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Studie von Nissan : Weiblicher Weitblick

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Das Steuer fest im Griff: Laut der Nissan-Studie ist Sicherheit Frauen wichtiger als Männern. Bild: Picture-Alliance

80 Prozent aller Auto-Kaufentscheidungen sollen einer Studie von Nissan zufolge von Frauen beeinflusst werden. Doch worauf achten Frauen beim Autokauf?

          „Lassen Sie nie Ihre Frau ans Steuer zu Hauptverkehrszeiten“ oder „Frauen können nicht gut ein- und ausparken“ oder „Falls Sie den Rückspiegel einmal als Make-up-Spiegel benutzt haben, so vergessen Sie nicht, ihn vor Fahrtantritt wieder richtig einzustellen.“

          Heute würde sich kein Redakteur trauen, solche Sätze zu schreiben, er würde als Ewiggestriger gebrandmarkt. Die Zitate stammen nicht aus den 50er Jahren, wie man vielleicht vermuten würde, sie stammen aus der vielleicht bekanntesten Sendereihe zum Thema Auto und Verkehr, dem „7. Sinn“ des WDR (1966 bis 2005). Die wöchentliche Informationssendung wurde in Zusammenarbeit mit der Deutschen Verkehrswacht erstellt und hatte sich die Verkehrssicherheit ganz groß auf die Fahne geschrieben. Sie heimste sich viele Preise ein. Der Clip über „Frau am Steuer“ (zu sehen auf www.youtube.de, Suchwort „7. Sinn“) ist einer der Klassiker im Netz. Anschauen lohnt sich.

          2016 sieht die automobile Welt vollkommen anders aus. Das weibliche Geschlecht fährt wie selbstverständlich Auto. So wurden 2014 in Deutschland fast 1700 Porsche auf weibliche Halter neu zugelassen. Das sind immerhin gut 22 Prozent der rein privaten Neuanmeldungen. Und bei Porsche wird es so sein wie bei allen anderen Marken bei der privaten Neuanschaffung.

          80 Prozent der Kaufentscheidungen von Frauen beeinflusst

          Nicht nur dabei, auch bei der Auswahl der Extras spielt Frau eine wichtige Rolle. Nach einer aktuellen Studie des Nissan Technical Center im britischen Cranfield werden 80 Prozent aller Auto-Kaufentscheidungen direkt von Frauen beeinflusst. Die Studie wird regelmäßig aktualisiert, und Fahrerinnen aus Europa, Japan, China und den Vereinigten Staaten werden nach ihren Auto-Vorlieben ebenso befragt wie nach Dingen, die an den Autos missfallen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen dann in die Fahrzeugentwicklung bei Nissan mit ein. Erstaunliche Erkenntnis: Das typische Frauenauto gibt es nicht. „Frauen wollen dasselbe wie Männer – nur anders“, sagt Mandy Lee, die an der Studie bei Nissan in Cranfield verantwortlich mitarbeitet.

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          Klein, niedlich und bonbonfarben sei ein Klischee, das noch in vielen Köpfen stecke, sagte sie weiter. Dabei müsse der neue Wagen ganzheitlich – also in modischem Design und mit praktischem Nutzen – zur Frau passen. Der Frauen-Fokus liege meist weitblickender auf Kompatibilität des Wagens auch aus Sicht auf die Kinder und auch der (Groß-)Eltern. So achtet die Frau besonders auf einen leichten Ein- und Ausstieg in den Wagen auch für Kinder und Erwachsene im Fond. Frauen mögen, so sagt es Lee, die Kombination aus vernünftigen Aspekten und emotionalen Bindungen zu ihrem fahrbaren Untersatz: geschmackvolles Design, kluges Innenraumkonzept, sinnvolle Technik und umfassende Sicherheit. Das wollen Männer auch, nur eben anders.

          Sicherheit für Frauen wichtiger

          Aus der Befragung – in der auch Männer interviewt wurden – geht auch hervor, dass umfassende Sicherheit und Kontrolle für Frauen wichtiger ist als für Männer. Auf elektronische Assistenzsysteme und Umweltverträglichkeit legen Frauen großen Wert. Wichtig für Frauen ist ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Frauen behalten der Studie nach viel stärker als Männer ihren finanziellen Rahmen im Auge. Auf der Wunschliste von Frauen steht unter anderem auch eine erhöhte Sitzposition ganz oben. Autokäuferinnen haben also keineswegs nur das kleine süße Stadtwägelchen, sondern hat vielmehr andere Fahrzeugtypen im Visier.

          So konnte Nissan in Deutschland von seinem kleinen Crossover Juke mehr als die Hälfte an Frauen verkaufen, und dabei sind nur die Fahrzeuge berücksichtigt, die auch auf einen weiblichen Halter zugelassen wurden. Optional haben 61 Prozent der Frauen (Männer 30) zu einem Panoramadach, 63 Prozent zum RS-Technology-Paket (Männer 70) und 57 Prozent zum Exterieur-Paket (Männer 30) gegriffen.

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