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Nissan Micra 1.0 : Die Basis der Bescheidenheit

71 PS aus einem Liter Hubraum und drei Zylindern hören sich zunächst so schlecht nicht an. Bild: Hersteller

Der Dauerbrenner auf deutschen Straßen kommt in die fünfte Generation. Der neue Nissan Micra gehört jetzt mit einer Länge von vier Metern zu den erwachsenen Kleinwagen.

          Der Nissan Micra gehört zu den Dauerbrennern auf deutschen Straßen. Schon seit 1982 schickt ihn Nissan ins Rennen um die Kundengunst, die ersten damals noch als Datsun. Seit dem Frühjahr ist die fünfte Generation auf dem Markt, die jetzt mit einer Länge von vier Metern zu den erwachsenen Kleinwagen gehört. Und alle Micra haben vier Türen.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Den 1,5-Liter-Diesel, den Partner Renault beisteuert, haben wir schon in einem Großen Fahrbericht gewürdigt. Jetzt war die Basismotorisierung im Testwagenpool, und sie lehrte uns Bescheidenheit. 71 PS aus einem Liter Hubraum und drei Zylindern hören sich zunächst so schlecht nicht an, unser erster Opel Kadett hatte 11 PS weniger. Doch die Maßstäbe verschieben sich.

          Damals waren wir mit einem Spitzentempo von 140 km/h zufrieden, heute reichen selbst 160 km/h wie im Micra 1.0 nicht mehr. Wobei mehr eigentlich nicht sein muss. Viel mehr nervt die Schwäche des Micra am Berg, da geht ihm schnell die Puste aus. Kein Wunder, das maximale Drehmoment beträgt nur 95 Newtonmeter bei 3500 Umdrehungen in der Minute. Der zweite Benzinmotor im Angebot, ebenfalls ein Dreizylinder, mit nur 0,9 Liter Hubraum, die aber turbobeatmet, ist deutlich kräftiger: 90 PS wie der Diesel. Und er hat 140 Nm maximales Drehmoment bei hohen 5500/min. Der Diesel bietet 220 Nm bei 2000/min. Leistung kostet Geld: Der 0,9er ist 1200 Euro teurer als der 1,0er, und für den Diesel müssen wiederum weitere 2000 Euro draufgelegt werden. In der Basis kostet der Micra 1.0 knapp 13 000 Euro, der Testwagen war einer in Acenta-Ausstattung für 15 990 Euro. Alle Micra haben nur fünf Gänge, eine Automatik gibt es zunächst nicht.

          Das Platzangebot ist für die Größe angemessen, der Kofferraum hat ein rechnerisches Volumen von 300 Liter, nach dem Umlegen der asymmetrisch geteilten Rückbank sind es knapp über 1000 Liter. Aber es bleibt eine unschöne Stufe. Gewöhnen müssen sich Mitfahrer an den in der C-Säule versteckten Griff für die hinteren Türen.

          Gewöhnen muss man sich zudem ans mutige Design mit Sicken und Kanten, was wir durchaus mögen. Assistenten gibt es für die Klasse reichlich, auch ins Internet kommt man. Ob es der schwache Motor sein muss? Mit dem Diesel verbrannten wir 5,3 Liter im Durchschnitt, der Benziner war mit 7,4 Liter auf 100 Kilometer deutlich schlechter. Er ist aber auch 3200 Euro billiger. Das gilt es zu rechnen.

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