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F.A.Z.-Leser-Event : Endlich ins Gelände wagen

Schräger Typ: Theoretisch kippt der Wagen erst bei 45 Grad, schon ab 20 Grad beginnt es jedoch gefährlich zu werden, je nach Beladung und Bodenbeschaffenheit. Bild: Michael Wesolly/LREC

Für Geländewagen ist Deutschland eigentlich das falsche Land. Die Autos dürfen nie zeigen, was sie wirklich können. In Wülfrath hat Land Rover ein kleines Refugium für Offroader geschaffen und bietet 4x4 Trainings an. Wir waren bei einem exklusiven Event für F.A.Z.-Leser dabei.

          Rund 98 Prozent aller Besitzer von SUV oder Geländewagen verlassen nie die Straße. Sie profitieren vom Allradantrieb meist ausschließlich im Winter, sollte es ausnahmsweise mal wieder Schnee und Eis geben. SUV werden nicht wegen ihrer Offroad-Qualitäten gekauft, sondern weil sie schick sind, in der Regel viel Platz bieten, man/frau so schön hoch sitzt und weil sie viel ziehen können. Ausnahmen bestätigen die Regel.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Aber irgendwann kommt vielen Besitzern dann doch der Gedanke, es mal auszuprobieren, wie es so ist, off the road. Ein idealer Ort dafür ist ein ehemaliger Steinbruch in Wülfrath bei Düsseldorf. Mehr als 120.000 Quadratmeter stehen hier dem „Land Rover Experience Center“ (LREC) zur Verfügung, einem von 40 solcher Plätze in der Welt, die von der britischen Marke unterhalten werden. Wobei in Wülfrath keinesfalls mit dem eigenen Auto gefahren wird, sondern immer mit Land Rovern. Klar, es soll auch für die Marke geworben werden. Und was eignet sich dafür am besten als das Produkt selbst.

          Einen Tag zu früh angereist

          Die Teilnehmer am exklusiven Geländetraining für F.A.Z.-Leser sind somit nicht nur Land-Rover-Fahrer. Wenn auch ein Ehepaar aus Flörsheim am Main stolz seinen nagelneuen Defender 110 präsentiert, den es erst zwei Tage zuvor übernommen hat. Andere sind mit einem 13 Jahre alten Defender gekommen. Der BMW-X3-Pilot, der mit einem Kauf liebäugelt, muss sich beeilen, denn das Urgestein der Marke, das seit 1948 optisch wenig verändert gebaut wird (Serie I bis 1958, Serie II bis 1971, Serie III bis 1983, seitdem der Defender), verlässt im Frühjahr 2016 die Bühne, um einer Neuauflage Platz zu machen. Die Fans trauern jetzt schon, aber die europäischen Zulassungsrichtlinien sind unerbittlich.

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          Ein Mini-Fahrer samt Gattin aus Berlin, der zu Hause einen 89er Range Rover stehen hat, war so heiß aufs Gelände, dass er aus Versehen einen Tag zu früh anreiste. Gut, dass es nette Hotels in der Nähe gibt. Aus Dresden kommt ein Vater-und-Tochter-Team, aus Bonn ein Brüderpaar. Das ist schon relativ nah, aber ein Vater-und-Sohn-Team hat die kürzeste Anreise, nur 5 Kilometer. Gekommen sind sie in einem G-Modell von Mercedes-Benz, das riecht schon nach ein wenig Geländeerfahrung.

          Doch wie gesagt, die eigenen Fahrzeuge haben ohnehin Pause. Bevor es ins Gelände geht, gibt es erst mal eine Schulstunde Theorie. So viel Zeit muss sein. Michael Kunze vom LREC erklärt zunächst einmal die Grundlagen. Wie Allrad funktioniert, warum jede Achse ein Differential braucht (um die unterschiedlich langen Wege der Räder in den Kurven auszugleichen), was es bringt, dieses Differential zu sperren und so weiter. Wichtig: „Nur ein Fahrzeug mit Untersetzungsgetriebe ist ein echter Geländewagen.“ Aber auch Land Rover verkauft längst Autos ohne solche, „dennoch taugen sie auch im Gelände“, verspricht der Trainer.

          Möglich macht es das „Terrain Response System“. Hier sorgt die Elektronik durch gezieltes Abbremsen und/oder Beschleunigen einzelner Räder, gepaart mit einem Eingriff auf das Ansprechen des Gaspedals, für möglichst optimales Fortkommen. Der Fahrer muss nur einstellen, auf welchem Geläuf er unterwegs ist. Später beweisen ein Range Rover Evoque und ein Land Rover Discovery Sport, dass sie echte Land Rover sind, auch ohne Untersetzung. Fahrzeuge mit Untersetzung und den elektronischen Helfern (Range Rover, Land Rover Discovery) können natürlich einfach noch mehr.

          Ganzen Tag hinterm Steuer

          Was gar nicht geht, ist sinnloses und wildes Umherbolzen im Gelände. Kunze mahnt und appelliert zum Ende der Theoriestunde an das Motto L-R-D. Schauen (Look), Risiken bewerten und dann erst fahren (Drive). Keine Schäden im Gelände verursachen, das ist der oberste Leitsatz.

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