Das belegt der Plus X Award. Das revolutionäre Elektroauto begeisterte die Fachjury derart, dass diese den Ampera-e zum ,Besten Produkt des Jahres 2017‘ kürte.“

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Die in Aussicht gestellten Daten klingen in der Tat verführerisch: Bis zu 520 Kilometer Reichweite, gemessen nach Neuem Europäischen Fahrzyklus. 204 PS. Und der Kaufpreis um 40.000 Euro vor Subventionen ist zwar nicht gerade massentauglich, aber im Rahmen dessen, was die Konkurrenz fordert. Mit dem feinen Unterschied, dass man Renault Zoé, BMW i3, den VW Golf E oder einen Nissan Leaf bestellen kann und sogar geliefert bekommt.

          Auch die Zahl 400 sei Makulatur

          Besuch beim Opel-Händler, denn angekündigt war die Markteinführung zunächst für dieses Frühjahr, dann für den Juni. „Wir sind kein Ampera-Händler. Von den 2400 Opel-Händlern in Deutschland bekommen ihn nur 44. Die wiederum sollen zusammen nur etwa 400 Autos bekommen. Außerdem habe ich gehört, die Markteinführung sei auf den Herbst verschoben.“ Aus den Tiefen des Konzerns verlautet, auch die Zahl 400 sei Makulatur, nun ist von vielleicht 100 Stück in diesem Jahr die Rede. Und die sollen bevorzugt an Flottenkunden geliefert werden.

          Nachfrage beim zweiten Händler, seines Zeichens Ampera-Agent. „Wir haben noch keinen. Es heißt, wir sollen zwei Stück bekommen, die werden wir dann an Interessenten tageweise vermieten. Ein Lieferdatum kann ich Ihnen nicht nennen.“ Wer einen Vertrag unterschreiben möchte, wird entweder fortgeschickt oder bekommt den Hinweis, das Lieferdatum müsse offenbleiben. Die sich von Opel trennende Muttergesellschaft General Motors benötigt offenbar die Produktionskapazität für sich, denn der Ampera ist eigentlich ein Chevrolet und kommt aus Amerika. Immerhin 4963 Bolt hat Chevrolet in seiner Heimat seit dem Marktstart im Dezember 2016 verkauft.

          Was doch über den Teich gelangt, das geht bevorzugt ins subventionsfreudige Norwegen. Darf das wahr sein? Anfrage beim nächsten Agenten: „Ich weiß noch nicht, ob und wann wir einen Wagen bekommen. Verkaufen kann ich Ihnen keinen. Ich denke, als Privatkunde müssen Sie bis Ende 2018 oder Anfang 2019 warten.“

          Falls jemand zuvor bestellen möchte, lässt das Händlernetz zudem wissen, könne der Kunde vermutlich weder Ausstattung noch Farbe wählen, sondern müsse nehmen, was geliefert werde. Erfolgsmodell Trabant, auferstanden zu Rüsselsheim anno 2017. Im Jahr 2019 übrigens will Peugeot-Citroën, der Käufer von Opel, eigene Elektroautos auf den Markt werfen. Der Übernahmevertrag setzt dem Vertrieb bestehender Produkte mit GM-Genen enge Grenzen. Kann es also sein, dass der Imagerakete der Saft ausgeht, bevor sie gestartet ist?

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